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Die
Indianer
Nordamerikas
 
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Lebensweise


 

Alte und Greise


Alte oder Greise Ich habe in einem Gästebuch über alte oder greise Indianer einige Fragen gefunden.

Ob sie gut behandelt wurden?
Ob sie die Weisen waren?
Wie sie gelebt haben? ...

Ja, zum Thema gibt es so gut wie garnichts in Büchern wie im Internet. Ich habe lange recherchiert, aber keine zufriedenstellende Antwort gefunden. Auf Alte oder Greise ist man kaum eingegangen. Deshalb versuche ich hier diese Lücke zu schließen.

In unserer Gesellschaft sind Alte ein Klotz am Bein, so zumindest würde ich es empfinden. Krankenkassen wollen möglichst keine Ausgaben mehr haben.

Die Indianer hingegen verehrten alte Menschen wegen ihrer Lebenserfahrung. Deshalb gab es im Stamm einen sogenannten Ältestenrat. Er setzte sich aus alten und weisen Männern, tapferen Kriegern aber auch angesehenen Frauen zusammen. Dieser Rat bestimmte, wann - so zumindest bei Prärie-Stämmen - die Bisonjagd begann, ob der Stamm den Kriegspfad betreten sollte, wer Häuptling wurde, organisierte die Arbeit aller Familienangehörigen, auch die der Frauen und Kinder, indem sie Felder, Feldfrüchte und jahreszeitliche Aufgaben zugeteilt bekamen. Wichtiger als der Häuptling war dieser Ältestenrat - er hatte das Sagen, der Häuptling gab nur die Anordnungen weiter, die zuvor der Rat getroffen hatte. Kein Indianer hatte absolute Herrschergewalt über seine Stammesgenossen. Der Ältestenrat leitete das Dorf oder das Lager - er traf die Mehrzahl der Entscheidungen.

Die Jüngeren fragten die Älteren auch um Rat. Derartige Gespräche waren fester Bestandteil im Leben der nordamerikanischen Indianer. Meist ging es dabei um das Land, um jahreszeitliche Veränderungen, die Gewohnheiten der Tiere wie auch um Standorte nützlicher Pflanzen. Das Wissen der Älteren war wichtig für die Gemeinschaft - für das Überleben des ganzen Stammes, weshalb Alte ein hohes Ansehen besaßen.

Die Geschichten, die die Älteren erzählten, hatten meist mehrere Funktionen. Die jüngeren Generationen lernten die Techniken des Jagens, des Reisens und des Überlebens und erhielten damit Erfahrungen der Vergangenheit für die Zukunft. Auch machten die Großeltern die Enkel mit den Traditionen und der Geschichte des Stammes vertraut - Sagen, Märchen und Schöpfumgsmythen wurden mündlich weitergegeben, aber auch die Gesänge und Tänze des Stammes brachten sie den Jüngeren bei.

Alten und weisen Frauen wurde im gleichen Umfang Achtung - ja sogar Ehrfurcht - zuteil, da sie Kräuter und Heilpflanzen kannten, mit denen Kranke behandelt, geheilt oder Gebrechen zumindest gelindert werden konnten.

Aber auch der Großvater galt viel, die Eltern noch mehr - am meisten jedoch die Mutter. So zumindest war die Rangordnung der Personen in einem Haushalt der Irokesen.

Es schickte sich nicht alte Menschen als Jüngerer zuerst anzusprechen. Dies ist auch eine Verhaltensweise gegenüber älteren Menschen - Greisen Achtung entgegen zu bringen.

Bei den Crao - einem südamerikanischen Stamm - wurde ab einem bestimmten Alter ein Stammesangehöriger in den Rat der Ältesten aufgenommen. Mittelamerikanische wie auch nordamerikanische Stämme waren und sind es heute zum Teil noch in Clans eingeteilt. Der Clanvorsteher und der Ältestenrat regeln die Angelegenheiten der Dorfgemeinschaft.

Das ganze Streben der Indianer, der Stämme bestand darin, der Gemeinschaft zu dienen, damit es jedem einzelnen gut ging.

Die Frage wie die Alten gelebt haben, ist einfach zu beantworten. Genauso wie die übrigen Stammesangehörigen. Wenn sie nicht mehr in der Lage waren sich selbst zu versorgen, übernahm dies der Stamm, die Sippe oder die Familie.

Alte gebrechliche Menschen - dies trifft vor allem bei Prärie-Indianern zu - blieben bei Wanderungen allein zurück, um zu sterben. Nicht die Gesellschaft wollte sich ihrer entledigen, sondern die Alten wählten den Zeitpunkt ihres Todes bei klarem Verstand. Entscheidend war für sie ihr geistiger und körperlicher Gesamtzustand. Angehörige von Naturvölkern wußten, wann der Zeitpunkt gekommen war, in die ewigen Jagdgründe - bei indianischen Völkern - zu gehen.
 
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