MITTELAMERIKA
Hochkulturen
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Anonyme Kulturen Westmexikos
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Mit der Erforschung der Kulturen West- und Nordwestmexikos hat man erst sehr spät
begonnen, erst im Jahre 1930. Der Nordwesten und Westen umfaßt ein Gebiet der
heutigen mexikanischen Staaten Jalisco, Colima, Nayarit, Guerrero und Michoacan. Das
gesamte Gebiet zerfiel früher in Untergebiete. In ihnen entwickelten sich die
alten Kulturen voneinander selbstständig.
Das erste Teilgebiet umfaßt den Bereich des Staates Guerrero, das zweite die
Staaten Colima, Jalisco und Nayarit und das dritte Teilgebiet den mexikanischen
Staat Michoacan. Vom letztgenannten Gebiet weiß man von der Existenz der
längst ausgestorbenen Völker am meisten durch die umfangreichen Zeugnisse
ihrer Kultur. In den Staaten Colima, Jalisco und Nayarit sind viele Altertümer
erhalten geblieben. Hier haben sich auch verschiedene Stile bewahrt. Das
künstlerische Schaffen in Colima bringt zwei Ausdrucksformen hervor, und zwar
kompakte kleine Figürchen und hohle wesentlich größere Statuetten.
Die erstgenannten Figürchen sind vorklassisch archaische Figürchen. Sie
stimmen mit diesen in der Technik und im Umfang überein. In Colima kam es zu einer
Vielfalt von Gestalttypen und sogar Gruppenkompositionen sind anzutreffen. Sie waren
wahrscheinlich Grabbeigaben, die den Verstorbenen ins Jenseits begleiten sollten.
Die Künstler, die diese Figürchen herstellten, waren in der Lage ihnen durch
die Haltung des Kopfes und des Körpers eine bestimmte Mimik und Gestik zu
verleihen, was die Figürchen zu wahren Meisterwerken machte. Die größeren
Statuetten sind noch viel besser bearbeitet worden. Sie haben feine und abgerundete
Konturen und zeichnen sich durch eine außerordentliche Robustheit aus. Die
meisten Figürchen, welche als Kannen dienten, hatten die Form eines
gemästeten Hundes. Aber auch Vögel, Frösche, Krabben, Kürbisse mit
hackenden Papageien und ähnliches wurde hergestellt.
In Jalisco - auch als Jalisco-Stil bezeichnet - wurde bei Keramikprodukten oft ein
mit Schild bewaffneter Krieger dargestellt, deren Hände und Beine unanatomisch
waren.
Im Norden von Nayarit wurden in Ixtlan zahlreiche unversehrt gebliebene Gräber
mit zahlreichen Zeugnissen gefunden. Die Gegenstände sind aus groben und sehr
schlecht gebrannten Ton hergestellt worden. Einige Objekte stellen menschliche
Körper mit spärlicher Modellierung dar. Auch hier wurden Gruppenkompositionen
gefunden. Eine Gruppe stellt Menschen vor einer Hütte dar, die einen Kreis von
Frauen, Tänzern und drei Musikanten bilden. Die Schöpfer dieser Kunstwerke
vermitteln uns einen Einblick in ihr Leben. An vielen Orten sind Figuren zu finden,
wo Mann und Frau als einzelne Figur dargestelt sind. Auch ironische Figuren fand
man. Typisch sind große Näpfe mit engen Hals und trichterförmig
verbreiterten Rand, die menschlich oder tierisch geformt sind.
Über ihre Religion ist nichts bekannt. Mit hier stehen aber zahlreiche
Äxte im Zusammenhang, die am Unterlauf des Mezcala im Staate Guerrero gefunden
worden. Hier war der Einfluß der Olmeken erkennbar. In der Nähe des Rio
Papagayo in der Juxtlahuaca-Höhle wurden olmekische Reliefs von
Würdeträgern und verschiedene Zeugnisse des Jaguar-Kultes entdeckt. Masken,
Äxte, Figürchen und andere Gegenstände, die vom Jaguar-Kult stammen,
tragen olmekischen und teotihuacanischen Einfluß. Diese Kunstwerke sind der
mexikanischen Ausdrucksform weit überlegen. Als Arbeitsinstrument diente ein
hammerähnliches Werkzeug, mit dem das hier anzutreffende Material, Serpentin und
Nephrit bearbeitet wurde. Aus dem Hartstein wurden Gottheiten, Pyramiden und anderes
gehämmert. In Masken wurden die Gesichtszüge mittels Rillen und Einritzungen
und durch gebohrte Öffnungen erkenntlich gemacht. Typisch sind Gegenstände
des sogenannten Guerrero-Stils. In diesem Gebiet sind Holzmasken mit olmekischen und
teotihuacanischen Einfluß mit Mosaik und Türkisbelag gefunden worden. Der
olmekische Einfluß ging später verloren.
Bei den Tonfigürchen im Gebiet von Guerrero überwiegen die kleineren
massiven, die in ihrem Stil an die vorklassische Zeit erinnert, jedoch mehr Details
aufweisen. Die Gebrauchskeramik aus Guerrero war für den täglichen Bedarf
bestimmt. Die Farbe für die Verzierungen wurde mit Harz auf die Gefäße
aufgetragen und dann die gewünschten Muster ausgeschnitten - eine Technik die
sehr verbreitet war. | |
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