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Die
Indianer
Südamerikas
 
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Stämme


 

Die Arhuaco


In Kolumbien gibt es neben der Guajira-Steppe die hohen Berge der Sierra Nevada. Die Arhuaco sind ein Stamm der Sierra Nevada. Sie sind nicht verwandt mit den Guajira. In ihrer Sprache unterscheiden sie sich erheblich. Dies gilt auch für ihr Wesen, die Kleidung wie auch in ihren Bräuchen. Die Arhuaco tragen langes Haar und haben weiche Gesichtszüge. Über die Vergangenheit der Arhuaco ist nicht viel bekannt.

Eine der H¨tten der Arhuaco Die Guajira ist eine Steppe. Wenn man in ihr überleben will, muß man hart sein und sich der Natur anpassen. Die Sierra Nevada ist trotz ihrer hohen Berge in ihrer Art lieblich. Je nach wie man leben will, kann man sich das günstigste Klima aussuchen und ernten, was man benötigt.

Wenn die Arhuaco nicht von den Tairona abstammen, waren sie immer friedlich und brauchten auch nicht zu kämpfen.

Hochlandindianer sind von anderen Indianern durch ihre Kleidung und Gangart zu unterscheiden. Durch Generationen können sich diese Merkmale entwickelt haben. Aber auch durch kriegerische Auseinandersetzungen und Unterwerfung kann eine Kultur und Sprache entstehen, sich weiterentwickeln, ausgelöscht werden oder in einer anderen aufgehen. Seuchen können einen ganzen Stamm ausrotten.

Die Arhuaco sind kein einheitlicher Stamm, obwohl sie in einem begrenzten Gebiet leben. Sie haben Unterschiede in der Rasse und Sprache. Durch räumliche Trennung haben sich verschiedene Dialekte herausgebildet. Der Stamm zählt zwar nur 4.000 Personen, trotz alledem läßt ihr Aussehen verschiedene Herkunft oder auf fremde Einflüsse schließen. Das Haar der Arhuaco ist tief- bis blauschwarz. Ihre Gesichtszüge meist typisch indianisch, allerdings gibt es Männer mit schwarzbraunen und gekräuseltem Haar, deren Gesichtszüge nicht typisch bzw. mongoloide Merkmale aufweisen. Die Frauen ähneln Kreolinnen. Vielleicht weil die Arhuaco friedlich waren, konnten fremde Elemente sich etablieren.

Die Arhuaco besitzen mehrere Häuser, in denen sie abwechselnd wohnen - gerade wie es ihnen beliebt. Ihre Häuser sind quadratisch, rechteckig oder rund und haben ein spitz zulaufendes Strohdach. Auf der Dachspitze steht ein Krug, dessen Bedeutung nicht bekannt ist - vielleicht eine Zierde ... Die Familie hat zwei eng aneinander stehende Hütten - das Frauen- und das Männerhaus. Wollte ein Ehepaar alleine sein, so ging es in den Wald. Diese alten Bräuche waren einst typisch, heute können sie einwenig aufgelockert sein oder durch viele Kinder kann die räumliche Trennung nicht mehr eingehalten werden, da die Hütten ziemlich klein sind.

Gleich neben den Häusern der Arhuaco liegt meistens ein umzäunter Garten. In ihm wachsen alle Pflanzen, die eine Familie benötigt. Im Schatten der Orangenbäume reift der Kaffee, neben Mais und Zuckerrohr gedeihen die Büsche der Yuca, Melonen wachsen zwischen den Kartoffeln und Bäume mit Granatäpfeln und Mango-Früchten vervollständigen die Gärten der Arhuaco. Wenn man die Gärten sieht, wirken sie ziemlich unordentlich, aber denken wir an die Felder der Irokesen, bei denen Mais, Bohnen und Kürbisse gemeinsam wachsen, so erkennen wir den Grund dieser Unordnung. Die sogenannten Lebenserhalter helfen sich gegenseitig. Die hohen Bäume spenden Schatten für den Kaffee und der Kaffeestrauch sorgt dafür das der Boden nicht austrocknet.

Ein Arhuaco webt seine Kleidung Das ganze Jahr reifen die Früchte, so dass auch fortwährend ausgesät und geerntet werden kann. Vorratswirtschaft wird nicht benötigt. Oft wurden deshalb die Indianer als faul von Weißen bezeichnet. Eine einzige Familie erntet in ihren Garten etwa fünfzig Kilogramm Kaffee. Dieser braucht keine große Pflege, weshalb die Arhuaco auch Viehzucht betreiben. Die Rinder und Schafe weiden in Hochlagen der Gebirge. Während die Arhuaco als Händler unterwegs sind, reifen bei den Hütten die Früchte. Das was sie ernten, ist ausreichend für die Familie.

Sobald eine Indianerin heiratet, ist sie ständig beschäftigt. Eine weiße Frau kommt mit einem Kind manchmal ins Schwitzen, eine Indianerin wird hingegen von fünf Kindern weniger beansprucht. Dies liegt schon an der Erziehung. Indianerkinder sind artiger und haben wesentlich weniger Ansprüche als unsere Kinder. Jedoch hat eine Indianerin keine lange Weile, da sie neben der Erziehung auch noch die Hausarbeit machen und die Ernte einbringen muß. Der Mann bei den Arhuaco richtet das Feld her, erledigt die Aussaat und pflanzt, währenddes die Frau Schafwolle spinnt und diese zu Stoffen für die Kleidung webt. Manchmal helfen die Männer bei dieser Arbeit. Für Mützen und Umhängetaschen werden Fasern der Agave mit langen Nadeln geknüpft. Diese Tätigkeit verrichten die Frauen auch, wenn sie das Haus verlassen und sich mit anderen Personen unterhalten. Agave wird auch von den Männern zur Herstellung von Stricken verwendet.

Einst waren die Arhuaco gute Jäger - heute sind sie auf die Jagd nicht mehr angewiesen.

Die Arhuaco führen ihre Entstehung auf Gottheiten zurück, die in den Bergen wohnen. Auch heute glauben sie noch an ihre Religion, trotz der Taufe durch Missionare. Für die Arhuaco sind Grabstätten heilige und zugleich geheime Orte. Auch als heilige Stätte ist der Wohnsitz des Kakaravicos - der Gott und zugleich Idol ist und in den Bergen wohnen soll. Früher hatten die Arhuaco mehrere Gottheiten. Da wo sich im Glauben der Arhuaco Kakaravico aufhalten soll, sind zahlreiche Gräber und in Felsen eingeritzte Gravuren aus vorspanischer Zeit zu finden. Kakaravico soll der Ahnherr der Arhuaco sein.

Von den Bräuchen der Arhuaco ist nicht viel mehr vorhanden. Jedoch bestimmte Festtage feiern sie auch heute noch. Dazu treffen sie sich im Tal und gehen sogar in die Kirche, wie es die Missionare von ihnen verlangen. Die Feste enden immer in einem Trinkgelage. Die Missionare können den Indianern das Trinken nicht verbieten, da sie selbst gerne einen Trinken. Auf solchen Festen treffen Indianer Freunde mit denen sie trinken, dass er es gar nicht schafft an einen Tag mit allen Freunden anzustoßen. Indianer feiern gerne. Aus einem Tag werden schnell mehr. Die Arhuaco nehmen sich Zeit. Wenn zahlreiche Gäste an Feiertagen kommen, rückt man so zusammen, dass alle Platz bekommen. Lieder, Tänze und Spiele werden zu den Festlichkeiten aufgeführt. Die Tänze und Lieder werden von Flöte, Rasseln und Trommeln begleitet. Alle Altersstufen beteiligen sich an den fröhlichen Liedern und Tänzen. Selbst die Kleinsten werden animiert, damit sie die alten Weisen lernen sollen. Ein Zeremonienmeister überwacht die Tänze, um die Zermonien zu erhalten.

Die Zauberer werden als Mama bezeichnet und haben wie die Kaziken - einst gottähnliche Herrscher - nicht mehr viel zu sagen.

Bei den Arhuaco herrscht Mutterrecht, was in den Namen der Kinder zu erkennen ist. Dieses Recht soll bereits von den Stammvätern ausgegangen sein. Durch den spanischen Einfluß sind diese Namen aber heute fast verschwunden.
 
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