NORD- BIS SÜDAMERIKA
Astronomie
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Die Astronomie der Maya
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Die Maya-Stadt Chichén Itzá im Norden der Halbinsel Yucatan ist wahrscheinlich
455 gegründet worden. Mit mehr als 130.000 Einwohnern wurde Chichén Itzá
zu einem großen Kulturzentrum bevor die Tolteken zu Beginn des 10. Jahrhunderts die
Stadt eroberten.
Die neunstufige Pyramide mit Plattform wurde zuerst von den Spaniern als Burg gehalten, weshalb
sie ihr den Namen El Castello gaben. Das Bauwerk ist an der Basis der Länge nach gemessen
56 Meter lang und 24 Meter hoch. Vier Treppen mit je 91 Stufen in allen Himmelrichtungen
führen hinauf zur Plattform, wo auf der Plattform ein Tempel errichtet wurde.
4 mal 91 + 1 ergeben 365 Tage. Beidseitig der Treppen sind stilisierte
Schlangen zu sehen, die am Treppenfuß zu 1,50 hohen Schlangenköpfen sich aufrichten.
Wenn die Sonne am Westhorizont zum Frühjahrs- oder Herbstbeginn untergeht, werfen die
Strahlen ein sägezahnähnliches Lichtmuster in den Schatten der neun Stufen. Der
Kopf der neunzackigen Lichterschlange endet am Treppenfuß. Mit dem Untergehen der Sonne
löst sich das Schauspiel von unten nach oben auf. Jährlich ziehen diese Ereignisse
Tausende von Besuchern an.
Die Pyramide war wahrscheinlich Quetzalcoatl - die Maya nannten ihn Kukulcán = «mit
grünen Quetzalfedern geschmückte Klapperschlange» - geweiht. Sonnen- und
Schlangengott waren sehr bedeutend - in Verbindung - wohl am meisten.
Opfergaben sind bestimmt an den Schlangenköpfen dargebracht worden. Eingehüllt von
El Castello ist eine ältere Stufenpyramide, in welcher ein Thron entdeckt wurde, der
wahrscheinlich dem Sonnengott geweiht war.
Tagundnachtgleiche war das Datum der Lichterscheinung. Der Termin war für die Landwirtschaft
wichtig - im Frühjahr wurden die Felder bestellt und im Herbst symbolisierte dieser Tag das
Ende der Regenzeit.
Im Regenwald im Norden von Guatemala sind in der Maya-Stadt Uaxactun Bauten zur Sonnenbeobachtung
gefunden worden. Die Maya maßen Himmelserkundung große Bedeutung zu. Mit Hilfe der
Bilderschrift waren die Maya in der Lage ihr kompliziertes Kalendersystem auf Stelen festzuhalten.
Das älteste Datum in Uaxactun ist 328 und jüngste 889. Demnach war die 1916
wiederentdeckte Stadt 561 Jahre bewohnt. In dieser Metropole steht auch die älteste Pyramide
der Maya-Kultur - die Pyramide der Masken. Sie ist dreistufig und rechteckig. Der Baustil
läßt den Einfluß der Olmeken erkennen. Schaut man von der Pyramide nach Osten sieht
man in der Ferne drei Pyramidenruinen auf einer Plattform. Vielleicht markierten die Tempel einst
den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende (linker Tempel), die Tagundnachtgleiche (mittlerer Tempel)
und die Wintersonnwende (rechter Tempel). In etwa hundert Kilometer Entfernung sind noch weitere
Bauten zu erkennen, welche ebenfalls bestimmte Punkte für die Beobachtung gewesen sein
könnten.
Auch in Uxmal sind solche Orientierungshilfen von Interesse, sie markierten vielleicht einst
den südlichen Aufgangspunkt der Venus - dem Morgenstern.
Die Ausrichtung von Bauwerken war bestimmt kein Zufall, diese Anordnung spielte bestimmt im Leben
der Maya eine wichtige Rolle. Die Venus als Morgenstern war zumal eine wichtige Gottheit im
Pantheon der Maya. | |
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