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Die
Indianer
Nordamerikas
 
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Errungenschaften/Astronomie


NORD- BIS SÜDAMERIKA
Astronomie
 

Die Astronomie der Indianer - Die Bedeutung der Astronomie


Astronomie wurde schon seit Jahrhunderten bevor Europäer den amerikanischen Doppelkontinent entdeckten, von vielen indianischen Kulturen betrieben. Sie beschäftigten sich nicht nur mit diesem Thema, sondern besaßen ein umfangreiches astronomisches Wissen.

Zeugnisse dafür gibt es viele. Symbolische Markierungen finden wir an Felswänden, Felsüberhängen, an Holz- und Steinsetzungen wie auch an Orientierungen in Gebäuden. Für Beobachtungszwecke wurden ja sogar regelrechte Observatorien errichtet.

Neben der Beobachtung der Sonne, Sterne und Planeten konnten die Indianer auch Mondfinsternisse exakt vorhersagen. Häuptsächlich waren die astronomischen Kenntnisse für die Landwirtschaft notwendig - ja sogar lebensnotwendig.

Auch soziale und kulturelle Aspekte spielten eine wichtige Rolle. Für zahlreiche Stämme war ein präzises astronomisches Wissen überlebensnotwendig. Oft kamen die Ackerbauern mit knappen Mitteln aus. Um diese minimalen Ressourcen optimal zu nutzen, war Kalenderwissen erforderlich. Die Saat durfte nicht zu früh ausgesät werden wegen der Nachtfrostgefahr und auch wiederum die Früchte nicht zu spät geerntet werden, um nicht durch die Sonne zu verbrennen.

Die Anasazi im Chaco Canyon hatten genau 120 Tage Zeit, in anderen Regionen war der Zeitraum noch geringer. Deshalb mußte die Aussaat auf die Woche genau ausgebracht werden.

Ein präziser Kalender mußte auch Schaltjahre berücksichtigten. Aufmerksame Beobachtung von einem Ort reichte nicht aus. Deshalb wurden künstliche wie auch natürliche Beobachtungspunkte - sogenannte Visierlinien - verwendet, die an mehreren Orten eingerichtet wurden. Die Verfolgung der Jahreszeiten war aber nur über Solstitien (Sonnenwende) und Äquinoktien (Tagundnachtgleiche) möglich.

Das ganze Alltagsleben richtete sich nach diesen Gesichtspunkten aus. Somit waren die Kenntnisse von Jahreszeiten, Sonnenwende, Tagundnachtgleiche von entscheidenden Einfluß für das Überleben des Einzelnen und der ganzen indianischen Gesellschaft.

Ebenso verfügten die Stämme von den Great Plains, Kalifornien wie auch des Südwestens über gute astronomische Kenntnisse. Da diese Stämme allerdings nicht lange an einem Ort verweilten, richteten sie sich nicht nach der Sonne, sondern orientierten sich an jahreszeitbedingen Auf- und Untergängen bestimmter Sternkonstellationen.

Wichtige Tierkreiszeichen waren der Große Wagen und die Plejaden. Sie dienten aber nicht nur zur räumlichen Orientierung ebenso zur Bestimmung der Jahres- und Nachtzeit. Der Beginn und das Ende der Aussaat und der Ernte wie auch der Zeitpunkt von Festen konnten bestimmt werden.

Die Zuni in New Mexico bezeichnen die Plejaden als Samen/Saatgut. Die Navaho richteten sich nicht nur nach der Stellung der Sterne zu bestimmten Jahreszeiten, sie beobachten auch die Licht- und Schattenverhältnisse in den Canyons.

Dem Glauben der Navaho zufolge tragen die Sterne den Himmel. Deshalb haben sie seit 1700 zahlreiche Petroglyphen und Pictographen in New Mexico und Arizona an Felswänden, Höhlendecken und Felsüberhängen hinterlassen, um deren Einsturz zu verhindern. Reale Sternkonstellationen waren es nicht, eher wahllos wurden sogenannte Sterndecken mit einigen Dutzend Sternen aufgemalt.


Der Unterschied zwischen Petroglyphen und Pictographen


Petroglyphen


Die Petroglyphen sind Bilder, die man in den Stein gekratzt, gemeißelt, geschlagen oder gebohrt hat. Diese Technik wurde angewandt, wo Fels (verschiedene Sandsteintypen) von dunklen Mangan- und Eisenkrusten überzogen ist. Die Bilder wirken nicht nur räumlich, sondern sie heben sich wegen des Helligkeitskontrastes vom Untergund ab. Solche Bilder können Jahrhunderte überstehen. Diese Mangan- und Eisenkrusten entstehen durch chemische Reaktionen mithilfe des trockenen Klimas sowie Sauerstoff und Lichteinwirkungen. Ob auch Bakterien und Flechten für den Überzug verantwortlich sind, ist nicht bekannt. Die Herstellung von Petroglyphen erfordert einen großen Zeit- und Kraftaufwand.


Pictographen


Pictographen erfordern hingegen keinen besonderen Kraftaufwand und brauchen nur eine geglättete Wand und die Phantasie bzw. religiösen Anlaß. Um Bilder und Symbole darstellen zu können, werden bestimmte Substanzen benötigt. Nicht nur Farbe, Pinsel oder Hände wurden gebraucht, sondern auch Materialien, die die Farbe an der Wand haften ließ. Man verwendete als Binder Blut, Eiweiß, Pflanzensäfte, Öle, Milch und Honig. Um die Farbe streichfähig zu machen, kamen wiederum bestimmte Pflanzensäfte, Öle oder Urin zur Anwendung. Als Farbe verwendete man für Braun- und Rottöne Hämatit, für Weiß Kalk und Gips, für Schwarz Graphit, Kohle, Mangan und für Blau und Grün Azurit, Malachit oder andere Mineralien. Aber auch pflanzliche Farbstoffe kamen zum Einsatz, die aber sich über längere Zeit zersetzten. Gegen Erosion, Wind und Wetter sind Pictographen empfindlicher und deshalb nur angeschützten Felswänden zu finden.
 
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