MITTELAMERIKA
Hochkulturen
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Die Azteken, die Anfänge
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Das mächtigste Volk der Mesa Central waren die Azteken. 150 Jahren vor der Eroberung
Mexikos durch Hérnan Cortés im Jahre 1519/20 begann der Aufstieg der Azteken zur Macht
und es erfolgte die Entwicklung ihrer Kultur. Die ältere Geschichte der Azteken ist
heute noch von Mythen und Halbwahrheiten verdeckt wie auch bei anderen indianischen
Kulturen. Sicher weiß man heute, dass die Azteken aus dem Norden Mexikos kamen und
Nahuatl-Dialekte sprachen. Die Azteken nannten sich selbst Mexica. Es war der Name eines
ihrer Stammesherose - Mexitli. Nach einer Legende zufolge war die ursprüngliche Heimat
der Azteken eine in einem See gelegene Insel mit dem Namen Aztlan, von der man das Wort
"Azteken" ableitete. Nach einer Überlieferung aus der zweiten Häfte des 12.
Jahrhunderts verließen sie ihre Urheimat und begaben sich auf eine beschwerliche
Wanderung, die erst nach mehreren Jahrzehnten im Gebiet der Seen im Tal von Mexiko endete.
Ihre Wanderung unterbrachen die Azteken mehrmals, um Felder bestellen zu können
und dann die Ernte einzubringen. Diese Arbeit war den Männern vorbehalten, die Frauen
hingegen konnten Kinder während der Wanderpause zur Welt bringen.
Jede 52 Jahre feierten die Azteken den Beginn des höchsten altmexikanischen
Kalenderzyklus mit dem Namen "Neues Feuer". Die allererste dieser Feiern wurde in Coatapec
gefeiert. Die Azteken weilten auch längere Zeit in Tula, bevor sie ihren Weg nach
Süden fortsetzten und endlich in die Gegend kamen, wo ihr Staat entstehen sollte. Vor
den Azteken lebten schon in diesem Gebiet Tepexpan-Menschen, denen weitere indianische
Kulturen folgten, die von einem fruchtbaren Boden und einer reichen Fauna angezogen wurden.
Das Mexikanische Seengebiet, das den Zumpango-, den Xaltocan-, den Texcoco-, den Xochimilco-
und den Chalcosee miteinander verband, ist die größte Wasserfläche Mexikos.
Die Indianer kannten keine Transportmittel auf dem Lande, konnten sich aber auf dem Wasser
fortbewegen und pflegten so zahlreiche Handelsbeziehungen. Die letzten die in das Tal
von Mexiko eindrangen, waren die Chichimeken, die sich an der Nordküste der Seen
niederließen und die Stadt Texcoco gründeten. Sie wurden reich durch den Export
von Salz, das sie aus dem Seewasser gewannen. Colhuacan, ein weiterer bedeutender
Stadtstaat, wurde von den Nachfahren der Tolteken aus Tula bewohnt. Kleinere Stadtstaaten,
mit einer Hauptstadt und Dörfern, in denen Bauern und Fischer wohnten und für
die ökonomische Grundlage sorgten, waren also schon vorhanden bevor die Azteken in
dieses Gebiet kamen. Die Azteken unter Führung von Tenocheo (sie nannten sich fortan
Tenochca) ließen sich auf den Chapultepec-Felsen (Heuschreckenberg) nieder.
Der Berg überragte die gesamte Gegend, weswegen in der folgenden Zeit gegen die
ungebetenen Eindringlinge ein harter Kampf um den Felsen entbrannte. Die Fürsten von
Colhuacan, deren Volk den Nahuastämmen angehörten, erreichten die Oberhoheit
über die Azteken. Diese mußten sich im Colhuacanischen Staat Tizapan ansiedeln,
wo das Seeufer nur so von Kreuzottern wimmelte. Die Kreuzottern wurden das
Hauptnahrungsmittel der Azteken, weshalb sie von ihren Feinden den Beinamen Schlangenfresser
erhielten. Die Azteken mußten an die Stadt Colhuacan Tribut zahlen und dienten im Heer
der Stadt als Söldner. Die Lage der Azteken wurde erst besser als sich der Herrscher
von Colhuacan Coxcox auf einen Krieg mit der Stadt Xochimilco einließ und der Sieg
nur durch die Azteken errungen werden konnte. Die aztekischen Söldner hatten den
Xochimilco-Kriegern ein Ohr abgeschnitten und ihrem Herrscher einen Sack mit den Ohren zum
Beweis ihrer Ergebenheit übergeben.
Der König wollte sich dankbar erweisen und gab seine Tochter den aztekischen
Häuptling zur Frau. Die Azteken bedankten sich und opferten die Prinzessin ihrem
Stammesgott. Sie zogen ihr die Haut ab, der Schamane der Azteken wurde in ihre Haut gesteckt
und hatte die aztekische Frauengöttin Toci darzustellen. Coxcox war nicht begeistert
wie die Azteken mit seiner Tochter umgegangen waren und wollte die Fremden loswerden. Diese
hatten aber rechtzeitig die Gefahr erkannt und flüchteten auf unbewohnte Inseln im
Texcocosee, die sie nach ihrem Häuptling Tenochtitlan benannten. Auf der Insel
Tlatelolco hatten sich schon vertriebene Azteken angesiedelt.
Tenochtitlan wurde 1370 gegründet (erst nahm man an 1325). Für die Azteken gab es
jedoch ein Problem, sie mußten lernen auf dem Wasser zu leben. Sie bauten zu diesem
Zweck im seichten Wasser des Salzsees Flösse aus Schilf und Rohr und holten Schlamm
vom Seeboden herauf und schichteten ihn auf die Flösse. Diese schwimmenden Inseln
wurden »chinampas« genannt und brachten den Besitzern hohe Ernten. Ein zweites Problem der
Azteken war das Trinkwasser, was sie aber auf der Hauptinsel der Stadt im Bezirk des
Haupttempels fanden. Die Quelle war in Stein gefaßt und wurde von den Spaniern bei
der Eroberung Tenochtitlan zugeschüttet.
Tenochtitlan wuchs ständig und es entstanden immer neue Wohnviertel. Die Stadt wurde
von Stammeshäuptlingen regiert. Der erste König, der 1376 den aztekischen Thron
bestieg, war Acamapich. Ihm folgte sein Sohn Huitzilihuitl II. im Jahr 1396. Der
benachbarte Inselstaat Tlatelolco wurde von Cuacuapitzahuan regiert, der Sohn von
Tezozomocs, des Herrschers von Azcapotzalco. Huitzilihuitl II. wollte sich familär
mit dem König Tezozomoc verbinden, denn Azcapotzalco war der mächtigste Staat
der damaligen Zeit im Gebiet der Mexikanischen Seen. Tezozomoc erreichte ein Alter von 106
Jahren und regierte davon mehr als 60 Jahre. Er hatte in seinem Leben unglaublich viele
Kinder gezeugt. Tezozomoc gab Huitzilihuitl II. seine Tochter Ayaxucihuatl zur Frau. Aus
der Ehe gingen zwei Söhne Moctezuma Ilhuicamina und Chimalpopoca hervor. Damit
kauften sich die Azteken teilweise von ihrer Abhängigkeit von Azcapotzalco los. Sie
mußten aber trotzdem weitere Abgaben leisten und im Heer von Azcapotzalco-Tepaneken
dienen, das sich mit dem nächst mächtigen Staat Texcoco im Krieg befand.
1416 bestieg Huitzilihuitls Sohn und Tezozomocs Lieblingsenkel Chimalpopoca ("Rauchendes
Schild") den Thron. Zu dieser Zeit wurde immer noch gekämpft. Chimalpopoca war es, der
die Stadt Tenochtitlan durch einen Deich mit dem Ufer verbannt. Während der Amtszeit
von Chimalpopoca starb im Jahr 1427 Tezozomoc. Der Sohn von Tezozomoc Quetzalayatzin hatte
noch vor dem Tod des Vaters die Herrschaft im Tepaneken-Staat übernommen. Er wurde
aber von seinem jüngeren Bruder Maxtla, ein äußerst brutaler Mensch, um die
Macht gebracht. Eine seiner ersten Taten war die Ermordung Chimalpopocas.
Nun fürchteten die Führer der anderen Städte des Seengebietes, dass ihnen
das gleiche Schicksal durch Maxtla ereilen würde. Die verfeindeten Stadtstaaten kamen
überein ihre Feindseligkeiten beizulegen. Man wollte Maxtla zuvorkommen und überfiel
die tepanekische Stadt Azcapotzalco. Die Tenochtitlan-Azteken übernahmen die
Führung. Für den ermordeten Chimalpopoca wurde einer der Söhne Acamapichs,
Itzcoatl (»Obsidain-Schlange«) eingesetzt. Seine Mutter war die Geliebte Acamapichs - einst
Sklavin auf dem Gemüsemarkt von Tenochtitlan. Itzcoatl brachte es fertig, seine noch
abhängige Geburtsstadt zur bedeutendsten Metropole im Tal von Mexiko und aus den
Azteken unbestrittene Herrscher über die benachbarten Staaten zu machen, denen sie noch
tributpflichtig waren. Itzcoatl war aber nicht in der Lage Maxtla, der die Stadt
Azcapotzalco regierte, mit seinem Heer zu überwältigen. Deshalb ersuchte er die
anderen Staaten und Städte des Mexikanischen Seengebietes - auch weiter entfernt
gelegene Staaten wie Huoxotzing und Tlaxala - um Hilfe. Die Azteken erhielten Hilfe.
Auch die Seeanliegerstaaten und -städte angeführt von Nezahualcoyotl von Texcoco
nahmen den Kampf gegen die Herrschaft Azcapotzalco auf. Der andere Teil der Tepaneken, der
in Tlacopan lebte, war entschlossen sich gegen die tepanekische Vorherrschaft Azcapotzalco
aufzulehnen.
Angeführt von Itzcoatl griffen die Krieger der verbündeten Staaten und Städte
Azcapotzalco an. 50 Stunden dauerte der Kampf bis sie siegten. Die Azteken sowie die
verbündeten Stadtstaaten Texcoco und Tlacopan bildeten einen Dreierbund, der bis zur
Eroberung Mexikos durch die Spanier die gesamte Entwicklung der Mesa Central und das
darumliegende Binnenland entscheidend beeinflußte.
Gegen die Spanier, unter Führung Cortés, hatten die Azteken im Kampf nichts entgegen
zu setzen. | |
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