MITTELAMERIKA
Hochkulturen
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Die Azteken, Die Stadt Tenochtitlan
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Die Stadt Tenochtitlan war auf einer Insel eines Sees erbaut worden und besaß bei
der Ankunft der Spanier eine Fläche von ungefähr 750 Hektar. In vier Stadtteilen
und der einverleibten Stadt Tlatelolco lebten 250.000 Menschen, also mehr als in
nirgendeiner europäischen Stadt in dieser Zeit. Die Stadt war von Kanälen
durchzogen über denen Brücken erbaut worden waren. Den Personen- und
Lastenverkehr auf den See und in den Kanälen wurde mit mehr als 50.000 Kanus
realisiert. Im Zentrum von Tenochtitlan befand sich die bewachte Kaiserstadt, in der das
Zentralheiligtum stand. Der Nationaltempel (teccalli) lag über ihm und war
Huitzilopochtli geweiht. Der Tempel hatte eine Höhe von 30 Metern. Auf seiner Spitze
standen zwei Heiligtümer. Auf dem einen thronte die Statue des Sonnen- und
Kriegsgottes, der eine Kette menschlicher Herzen aus Gold und Silber trug. Das zweite
Heiligtum war dem Regengott Tlaloc geweiht. Im Huitzilopochtli-Tempel wurden auch Menschen
geopfert. Am Hauptplatz gab es noch zwei weitere Tempel für Quetzalcoatl und
Tezcatlipoca.
Nicht weit entfernt vom Nationalheiligtum waren die Paläste der Herrscher errichtet:
Die Residenz Montezumas und der Palast seines Vorgängers Axayacatls. Der Palast
Montezumas war im Innern geschmückt mit Holzschnitzereien, Federschmuck und Fellen.
Der Hauptraum war der Beratungsraum, der verhältnismäßig einfach
geschmückt war. Alle weiteren Räume waren wieder prächtig ausgestattet,
sowohl die Schlafzimmer und Salons der zwei Frauen Montezumas wie auch die Zimmer seiner
vielen Geliebten.
Im Palast waren auch die Schätze Montezumas aufbewahrt. Dazu gehörten die
Tribute, die an die Azteken zu zahlen waren, Umhänge aus Federn seltener Vögel,
besonders große Edelsteine und Goldschmuck.
In einem Palastraum befand sich ein großer Vogelkäfig. Für ihn wurden die
schönsten Vögel aus ganz Mexiko von Untertanen des Herrschers gebracht. 300 Diener
waren beauftragt, sich um diese Vogelsammlung zu kümmern. Außer diesen
Vogelkäfig gab es im Palast noch ein Tiergehege. In ihm waren Jaguare, Ozelots wie auch
Schlangen untergebracht. In den aztekischen Vorstellungen spielten Schlangen eine bedeutende
Rolle. Die Schlangenkäfige waren aus Holz gefertigt und mit Federn wertvoller
Vögel ausgelegt. Ferner gab es am Hofe Montezumas noch eine Sammlung besonderer
Menschen. Dazu gehörten Zwerge, besonders grausam entstellte und verstümmelte
Menschen. Für die Unterhaltung Montezumas waren Artisten, Akrobaten und Narren
zuständig. Montezuma wurde von mehreren hundert Wächtern und Dienern umsorgt.
Bedient bei Tische wurde er von schön gewachsenen Mädchen, die unter dem Volk der
Azteken und hörigen Stämmen ausgesucht worden. Montezuma galt als Feinschmecker.
Besonders liebte er das Fleisch von Waldtieren, was er auch roh verzerrte, das Fleisch
junger Hunde und Fisch, der täglich frisch geliefert wurde. Als Getränk wurde
chocolatl gereicht, welcher aus Kakaobohnen hergestellt und Montezuma in einem goldenen
Pokal gereicht wurde.
Ganz besonderen Wert legte Montezuma auf seine Kleidung. War die Kleidung noch so
schön, so zog sie Montezuma immer nur ein einziges Mal an. Auf seiner Stirn trug
ein goldenes Diadem. Montezuma rauchte aus einer goldenen Pfeife.
Diesen Reichtum wollte Cortés und seine Konquistadoren. Deshalb töteten sie Montezuma
und machten Tenochtitlan den Erdboden gleich. Alles was von der Stadt übrigblieb, ist
begraben unter dem heutigen Mexiko City. Der See wurde trockengelegt. Die Gestaltung
Tenochtitlan wurde von der politischen und sozialen Führung der Azteken geleitet.
Ursprünglich war Tenochtitlan ovalförmig und drei Wege führten zum Festland.
Der Stadtkern war durch Stadtmauern, die mit Schlangenmotiven versehen waren, eingefriedet.
Vier Stadttore waren nach allen Himmelsrichtungen ausgerichtet. Von jedem Tor führte
eine Straße, drei waren auf Pfählen errichtet, zum Festland. Tenochtitlan war
quadratisch aufgeteilt, um das Ufer in diese Konzeption einzupassen, wurden schwimmende
Beete, sogenannte chinampas, als Ausgleich hergestellt.
Die Häuser waren harmonisch aufgeteilt. Angehörige höherer Schichten
bewohnten Häuser, die einstöckig waren und bis zu fünfzig Räume
besaßen. Die Decken der Häuser waren flach. Im Innern des Hauses lag ein
quadratischer Hof (Patio). Zur Straße gab es weder Fenster und Türen, die
einzelnen Wohn- und Wirtschaftsräume wurden vom Innenhof erhellt. Inmitten des
Innenhofes stand ein Tempel für die Hausbewohner.
Die aztekische Architektur zeichnet sich durch Größe, Strenge und Erhabenheit
aus. Als Material wurde tezontle - vulkanisches Gestein, Blutstein - verwendet.
Prototyp der aztekischen Baukunst soll die Pyramide von Tenayuca sein. Dieser Bautyp ist
im Haupttempel von Tenochtitlan zu finden. Tenayuca soll nach der Eroberung Tulas das
Zentrum der toltekischen Kultur geworden sein.
Tradition war bei der Architektur, dass abgeschrägte Mauern und horizontale
Flächen sich abwechselten. Die Pyramide verjüngte sich nach oben und wurde
gekrönt von einem Altar und einem Tempel. Diese Bauweise wurde praktiziert, da nach
religiösen Grundsätzen der irdische Wohnsitz der Gottheiten so hoch wie
möglich liegen sollte. Es wurde darauf wert gelegt, dass der Eindruck einer unendlichen
Höhe entstehen sollte. Dies erreichte man durch perspektivische Treppen, die so
angelegt waren, dass Höhe, Raum und Masse verstärkt wurden. | |
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