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| Sie sind in: Stämme |
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Blackfoot - Siksika, ein Prärie-Stamm |
Die Blackfoot = Schwarzfüße - indian.: Siksika (nicht verwechseln mit den
Zweigstamm der Dakota, den Blackfeet). Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie und
tragen ihren Namen von der Schwarzfärbung der Mokassins durch die Asche von
Präriefeuer (wahrscheinlich wurden sie auch absichtlich schwarz gefärbt). Die
Blackfoot lebten im Nordwesten der Prärien östlich der Rocky Mountains. Ihr
Stammesgebiet erstreckte sich im Norden tief hinein in die Provinz Alberta in Kanada und
bis nach Montana (USA) im Süden. Sie unterteilten sich in mehrere Untergruppen, zu
denen die mächtigen Nord- und Süd-Piégan, die Blood (Kainah) und die Blackfoot
gehörten.
Die Blackfoot wehrten sich erbittert gegen das Eindringen feindlichen Stämme und
auch gegen die Weißen. Unter ihrer Schutzherrschaft standen die Gros Ventros
(Atsina) und der kleine Stamm der Sarsi, die der Déne-Sprachfamilie zugeordnet werden.
Die Stämme waren in verschiedene Unterstämme gegliedert, die von einem
gewählten Häuptling und Sonnenpriester (Mina maska) angeführt worden.
Jeder dieser Unterstämme unterstand außerdem einer Hauptversammlung (Exkinoya),
die einmal im Jahr während des religiösen Sonnentanzes (Sun Dance) zusammentrat.
Die Männer der Blackfoot wurden in Bünde zusammengefaßt, die aus sieben
Rängen bestanden. Die Mitgliedschaft in den Bünden wurde durch besondere
Abzeichen ausgedrückt und war mit bestimmten Vorrechten verbunden. Der siebente Rang
war zugleich der qualitativ höchste und erlaubte den Zutritt zur Ratsversammlung. Den
sechsten Rang bildeten die Häuptlinge und Unterhäuptlinge der Stämme und
Unterstämme, die die exekutive (vollstreckende) Polizeigewalt und legislativen
(gesetzgebende) Ratsbeschlüsse ausführten. Der fünfte Rang war für
die Jagd und die Auswahl des Lagerplatzes zuständig und verantwortlich. Die vier
untersten Ränge bildeten die Krieger. In jedem Rang dieser Rangs mußte ein
Krieger vier Jahre gedient haben, um je nach ihren Taten und Fähigkeiten in den
nächsthöheren aufzusteigen.
Die Blackfoot waren von großer muskulöser Statur, hatten lange schwarze Haare
und besaßen große Augen. Sie kleideten sich in weiche Lederanzüge, die
aus Antilopen-, Büffel- oder Hirschleder bestanden. Ihre Behausung war das
Tipi. Eine Dauerbehausung sowie den Ackerbau kannten die Blackfoot nicht - das Sammeln
von Tabak für zeremoniale Zwecke bildete eine Ausnahme.
Die Lebensweise der Blackfoot geht auf eine Zeit zurück, wo sie noch zwischen den
Quellflüssen des Saskatchewan River lebten und weder das Kanu und das Pferd kannten.
Auch ihre Bewaffnung war primitiv. Nach der Hochzeit zog ein Paar in das Zelt des Mannes.
Das Pferd hielt 1730 Einzug als Schoschonen die Piegan überfielen. Von diesen
Zeitpunkt an galt Pferdediebstahl als höchste aller Tugenden. Die Blackfoot waren
bald bekannt für ihre großen Pferdeherden, die sie selbst »Elchhund«-Herden
nannten. Je nach wieviel ein Mann Pferde besaß, entschied über seinen
sozialen Status. Unter fünf Pferde gehörte er zur unteren Klasse und wenn er
mehr als 40 Pferde besaß, galt er als reich. Den Bestand an Pferden konnte ein
Krieger nur im Kampf bzw. durch Stehlen von Pferden bei Nachbarstämmem erhöhen.
Hatte ein Mann eine größere Familie zu ernähren und besaß nur
wenige Pferde, konnte er durch eine Pachtgebühr Tiere ausleihen.
Die Blackfoot waren ein ausgesprochenes Prärievolk, welches in einem Gebiet lebte,
dass reich an Büffeln, Antilopen und Rehwild war und sich gut zur Pferdezucht
eignete. Als im Jahre 1750 die ersten weißen Pelzhändler bei den Blackfoot
waren, besaßen sie bereits Pferde. Sie kannten aber zu diesem Zeitpunkt keine
Schußwaffen der Weißen, hatten sie jedoch 20 Jahre später.
Nun konnten sie die immer wieder in ihr Territorium einfallenden Nachbarstämme, die
auf neue Ländereien, Beute und Skalpe aus waren, zurückdrängen und selbst
zum Angriff übergehen. Die Blackfoot waren ihren Feinden nicht nur an Zahl der Pferde
und Waffen überlegen, sondern auch in ihrem taktischen Geschick. Bei ihren
Raubzügen drangen sie nach Norden und Süden bis an die mexikanische Grenze
vor. Sie machten auch nicht vor den Fleathead und Kutenai halt.
Die Blackfoot standen ständig im Krieg mit ihren Nachbarn, den Assiniboin, den Cree,
den Cheyenne, den Crow, den Ojibwa, den Schoschonen, den Sioux sowie den Kutenai und
Flatheads (beide Felsengebirgsplatau), aber auch gegen die Engländer, Franzosen,
Amerikanern, Trapper und Pelzgesellschaften (Hudson´s Bay Company, der schottischen
Northwest Company, American Fur Company) wurden unerbittliche Kämpfe geführt.
In späteren Jahren erhielten zwei englische Handelsgesellschaften die Erlaubnis
auf dem Gebiet der Blackfoot Stationen zu errichten.
Die Bevölkerungszahl der Blackfoot wird im Jahre 1830 ereicht auf 18.000
Stammesangehörige geschätzt. Zu dieser Zeit verhinderten sie immer noch
erfolgreich das Eindringen von Trappern auf ihrem Gebiet.
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| BLACKFOOT-UNTERSTÄMME |
| Blood |
(= indianisch: Kainah).
Die Blood sind ein Stamm der Blackfoot-Algonkin und bewohnten ein Gebiet in den Vereinigten
Staaten. Sie brauchten nicht so zu Leiden unter Hunger und den Blattern wie ihre
Piégan-Vettern. Ihre heutige Heimat ist Kanada, wo sie Viehzucht betreiben und
Pelztierjäger sind. |
| Piegan |
Zu den Piegan bitte hier klicken. |
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| Einige geschichtliche Ereignisse |
| 1832 |
greifen die Blackfoot das große Trappertreffen bei
Pierre´s Hole an und erhalten von den Trappern mit ihren zielsicheren Gewehren eine
verlustreiche Niederlage. 20 Jahre lang unterlassen die Blackfoot daraufhin Angriffe auf
die Weißen. |
| 1836 |
brachen bei den Blackfoot die Blattern aus, die
gefürchtete Krankheit der Weißen. Diese Seuche hatten plündernde
Stoßtrupps eingeschleppt als sie von Streifzügen jenseits der Ostgrenze
heimkehrten. Mehr als die Hälfte der Stammesangehörigen starben. 1845 und 1857
wütete die Seuche erneut und verringerte die Bevölkerung auf ein Drittel ihrer
einstigen Anzahl. |
| 1855 |
schlossen die Blackfoot mit ihren Feinden den Gros
Ventre, Flathead, Kutenai, Nez Percé und Gouverneur Stevens von Montana ein
Friedensvertrag. |
In der 2. Hälfte
des 19. Jh. |
verkaufen Handelsgesellschaften an die Blackfoot trotz
Verbots Alkohol. Als Gegenleistung verlangen sie gestohlene Pferde und Rinder, was die
Häuptlinge mit aller Macht verhindern wollen, um keinen Krieg auszulösen. |
| 1864 |
kam es zu Ausschreitungen junger Krieger, die von
skrupellosen Händlern mit Feuerwasser zum Ungehorsam gegen die Häuptlinge
überredet worden. Daraufhin brach die Stammesführung zusammen und Prostitution
und Ausschreitungen jeglicher Art waren die Folge. |
| Ab 1868 |
sorgten die Rancher und Siedler von Montana mit dem
Faustrecht für Ordnung, was die US-Armee zum Eingreifen veranlaßte. |
| 23.01.1870 |
wurden das Zeltlager der Süd-Piégan, welches von
den Häuptlingen Bear Chief und Red Horn geführt wurde, von Colonel Baker und
seinem zweiten Kavallerieregiment im Morgengrauen angegriffen und vernichtend geschlagen.
Die meisten Blackfoot, die das Massaker überlebten, wanderten nach Kanada aus. Die
Blackfoot, die in den USA blieben, wurden im nördlichen Montana im Piégan-Reservat,
das Mitte der 60er Jahre für die Süd-Piégan errichtet worden war, angesiedelt.
Die nach Kanada geflohenen Blackfoot fielen fast 14 Jahre lang in Montana ein, um
Büffel zu jagen, die es dort noch ausreichend gab. |
| 1883 |
blieben bei den Blackfoot die Büffel aus und eine
große Hungersnot bricht aus, bei der viele Blackfoot verhungern. Die Regierungen
Kanadas und der USA versorgen sie Lebensmitteln. 1937 lebten in Montana mehr als 2.400
Blackfoot und in Kanada (Alberta) mehr als 2.200. |
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