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Die
Indianer
Nordamerikas
 
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Geschichte vor Kolumbus


 

Cahokia - Die einzige prähistorische Stadt Nordamerikas


Cahokia Um 1.500 v. Chr. waren im nordöstlichen Waldland Indianer an manchen Orten dazu übergegangen ihre Toten auf Hügelkämmen bzw. -kuppen mit Grabbeigaben, wie Schmuck, Werkzeugen u. ä. zu bestatten. Vereinzelte Gruppen hatten sogar schon begonnen nach der Bestattung einen kuppelförmigen Erdhügel über den Gräbern zu errichten. Etwa 500 Jahre später - also um 1000 v Chr. - entwickelte sich aus dieser Bestattungsmethode die Adena-Kultur.

Im Ohio-Tal, New York und Neuengland breitete sich die neue Kultur aus. Die Völker jagten und sammelten Wildpflanzen zwar immer noch, doch sie begannen zeitweise oder auch für immer sich in Dörfern niederzulassen und Wasserholunder, Sonnenblumen und Flaschenkörbis zu kultivieren. Der Mais war ihnen jedoch noch unbekannt, was die Bevölkerungszahl gering hielt. Sie errichteten kreisförmige Erdwälle und große Hügel. Zahlreiche Gebrauchs- und Kunstgegenstände wurden aus Kupfer und Glimmer hergestellt.

Als um 200 der Mais, welcher wahrscheinlich aus Mexiko oder dem Südwesten kam - Einzug hielt, stieg die Bevölkerungszahl sprunghaft an und es entstand eine neue Kultur - die Hopewell. Diese Kultur ist benannt wurden nach dem Namen des Besitzers des Landes, auf dem der größte Erdhügel im Ohiotal entdeckt wurde. Die neue Kultur trat an die Stelle der Adena-Kultur. Sie breitete sich in den alten wie auch neuen bäuerlichen Siedlungen entlang der Flußläufe im Osten und des Mittelwestens aus. Bis 500 gab es diese Kultur, die viel bedeutender als die Adena-Kultur wurde und mehr erstaunliche Erzeugnisse hinterließ.

Sie errichteten große rituelle Zentren mit kegel- oder kuppelförmigen Begräbnishügeln. Ein solcher Hügel war bis zu 10 Metern hoch und hatte einen Umfang von bis zu sechzig Metern. In diesen Zentren lebte die religiöse und politische Führungsschicht. Außerhalb waren die oval-förmigen Wigwams der gemeinen Bevölkerung errichtet.

Die Hopewell-Indianer begannen ein Handelsnetz aufzubauen. Damit konnten Produkte und Erzeugnisse aus dem Gebiet der Großen Seen, von der Atlantikküste wie auch aus den Rocky Mountains ... getauscht werden. Gebrauchsgegenstände, zeremonielle Objekte, Werkzeuge, andere Geräte wie auch Schmuck wechselten somit den Besitzer.

Cahokia - Ansicht, wie es einmal ausgesehen haben könnte Das Gesellschaftssystem der Hopewell-Indianer war hochentwickelt. So gab es ein festes religiöses System nachdem die Gesellschaft in Herrscher, die als Privilegien ihr Amt erbten, und Kasten teilte. Ferner gab es Spezialisten wie Künstler, Händler und Metallhandwerker. Dies machte es erforderlich die Geschicke der Gemeinschaft genau zu planen und zu lenken.

Nach 500 begann die Hopewell-Kultur auf der Stelle zu treten. Es ist nicht bekannt, was geschehen war und warum. Die künstlichere Qualität ließ nach und es wurden weniger Grabhügel errichtet. Dafür errichtete man jetzt gewaltige Hügel in Form von Vögeln, Schlangen, anderen Tieren und von Menschen. Diese Bauwerke hatten rituelle Bedeutung. In den Flußtälern bildeten sich neue Gruppen. Ihre Kultur wechselte genau wie ihre Ideen. Aber um das Jahr 700 setzte sich eine Gruppe an die Spitze und wurde die Führungsmacht aller anderen Mississippi-Indianer. Sie bauten eine neugezüchtete ertragreiche Maissorte an, weshalb die Bevölkerungszahl schnell zunahm. Neue große Städte, wie Moundsville, Etowah, Spiro und Ocmulgee entstanden zwischen dem Atlantik und Arkansas und Oklahoma. Die Erdhügel in den Zentren erreichten eine noch nie gewesene Größe. Auf den abgeflachten Plattformen wurden Tempel und Häuser für die Herrscher und religiösen Führer errichtet. Hier wurden zahlreiche Rituale und Festlichkeiten abgehalten. Wenige Hügel waren für Bestattungen vorgesehen. Unterschiedlichste Gegenstände brachten Händler aus allen Richtungen des Kontinents mit, so z. B. Gold, Silber, Glimmer, Quarzkristalle, Obsidian, Schalen von Meeresschnecken...

Der Handel hatte zur Jahrtausendwende die Völker des Kontinents näher gebracht. Zentrum dieses Güteraustausches und der Mississippi-Kultur war die bedeutende Stadt Cahokia - die 5 Kilometer vom Mississippi entfernt gegenüber der heutigen US-Stadt San Louis lag. Es war die größte und einzige Stadt des nordamerikanischen Kontinents zu dieser Zeit. Erst im 18. Jahrhundert gab es in den Vereinigten Staaten wieder eine Stadt - Philadelphia. - Sie war größer. Cahokia war siebenhundert Jahre bewohnt gewesen - von 850 bis 1150 war sie das Zentrum der Mississippi-Kultur.

13 Kilometer war das Stadtgebiet von Cahokia. Hunderte große und kleine abgeflachte Pyramiden sowie Erdhügel wie auch Wohnhäuser hatte man errichtet. Über 10.000 Menschen lebten in der Stadt und mehrere Tausend in der Umgebung. Die in der Stadt lebende Elite wurde von Bauern, Jägern, Baumeister, Händlern, Künstlern und anderen Fachleuten mit Lebensmitteln und anderen Gütern versorgt.

An der Spitze dieser Elite stand der Herrscher - die Große Sonne. Er bewohnte mit seinen Verwandten die größte Plattform auf dem höchsten Hügel. Dieser Hügel ist unter dem Namen Monks Mound bekannt, der zehn Stockwerke besaß und dessen Grundfläche größer ist als jede andere Pyramide in Ägypten oder Mexiko. Von der Monks Mound-Pyramide herrschte die Große Sonne über das gesamte Volk der Mississippi-Kultur.

Cahokia - Sonnenkalender Die Mississippi-Kultur dehnte sich aus. Dies geschah entweder friedlich oder mit Gewalt. Prunkvolle Zentren der Tempelhügelbauer entstanden zwischen Texas bis Florida. Gemeinsame Rituale, Symbole und Bräuche, wie das Reinigungsritual mit dem Schwarzen Trunk spielten eine wichtige Rolle. Als die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert nach Nordamerika vordrangen, war Cahokia bereits eine Geisterstadt - die Bevölkerung hatte das religiöse Zentrum aufgegeben.

Grund für die Aufgabe könnte das Problem der Ernährung gewesen sein. Weiter im Süden existierten noch die Tempelbauer-Nationen, wie die Cherokee, Coosa, Choctaw, Chickasaw, Muskogee, Mobile, Quapaw und Timucua als die europäischen Eindringlinge Nordamerika betraten. Bei diesen Völkern war auch kein Anzeichen des Niedergangs erkennbar. Selbst noch im 18. Jahrhundert konnte man am unteren Mississippi auf einen erstaunlichen Hügelbau treffen, wo ein Häuptling als Gott - Große Sonne - verehrt und in Sänften getragen wurde. Dieses Volk war die Nation der Natchez. Die «Große Sonne» war der letzte Herrscher seines Volkes - die Hügelbauern der Natchez. Im Süden war der Einfluß der Mississippi-Kultur am stärksten. Im Gebiet der Großen Seen und im Nordosten hatten nach der Hopewell-Kultur um 500 bis 700 zahlreiche Stämme an Einfluß gewonnen, so die Irokesen.
 
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