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Chaco Canyon und seine Außenposten
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Der Chaco Canyon* liegt beinahe im Zentrum des San Juan Beckens im Osten des Colorado
Plateaus im US-Bundesstaat New Mexico. Er ist etwa 40 Kilometer lang, 45 bis 150 Meter tief
und hat eine Ausdehnung an der breitesten Stelle von etwa 600 bis 1.000 Metern. Der Chaco
Canyon ist eines der trockensten Gebiete des Südwestens, da nur etwa 230 Millimeter Regen
im Jahresdurchschnitt fällt.
Der sich im Chaco Canyon befindliche Fluss trägt den Namen des Berges, durch dessen Tal er
fließt - Chaco River. Er führt die wenigste Zeit im Jahr Wasser und dies war auch zur Zeit
der Anasazi so. Aber der Chaco Canyon war für die Anasazi das Zentrum ihrer Kultur. Das
Kerngebiet der Anasazi-Kultur ersteckte sich auf einer Länge von 15 Kilometer, in dem sich
13 sogenannte Großhäuser - 9 im Canyon und 4 auf der Hochebene - befinden.
Diese Großhäuser wurden in der Zeit zwischen 850 bis 1130 erbaut. Sie hatten bis
zu fünf Stockwerke und bis zu 650 Räume - so der Pueblo Bonito, der auch noch eine
12.000 Quadratmeter große Fläche aufweist und in seiner größten Ausdehnung
154 Meter lang ist. Pueblo Bonito ist eines der größten Bauwerke der historischen
Zeit in Nordamerika. Die anderen Großhäuser sind in wenigen Jahren errichtet wurden
oder über einen längeren Zeitraum. Manche von ihnen wurden auch immer wieder erweitert.
Neben diesen 13 Großpueblos sind außerdem auf einem Geläde von etwa 88
Quadratkilometern mehr als 3.000 weitere, aber kleinere Häuser entstanden, die bis zu 20
Räume besitzen. Für die Anasazi war der Chaco Canyon das Zentrum ihrer Kultur, weshalb
sie von hier aus ein ausgedehntes Straßensystem einrichteten. Es besaß eine Länge
von etwa 600 Kilometer - vielleicht auch mehr? Die Straßen hatten eine Breite von 9 Metern,
die Nebenstraßen nur 4 Meter. Sie waren zum Teil mit Steinwällen eingefaßt und
führten in gerader Linie über Land, Täler und Steinklippen.
Störende Steine räumte man weg, in Klippen wurden Treppen gehauen und aus Holz
Konstruktionen für den Aufstieg befestigt. Viele der etwa 150 Außenposten, die bis
zu 200 Kilometer von Chaco entfernt lagen, konnten mit diesem Straßennetz erreicht werden.
Die Außenposten hatten den gleichen Baustil wie in Chaco. Die Blütezeit der Anasazi
begann und endete im Chaco Canyon. Wie groß der Einflussbereich der Anasazi war, ist
abhängig von welchen Kriterien man ausgeht. Rechnet man wie weit der Einfluß der
Architektur der Anasazi geht oder wie weit sich ihr Straßensystem ausdehnt, so kommt
man auf unterschiedliche Zahlen (350 x 200 = 70.000 Quadratkilometer oder 400 x 300 =
120.000 Quadratkilometer).
Die meisten Räume der Häuser sind nur kurz oder gar nicht bewohnt gewesen. Vielleicht
dienten die Räume bei Prozessionen als Unterkunft. Wären die meisten Räume der
Großhäuser bewohnt gewesen, so brauchte man auch viele Nahrungsmittel. Und wo kam
die Nahrung her? Von den Außenposten? Die Straßen sind vielleicht auch nur zu
zeremoniellen Zwecken angelegt wurden und dienten als Pilgerstraßen für wiederkehrende
Rituale oder Feste. Heute geht man davon aus, dass 1.500 bis 5.000 Personen im Chaco Canyon zur
gleichen Zeit gelebt haben.
Vielleicht dienten die Straßen auch für Kommunikationszwecke. Tagsüber eilten
Boten über die Straßen, nachts gab man Rauch-, Spiegel- oder auch Feuerzeichen. Ob
die Straßen auch für den Transport von Handelsgüter dienten, ist nicht bekannt,
da die Indianer weder Wagen noch Lasttiere kannten. Der Chaco Canyon, so vermutet man, wird ein
Verteilungs- und Handelszentrum gewesen sein, deshalb die vielen Räume, in denen vielleicht
Nahrungsmittel gelagert wurden und zum Einsatz kamen, wenn es zu schlechten Ernten oder
Naturkatastrophen kam.
Wie das Verhältnis zwischen den Großhäusern und den kleineren Pueblos war, ist nicht
bekannt. Gab es eine Klassengesellschaft, Ranggruppen oder eine herrschende Elite, wie
Priester? Man kann wohl davon ausgehen, wegen der zum Teil stattlichen Bestattungen.
Waren diese höher gestellten Personen für Zeremonien oder für die Organisation
von Projekten verantwortlich, so wie die übrige Bevölkerung für die Nahrung, den
Transport oder Weiterverarbeitung der Güter betraut war.
Für den Bau der Großhäuser wurden enorm viele Baumstämme verwendet, die anfangs
aus nahe gelegenen Wäldern kamen und als diese verschwunden waren aus weiter entfernten
Waldregionen (die Stämme wurden aus 40 bis 100 Kilometer Entfernung und einem Duchmesser
von bis zu 68 Zentimeter Dicke) herangeholt werden mußten. Wie die Stämme transportiert
wurden sind, ist nicht bekannt, aber der Landweg oder mit dem Fluß sind die einzigsten zwei
Möglichkeiten. Für den Bau der Häuser waren Steine verwendet wurden, die ebenfalls
aus großen Entfernungen herbeigeschafft werden mußten wie auch Sand, Lehm und Wasser
für den Mörtel und den Putz.
Die Großhäuser mußten detailliert geplant wurden sein. Dies spricht für
die Lage der Pueblos sowie der Straßen. Für die Häuser war eine bestimmte Lage
gewählt wurden, die auch genaue geometrische Bedingungen erfüllten. Zwischen den
Großhäusern herrschte Sichtkontakt. Die Anasazi orientierten sich beim Bau der
Pueblos an Mauern und bestimmten Achsen der Himmelrichtungen. Dies könnten religiöse
Gründe gewesen sein, die beim Bau der Großhäuser eine wesentliche Rolle gespielt
haben könnten. Die Ausrichtung der Gebäude und Straßen könnte eine kosmische
Karte darstellen, aber ebenso könnten funktionelle Vorteile angestrebt wurden sein. Durch
Erhöhung der hinteren Seite und entsprechender Lage der Großhäuser konnte man
sie im Winter bei sehr niedrigen Temperaturen als Sonnenkollektor nutzen, um so den ganzen Tag
maximale Wärme aufnehmen zu können. Im Sommer boten die höheren Mauern Schatten
gegen die sengende Sonne.
Die Kunst der Anasazi im Chaco Canyon entspricht die der anderen Anasazi-Stätten.
Ob der Chaco Canyon für die Anasazi Waren- oder Verteilungszentrum oder Heimat großer
politischer oder religiöser Persönlichkeiten oder rituelles Zentrum/Pilgerstätte der
umliegenden Anasazi-Dörfer oder Hauptstadt eines ausgedehnten Staates und zugleich
tributpflichtes Zentrum der Kolonnien oder zentraler Teil, der alle Anasazi-Zentren
miteinander verband, war, ist nicht bekannt. Es gibt nur diese oder jene Mutmaßung. Uns
kann nur die Archäologie oder eine andere Wissenschaft, die sich mit der Forschung der
Natur (Völker) befaßt, helfen.
* = Manchmal wird in der Literatur der Chaco Canyon kurz nur Chaco genannt.
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HIER EINIGE DER GROSSHÄUSER IM CHACO CANYON KURZ VORGESTELLT:
14 Großhäuser - 10 im Canyon - 4 auf der Hochebene
In unterschiedlichen Quellen werden z. T. auch andere Pueblos aufgeführt. Pueblos
sind entsprechend gekennzeichnet |
| NAME |
BESCHREIBUNG |
Casa Chiquita |
Casa Chiquita kommt aus dem Spanischen und bedeutet "sehr kleines Haus". Es
wurde von 1100 bis 1125 erbaut. Casa Chiquita ist ein dreistöckiges Pueblo, bestehend aus
mehr als 50 Räumen und 2 Kivas. |
Casa Rinconada**
| Casa Rinconada soll im Spanischen "Haus in einer Ecke" heißen. Es wurde um 1075 bis
1100 erbaut. Casa Rinconada ist über 19 Meter breit, bis 5 Meter tief und hat einen
Tunneleingang. Es besitzt das größte Kiva im Chaco Canyon. Nahe Casa Rinconada
befinden sich noch 50 kleinere Pueblos mit einigen Kivas. |
Chetro Ketl |
Der Name soll Regenpueblo bedeuten. Chetro Ketl ist zwischen 1010 bis 1054 errichtet
wurden. Im Jahr 1100 ist das Pueblo erweitert wurden. Das Pueblo hat wie andere
Pueblos einen D-förmigen Grundriß und an seiner Rückseite sind mindestens 3 Stockwerke
vorhanden. Chetro Ketl besitzt etwa 500 Räume und 16 Kivas. Für den Bau des gesamten
Pueblos sind 26.000 Bäume und mehr als 50 Millionen Steine verbaut wurden. |
Hungo Pavi |
Sein Name ist unbekannt. Erbaut wurde das Pueblo 1000 bis 1075. Auch es hat einen
D-förmigen Grundriß, besitzt 3 Stockwerke und zwei große Kivas. |
Kin Kletso |
Das Wort Kin Kletso kommt aus der Navaho-Sprache und bedeutet gelbes Haus. Das Pueblo ist
in zwei Phasen um 1125 und 1130 errichtet wurden. Die Bauweise des Pueblos ist rechteckig.
Kin Kletso hat 100 Räume und fünf Kivas. |
Kin Nahasbas** |
leider nichts zum Pueblo gefunden. |
New Alto |
Das Pueblo New Alto ist zwischen 1100 und 1125 erbaut wurden und besitzt 58 Räume. Es
ist zweistöckig und hat einen quadratischen Grundriß. |
Penasco Blanco |
Penasco Blanco ist ein Begriff aus der spanischen Sprache und bedeutet "weißes
Kliff". Die ersten Räume wurden um 900 erbaut, Erweiterungen gab es ab 1050. Eine
größer angelegte Bauphase fand zwischen 1075 und 1095 statt. Nochmals baute man 1125 am
Pueblo. Penasco Blanco hat einen ovalen Grundriß, ist dreistöckig, besitzt mehr als 160
Räume und nur zwei Kivas. Im Norden befindet sich nur 10 Meter vom Großhaus entfernt ein
kleiner Bau, der um 1100 errichtet wurde. |
Pueblo Alto |
Pueblo Alto besitzt einen D-förmigen Grundriß und wurde von 1020 bis 1140 errichtet. Es
ist nur einstöckig, besitzt aber rund 100 Räume, die bis 4,60 hoch sind. Ferner
hat das Pueblo 11 Kivas aufzuweisen und riesige Abfallhaufen. |
Pueblo Bonito |
Wenn man aus Richtung des Canyon de Chelly kommt und weiter nach Osten unterwegs ist,
dann stößt man irgendwann auf den gewaltigen Komplex des Pueblo Bonitos. Pueblo Bonito
ist ein Großhaus der Anasazi mit rund 650 (800*) Räumen, vier bis fünf Stockwerke
hoch und mit gewaltigen Mauern, welches zwischen 919 und 1085 erbaut wurde. Es ist das
größte, schönste und sogleich eindruckvollste mehrstöckigen
Wohnhäuser des vorkolumbischen Nordamerikas, dass in seiner Grundfläche so groß
sein soll, wie das Capitol in Washington. Pueblo Bonito steht im Tal des Chaco Canyon und
wurde aus gehauenen Sandsteinblöken erbaut, die aus den umliegenden Gestein gebrochen
wurden. Das Holz für Decken und Fußböden wurde aus einem Waldgelände geholt,
was etwa 80 Kilometer vom Großhaus entfernt liegt. Wie der Transport erfolgte, ist bis heute
nicht bekannt. Im Pueblo wurden die reichsten Türkisschmuckstücke gefunden. Es muß
einen regen und ausgedehnten Tauschhandel gegeben haben. Dies belegen Funde, die vom Gulf of
California und aus Mexiko stammen. Es wurden vom San Juan-Tal Luftaufnahmen ausgewertet,
die bezeugen, dass die Bewohner des Chaco Canyons über ein Straßennetz mit über 80
Außenposten, die teilweise über 100 Kilometer entfernt lagen, Kontakt hatten. Chaco
Canyon war der Mittelpunkt dieses Straßennetzes, die Straßen verliefen sturgeradeaus
und Hindernisse, wie Felsanhöhen wurden durch in Stein gehauene Stufen überwunden. Die
Hauptstraßen besaßen eine Breite von 9 Metern. Waren es Transportwege oder Straßen
zu Prozessionen? Bis heute konnte diese Frage nicht beantwortet werden. Die Blütezeit des
Pueblo Bonito lag zwischen 900 bis 1200 n Chr. Nur 6,5 Kilometer vom Großhaus
entfernt, findet man einen simplen, aber gut durchdachten "Ewigen Kalender".
Siehe Thema: "Astronomisches Wissen".
Wenn man sich heute das Pueblo Bonito ansieht, kann man sich kaum vorstellen, wie die
Anasazi hier in dieser sengenden Sonne überleben konnten. Aber zu ihrer Zeit herrschten
andere klimatische Verhältnisse in dieser Region.
* = Zahl stammt aus anderer Quelle |
Pueblo del Arroyo |
Pueblo del Arroyo bedeutet im Spanischen "Stadt des Flüßchen". Das
Großhaus hat einen D-förmigen Grundriß und wurde von 1075 bis 1105 erbaut. Es
hat eine vierstöckige Bauweise, besitzt etwa 280 Räume und mehr als 20 Kivas. |
Tsin Kletzin |
Tsin Kletzin stamm aus der Navaho-Sprache und bedeutet "Ort der Kohle". Das
Großhaus wurde nach 1100 errichtet, hat einen D-förmigen Grundriß, ist zweistöckig
und besitzt mehr als 70 Räume. |
Una Vida |
Una Vida kommt aus dem Spanischen und bedeutet "Stadt des einen Lebens". Dies
ist eins der ältesten Pueblo im Chaco Canyon, dass von 850 bis 1100 auf einen Hügel
erbaut wurde. Es besitzt drei Stockwerke und 200 Räume. Ferner wurden ein Großkiva
gebaut und vier kleinere Kivas. |
| Wijiji* |
Das Wort Wijiji stammt aus der Sprache der Navaho und ist ein Begriff für einen bestimmten
Busch. Das Großhaus wurde um 1100 errichtet, ist dreistöckig, hat mehr als 200 Räume
und hat für seine Größe nur 2 Kivas. Jedoch wurden noch etwa 20 Großkivas in den
oberen Stockwerken des Pueblos gefunden, die Fenster aufweisen und womöglich nur für einen
privilegierten Personenkreis zur Verfügung standen. |
* = Diese Pueblos sind nur in einer Quelle genannt.
** = Diese Pueblos stammen aus einer anderen Quelle
ohne diesem * sind die Pueblos in beiden Quellen aufgeführt.
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Hier werden nun Außenposten von Chaco Canyon vorgestellt:
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AUSSENPOSTEN VON CHACO CANYON
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| NAME |
BESCHREIBUNG |
Casamero Ruins |
Außenposten, der von 1000 bis 1125 bewohnt wurde. Er besitzt einen L-förmigen
Grundriß, hat im Erdgeschoß 20 Räume + 10 Stockwerke auf der westlichen
Seite in einem weiteren Stockwerk. Einer der Kiva hat einen Durchmesser von 21 Metern.
Von hier aus gab es zwei Straßen. Nahe Casamero Ruins sind mehr als 140 weitere
Fundstätten entdeckt wurden. |
Chimney Rock |
Chimney Rock ist der nordöstlichste Außenposten von Chaco Canyon. Es war ab 925
Anasazi-Wohnstätte. In Chimney Rock wohnten 2.000 Menschen in vielen Grubenhäusern.
Diese waren wegen des Sandsteinbodens oberirdisch angelegt. Ein Großkiva mit 13 Metern
Durchmesser hatte wahrscheinlich kein Dach. Ferner gibt es noch ein kleines Kiva. Chimney
Rock hat einen L-förmigen Grundriß, ist zweistöckig und hat 55 Räume. Es wurde
zwischen 1076 und 1100 erbaut. |
Kin Bineola |
Es wurde ab 940 erbaut. Seine Gestalt ist E-förmig, dreistöckig und hat 200 Räume,
10 Kivas und eine 17 Meter große Kiva. |
| Pueblo Aztec |
Der Pueblo Aztec liegt am Animas, einem Nebenfluss des San Juan Rivers. Das Flußtal ist mehr
als 3 Kilometer breit, fruchtbar, trotz alledem das es 1700 Meter über dem Meeresspiegel
liegt, regnet es ausreichend. Der Name Aztec ist eigentlich irreführend, da niemals hier
Azteken gewohnt haben. Zur Zeit als man die Ruinen fand, schrieb man sie den Azteken zu,
obwohl die Aztec-Ruinen viel älter sind und das Pueblovolk am Anima seinem Untergang
entgegen ging. Erstmals wurde die Ruine 1777 auf einer Landkarte des Spaniers Miera y
Pacheco erwähnt. Dann taucht ihr Name in Erwähnungen des 19. Jahrhunderts wieder auf.
Das Pueblo Aztec besitzt 29 Kivas, darunter ein sogenanntes Großkiva. Dieses wurde
1933/34 von Earl H. Morris wiederhergestellt. Das Kiva diente Jahrhunderte vor Kolumbus
für Versammlungen, Tänze und Riten. Sein Durchmesser beträgt 12,5 Meter auf dem Fußboden
(das größte Kiva im Chaco Canyon hat einen Durchmesser von 19,2 Metern). Ungefähr
einem Meter über dem Fußboden erweitert sich das Kiva auf 14,5 Meter. Das eigentliche Kiva
ist der innere Kreis - 12,5 Metern, der 2,40 Meter unterhalb der Erde liegt. Der äußere
Kreis weist 14 Räume auf, die sich nach innen öffnen. Einer dieser Räume diente
als Ausgang.
Von diesem Großkiva kann man nicht von einem primitiven Erdloch sprechen, sondern man
muß es als Baukunst einer vergangenen Kultur ansehen. Das Pueblo Aztec weist einen
einheitlichen Stil auf. Mit Hilfe der Baumring-Datierungsmethode - eine Methode zur
Untersuchung des Alters der verwendeten Bäume - konnte festgestellt werden, dass viele
der 500 Räume innerhalb von nur fünf Jahren (1110 bis 1115) errichtet wurden sind.
Beim Bau des Pueblos wurde nicht Adobe, sondern gelblich-braune und rötliche Sandsteinblöcke
aus einem Steinbruch in 3 Kilometer Entfernung verwendet. Auch grünlicher Sandstein aus
einem 24 Kilometer entfernten Steinbruch kam zum Einsatz. Die Baumeister dieses
dreistöckigen Pueblokomplexes sind aus dem Chaco Canyon hierher gewandert und haben dieses
imposante Bauwerk entstehen lassen.
Das Pueblo Aztec hatte nur einen Eingang, enge schmale Türen verbanden die Räume
miteinander. Pueblo Aztec war ein Außenposten des Chaco Canyon und hatte seine Bedeutung
durch seine geographische Lage - es lag ungefähr in der Mitte zwischen Pueblo Bonito im
Chaco Canyon (100 km) und den Cliff-Siedlungen der Mesa Verde (65 km). Aztec muß, so
vermutet man, das Handels- und Kulturzentrum beider Anasazi-Siedlungsbereiche gewesen
sein.
Das Gebiet des San Juan Rivers ist vor mehr als zehntausend Jahren von nomadisierenden
Jägern und Sammlern durchstreift wurden. Zu dieser Zeit war das Klima noch feucht und
kühl. Als sich die Klimabedingungen änderten, was erst viel später passierte, baute man
in dieser Region Mais, Kürbis und andere Feldfrüchte an. Die Errichtung des Pueblo Aztec
begann erst im 12. Jahrhundert n. Chr. als man aus vielen kleinen Orten zu einer
großen Siedlung zusammenschloß. Der Grund dafür ist nicht bekannt, aber vielleicht
diente Aztec als Schutzanlage vor feindlichen Gruppen.
Aber warum wurde das Pueblo Aztec zweimal errichtet und das in einem Abstand von nur etwa
100 Jahren? Dies wird wohl ein Rätsel bleiben. Die erste Gruppe kam in die Gegend um
1110 und begann mit der Errichtung des Bauwerkes. Im Jahre 1111 kamen viele Gruppen und
vollendeten die Hälfte des Komplexes. Im Jahre 1115 erreichte eine dritte
Einwanderungswelle die Region - das Jahr der Vollendung des Pueblos. Einst könnten
es vier Stockwerke gewesen sein. Durch Geburten wuchs die Bevölkerung, was Anbauten
erforderlich machte. Diese Aktivitäten der Vergrößerung des Pueblos währten
bis um das Jahr 1125 n. Chr. Nördlich des Pueblos entstanden die Felder, für welche
Bewässerungsgräben ausgehoben wurden waren. Ein fröhliches Leben wechselte sich ab
mit Zeremonien. Und eines Tages löste sich die Gemeinschaft auf und verließ ohne
ersichtlichen Grund die Gegend. Und das bereits im Jahre 1130 - nur fünf Jahre nach Beendigung
ihrer Bautätigkeit. Gründe dafür können sein: Der Fluss im Tal veränderte
seinen Lauf, so dass die Felder nicht mehr oder nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt werden
konnten oder das Klima änderte sich sprunghaft. Dies sind aber als nur Spekulationen.
Etwa 100 Jahre später wurde das Pueblo von einer neuen Gruppe übernommen. Und zwar
von 1220 bis 1260 n. Chr. Von 1225 bis 1250 wurde das Pueblo Aztec umfangreich um- und
ausgebaut. Dass das Pueblo 100 Jahre lang ohne das Menschen in ihn wohnten, leer
gestanden hat, konnte durch archäologische Untersuchungen festgestellt werden.
Die neue Bevölkerung baute ohne den Schutt oder den Sand wegzuräumen. Sie errichteten
neue Wohnstätten, in dem sie die Räume verkleinerten durch Einzug neuer Wände und
machten auch die Eingänge schmaler. Der Einfluß auf den Baustil stammte diesmal
nicht aus dem südlichen Chaco Canyon, sondern aus Norden - von der Mesa Verde.
Der größte Unterschied zwischen beiden Bevölkerungsgruppen bestand aber in Bestattung
ihrer Toten. Die neue Gruppe bestattete ihre Toten unter dem Fußboden und lebten im Zimmer
darüber weiter. Die Toten waren sorgsam bestattet wurden und viele Beigaben wurden
mitgegeben. Der gesamte östliche Teil des Pueblo wurde durch eine Feuerkatastrophe
heimgesucht - entweder hatte die Bevölkerung den Brand gelegt oder das Pueblo war
angegriffen wurden. 1152 verließ die Bevölkerung erneut das Pueblo. Auch hier ist
nicht der Grund des Verlassens bekannt - hatten sie doch das gesamte Pueblo aufwendig
restauriert. Lag es am Klima oder einer Mißernte, die in dieser Region katastrophale
Folgen verursachen konnte. Eine Dürreperiode herrschte aber erst von 1276 bis 1299 im
ganzen San Juan-Tal.
Die Aztec-Ruinen im Bundesstaat New Mexico sind 1923 zum Nationaldenkmal der Vereinigten
Staaten erklärt wurden. Heute erinnern nur noch Ruinen - bis auf das von Earl H. Morris
im Jahre 1833/34 restaurierte Großkiva - an die Blütezeit des Pueblos mit den Namen
Aztec. |
Pueblo Pintado |
Pueblo Pintado ist 900 bis 1250 erbaut wurden, hat 140 Räume, 2 Kivas und eine Großkiva. |
| Salmon |
(auch Salmon Ruin). Salmon ist benannt nach dem Farmer George Salmon und ist ein
Außenposten von Chaco Canyon, der zwischen 1088 und 1095 erbaut wurde, ist E-förmig,
hat eine Länge von 130 Metern, ist zweistöckig, hat etwa 290 Räume und hat eine
Großkiva von 15 Metern Durchmesser. Er war 60 Jahre lang bewohnt, wurde verlassen und ab
1185 wieder bewohnt. In der Zeit von 1225 bis 1240 sind mehrere hundert Bewohner aus dem San
Juan-Flußtal der Mesa Verde in das Pueblo zugezogen, die Trennwände in die großen
Räume einzogen. 1263 verloren 50 Kinder durch einen Brand ihr Leben. Zu Beginn des 14.
Jahrhunderts wurde Salmon verlassen. |
White House |
(= Kini-da-e-kai). Bewohnt von 1060 bis 1275, war zunächst Außenposten von
Chaco Canyon, hatte 80 Räume, etwa 60 Bewohner und einen vierstöckigen Turm. | |
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