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Die Chimu-Kultur


Chan Chan, die Hauptstadt der Chimú-Leute Während die Paracas, Nazca, Moche und weitere Küsten-Kulturen auf ein kleines Areal beschränkt blieben, entwickelte sich die Chimú-Kultur zu einem Reich, welches entlang des Küstenstreifens auf einer Länge von 1.000 Kilometer von der Stadt Tambéz im Norden bis nach Lima reichte. Es entstand zur Zeit der Städtebauer im 12. bzw. 13. Jahrhundert im Andengebiet. Während der Blüte des Chimú-Reiches entstanden zahlreiche Städte an der Küste wie auch im Binnenland. Die bekannteste und zugleich größte dieser Metropolen wurde Chan Chan, die die Hauptstadt des Reiches wurde.

Die Hauptstadt war nach einem genauen Plan angelegt worden, umfaßte 17 Quadratkilometer und war in zehn Stadtteile oder zehn Komplexe aufgeteilt. Jeder dieser Viertel hatte die gleiche Größe von 450 mal 350 Meter und war durch eine mächtige bis 9 Meter hohe Mauer von den anderen Stadtvierteln getrennt. Jedes Viertel besaß bewässerte Felder, eigene Wasserspeicher und eine eigene Bestattungsstätte. Um die Stadt führten Wälle.

In Chan Chan wurden vier Pyramiden errichtet. Die bekannteste ist die sogenannte Toledo-Pyramide - benannt nach einem von vier spanischen Eroberer, die die Stadt besetzten - die dem Herrschergeschlecht womöglich als Grabmal diente. Pyramiden als Grabstätten zu verwenden, kommt eigentlich in Amerika äußerst selten vor.

In der Vorinkazeit war Chan Chan mit 60.000 Einwohnern die größte südamerikanische Indianer-Stadt. Die Innenwände ihrer Häusern verzierten die Bewohner der Stadt mit Friesen. Auf einem 7 Meter langen und 14 Meter breiten Fries sind sogenannte Vogelmenschen dargestellt, die Fische und andere Meerestiere in ihren Schäbeln halten.

Ähnlich wie die Inka bauten die Menschen der Chimú-Kultur auch Straßen, die eine Breite von 5 bis 8 Meter erreichten - nahe Chan Chan sogar eine Breite von 25 Metern.

Alle 50 Chimú-Anlagen wurden aus der Luft entdeckt. Im Santa-Tal wurde ein fünf Meter breiter und drei Meter hoher Wall aufgefunden, der eine Länge von 64 Kilometer aufweist. Er diente wahrscheinlich zum Schutz vor fremden Eindringlingen und erstreckte sich von der Meeresküste bis zu einer Festung nahe des heutigen Ortes Suchimancillo.

Die Metallverarbeitung hatte bei den Chimú-Leuten eine bis dahin nicht vergleichbare Entwicklung erfahren. Sie waren bereits in der Lage verschiedene Legierungen zu fertigen. Bronze wurde in Südamerika erstmals von den Chimú-Leuten hergestellt. Messer, Hacken, Speerspitzen und andere Gebrauchsgegenstände wurden daraus gearbeitet. Gold wurde hauptsächlich für Schmuck und Kultgegenstände eingesetzt. Diese Goldschätze sind teilweise auch heute noch erhalten. Silber diente der Vergöttlichung des Mondes - ein Mondkult spielte in der Religion der Chimú eine wesentliche Rolle - über die Religion ist sonst nur wenig bekannt.

Archäologen sind der Ansicht, dass in den zehn Stadtvierteln von Chan Chan die Angehörigen der gleichen Sippe - also einer Gruppe von Verwandten einer Ayllú - wohnten. An der Spitze des Reiches stand wie bei den Inka der uneingeschränkte Herrscher - hier der Chimú, der sich wie das Volk nannte. Die Pyramiden von Chan Chan sind aus getrockneten Ziegeln errichtet worden. Für dieses Bauvorhaben war eine perfekte Organisation notwendig, die von einem Stab von Beamten und Technikern geleitet und von Tausenden von Arbeitern ausgeführt wurden.

Nach Legenden sind die Chimú aus Norden - also aus Mesoamerika - gekommen. Was diese Legende stützt, ist der nur in Chan Chan vorkommende Schlangenkult, der sonst nur im vorkolumbischen Mesoamerika weitverbreitet war - ganz Südamerika kannte diesen Kult nicht. Kämmerchen in den Erdgeschossen der Paläste lassen die Vermutung zu, dass hier Schlangen gehalten wurden. Die Hauptstadt der Chimú war also dem Schlangenkult geweiht.

Von der Gesellschaftsordnung der Chimú ist wenig bekannt. Aber es gibt ausreichende Informationen vom Untergang dieser Kultur. In der letzten Schlacht 1476 wurde die Macht und der Ruhm der Chimú von den Inka beendet. Die besser organisierten und zahlenmäßig überlegenen Truppen des Inka Yupanqui - dem 9. Herrscher (1438 - 1471) - überwältigten die Truppen des letzten Herrschers der Chimú, Chimo Capac. Das Reich der Chimú wurde dem Inka-Reich Tahuantinsuyu angeschlossen.

Die Chimú waren das letzte mächtige Reich, welches den Inka trotzen konnten. Nach der Vernichtung des Chimú-Reiches errichteten die Inka den gröszlig;ten und ausgedehntesten indianischen Staat des vorkolumbischen Amerika.
 
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