NORDAMERIKA
Stämme nach Kulturarealen
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Die Chiricahua-Apachen
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Chiricahua bedeutet gleich »Feinde aus den Chiricahua-Bergen« - benannt nach einer im
Südosten Arizonas gelegenen Bergkette. Sich selbst nannten die Chiricahua »Hiuhuh« =
Männer der aufgehenden Sonne. Unter den Apachen-Stämmen waren sie die Diplomaten,
aber auch die härtesten Kämpfer. Sie waren die Organisatoren des Widerstandes
aller Apachen gegen ihre Feinde den Spaniern, Mexikanern und Amerikanern. Die Chiricahua
unternahmen Überfälle bis weit nach Mexiko hinunter und waren dafür
gefürchtet. Im Jahre 1848 mußte Mexiko ihre nördlichen Provinzen an die
USA abtreten, was aber die Chiricahua unter ihrem Führer Cochise nicht
veranlaßte in den Krieg zu ziehen, sondern sie blieben friedlich. Es kam aber zu
Spannungen als in ihrer Heimat Arizona Gold und Silber gefunden wurde und Goldsucher und
Abenteurer in ihr Land einfielen. Zum offenen Krieg kam es aber erst als auf Cochise ein
Mordanschlag durch Lieutenant Bascom verübt wurde und sein Lieblingsbruder Naretena
und zwei Neffen, die Söhne seines Bruders Juan, gefangen wurden und diese und drei
weitere Coyoteros gehängt wurden.
Daraufhin verbündete sich Cochise mit Mangas Coloradas, oberster Häuptling der
Mimbrenjo und anderen Häuptlingen weiterer Apachen-Stämme und führte einen
rüchsichtslosen Guerilla-Krieg, welcher erst endete als Cochise im Jahre 1872 zum
Frieden bereit war und mit General Howard hinsichtlich verhandelte. 1874 starb Cochise
und sein erstgeborener Sohn Tahzay wurde sein Nachfolger. Er als Häuptling und
oberster Führer der Chiricahua willigte ein, den Stamm aus den beiden uneinnehmbaren
Bergfestungen, die in den Chiricahua und Dragoon Mountains errichtet waren, in die San
Carlos Reservation umzusiedeln. Die berühmten Kriegshäuptlinge Geronimo, Bonito,
Chato, Chihuahua, Juh, Loco, Nachise und Noglee weigerten sich ihr freies Leben gegen das
Leben in der Reservation einzutauschen. Sie begannen einen Kleinkrieg gegen die Siedler,
Rancher und Amerikaner (wurden von den Chiricahua auch Pin-da-lick-o-ye = Weißaugen
genannt). Auch sie mußten sich schließlich 1879 den US-Truppen ergeben und
in eine Reservation ziehen. Im Jahre 1880 starb Tahzay an einer Lungenentzündung und
der zweitgeborene Sohn Cochises Nachise übernahm das Amt des obersten Häuptlings
der Chiricahuas.
Geronimo floh mit seinen Leuten im Jahre 1881 aus der Reservation nach Mexiko. Er begann
mit Überfällen in den Vereinigten Staaten und Mexiko. Daraufhin vereinbarten
beide Staaten, dass die Truppen bis 200 Meilen in das Hoheitsgebiet des anderen Landes
eindringen durften, wenn sie auf Indianerjagd waren. Am 21. März 1883 überfielen
Bonito, Chato und Chihuahua ein Goldgräberlager am Tombstone, worauf General Crook
mit 50 Kavalleristen, 193 Apache-Scouts und zwei Dolmetscher die Grenze Richtung Mexiko
überschritten. Sie zwangen die Chiricahua-Häuptlinge Bonito, Chato, Chihuahua,
Geronimo, Loco und Nachise zu kapitulieren und in ihre Reservation zurückzukehren.
Zwei Jahre später - 1885 - entschlossen sich bei einem Tiswin-Gelage Geronimo, Nana
und Chihuahua erneut auszubrechen. Ihnen folgte wiederum General Crook, den es aber erst
1886 gelang, den listenreichen Häuptling zu stellen.
12 Meilen südlich der amerikanischen Grenzen, im Canyon de los Embudos, kam es zu
Verhandlungen, denen am 28. März 1886 die Kapitulation Geronimos folgte. Crook wurde
von Alchise, dem jüngsten Sohn Cochises, und von Chato in seinen Bemühungen
unterstützt. Jedoch einige Tage später verschwand Geronimo, 24 Krieger und
einigen Frauen erneut. Grund für diese Flucht war, dass Schnapsschmuggler Geronimo
einredeten, das er von Bürgern Arizonas gehängt werden sollte. Das
Kriegsministerium erteilte Crook eine Rüge, worauf dieser zurücktrat.
Brigadegeneral Nelson Miles wurde sein Nachfolger, der 5.000 Soldaten, mehrere tausend
Mann Bürgermiliz und 500 Apache-Scouts gegen Geronimo und seinen 24 Krieger zum
Einsatz brachte. Nach wochenlanger Jagd konnte General Miles Anfang September 1886
Geronimo und seine wenigen Krieger stellen, die man im Anschluß in die San Carlos
Reservation zurückgebracht wurden. Damit keine weiteren Ausbrüche folgen
würden, wurden die Chiricahua nach Florida in die Verbannung geschickt.
Eskiminzin und 40 Aravaipa wurden ebenfalls nach Fort Pickens, Florida, deportiert, da
man ihn wegen Kontakten zu Banditen beschuldigte.
Die Verbannten wurden nach einiger Zeit nach Mount Vernon Barracks im Bundesstaat Alabama
verlegt. Eskiminzin durfte später mit seinen Stammesangehörigen in die San
Carlos Reservation zurückkehren. Die Chiricahua wurden 1894 nach Fort Sill, Oklahoma,
umgesiedelt. Im Jahre 1914 erlaubt man ihnen, in ihr ehemaliges Stammesgebiet heimkehren
zu dürfen. | |
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