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Chronologie der gebrochenen Verträge
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Kurze Zeit nachdem die Europäer die sogenannte «Neue Welt» betraten,
begannen die Stämme durch Verträge ihr Stammesgebiet abzutreten. Etwa 370
Verträge wurden mit Stämmen abgeschlossen.
Die Delawaren - früher Lenape - waren der erste Indianerstamm, der 1778 mit den
Vereinigten Staaten einen Vertrag in Fort Pitt dem heutigen Pinsburgh, Pennsylvania,
aushandelte und auch unterzeichnete. Einst gehörte dem Stamm ein Gebiet von Ohio
bis zum Atlantik. Für die Bereitschaft gegen die Briten zu kämpfen, erhielten
sie die Zusicherung, dass ein Indianerstaat gegründet würde und der
Delawaren-Stamm die Führung übernehmen dürfe.
Doch der geschlossene und somit bindende Vertrag wurde im folgenden Jahrhundert durch
18 neue Verträge in seinem Vertragstext so verändert, dass dem Stamm immer
weniger Stammgebiet zustand und sie immer weiter abgedrängt wurden. In Oklahoma
angekommen, war der Anspruch pro Person auf 65 Hektar zusammengeschrumpft. Die letzten
Überlebenden des einst ruhmvollen Stammes fristeten fortan ein jämmerliches
Dasein.
Zahlreichen Stämmen sollte das gleiche bzw. ein noch schrecklicheres Schicksal
wiederfahren. Die amerikanische Geschichte ist berühmt dafür anderen Menschen,
Völkern ein derartiges Los zu erteilen. Ausgehandelte Verträge wurden stets
durch die Vereinigten Staaten gebrochen - waren also wertlos.
Allein 80 Verträge wurden unterzeichnet, in dem die Indianer den Bau von
Straßen oder Eisenbahnlinien erlaubten. Verträge wurden vor allem geschlossen,
um Weiße anzusiedeln. Die US-Regierung zahlte als Gegenleistung Geld, gab Nahrung
für eine bestimmte Anzahl von Jahren und wollte für Bildung, Gesundheitswesen
und Missionare sorgen. Die Jagd und Fischfang wurde in bestimmten Gebieten erlaubt. In
mehreren Verträgen versprach die Regierung ein anderes Stück Land.
Einige wichtige Verträge:
- Der Jay-Vertrag wurde mit den Irokesen am 11. November 1794 geschlossen, der
dem Stamm garantierte, die Grenze nach Kanada uneingeschränkt zu passieren.
- Am 8. Juli 1817 treten die Cherokee an die USA Land in Georgia ab.
- Der wohl bekannteste Vertrag wurde 17. September 1851 in Fort Laramie geschlossen.
In ihm verpflichteten sich die nördlichen Präriestämme mit den
Weißen wie auch zwischen den Stämmen Frieden zu schließen.
- 7.000 Navaho wurde durch den Vertrag vom 1. Juni 1868 erlaubt aus New Mexico ins
Reservat an der Grenze zwischen New Mexico und Arizona zurückzukehren.
Der letzte Vertrag wurde am 12. August 1868 geschlossen. Die Nez Perce waren die letzten,
die sieben Achtel ihres Stammesgebietes der US-Regierung bereits überlassen hatten,
nun aber noch einen Teil ihrer Reservation abtraten. Dafür erhielt der Stamm einen
Teil ihres beliebten Wallowa Valley in Oregon zurück.
Kurze Zeit später wurde das zurückgegebene Land von Pionieren überflutet,
so dass die Indianer an den Großen Vater in Washington - dem Präsident
Ulyssee S. Grant - herantraten und dieser die Besiedlung durch einen Erlaß
untersagte. Als man Gold im Wallowa Valley fand, wurde der Erlaß einfach
widerrufen.
Der Kongreß ließ 1871 verlauten, dass die Indianer-Stämme in Zukunft
nicht mehr als einzelne Nationen betrachtet werden und somit keine weiteren Verträge
geschlossen werden. Bestehende Verträge wurden nicht außer kraft gesetzt.
Für die Indianer war es sowieso zu spät. Einst gehörte ihnen das ganze
Land - nun besaßen sie nur noch 500.000 Quadratkilometer und die Weißen
hatten sich 8.000.000 Quadratkilometer Land angeeignet. | |
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