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Comanchen - ein Präriestamm |
Die Comanchen sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Shoshone,
der vor Entdeckung Amerikas auf der «primitiven»1 Kulturstufe von
steinzeitlichen Jägern und Sammlern stand.
(1) Kommentar des HP-Eigentümers: Für die ersten Siedler waren alle
Eingeborenen - Indianer (Afrikaner oder auch Aborigines [Ur-Australier]) primitive Wilde.
Heute wissen wir, dass einfach die Region in der sie lebten an ihren Lebensumständen
maßgeblich Einfluß nahm. Ob wir angeblich «Zivilsierten» wirklich
so zivilisiert waren oder sind, ist nicht eindeutig geklärt.
Selbst nannten sich die Comanchen «Ne'me'ne» = Volk. Von den Cheyenne wurden
sie «Shishin-ohto-kit-ahn-ay-oh» = «Schlangenvolk», von den Sioux
«Pah-doo-kah» oder «Padouca», und von den Ute «Koh-mahts»
= Feinde, oder: «Die gegen uns sind» genannt. Ihre Durchschnittsgröße
lag bei den Männern bei 1,65 Meter und bei den Frauen bei 1,50 Meter.
Der Stamm der Comanchen bestand aus mehreren Untergruppen: siehe unten.
Etwa 12.000 Stammesangehörige wurden im Jahre 1820 bei einer Zählung
registriert. Als sehr kriegerisch wurde der Volksstamm eingeschätzt, der ca. 3.000
Krieger aufbringen konnte. Die Comanchen waren ein Prärievolk, welches als die
besten Reiter ganz Amerikas galten. Wie alle Nomaden zogen sie in den Plains den
Büffelherden nach. Ihre Jagdgründe lagen zwischen dem Oberlauf des Arkansas
im Norden und den mittleren und östlichen Plains von Texas im Süden. Die
östliche Grenze bildete die Hochebene von Llano Estacado und im Westen endete ihr
Stammesgebiet am Rio Pecos. Die Comanchen waren einst Shoshoni, hatten sich aber von
der Hauptgruppe gelöst und waren von den Rocky Mountains in den Süden
gewandert.
Als die Spanier Pferde einführten, gelang es den Comanchen um das Jahr 1650 einige
dieser Pferde von den Apachen zu rauben. Das Pferd, welches die Präriekultur
ermöglichte, wurde von den Comanchen voller Ehrfurcht als laquo;Gotteshund»
bezeichnet.
Um das Jahr 1680 besaß der gesamte Stamm Pferde. Nun begannen sie in die
spanischen Siedlungen vom Rio Grande del Norte und in New Mexico zu überfallen.
Sie schnitten die Nachschubwege ab, schalteten militärische Stationen aus,
griffen alles an was sich ihnen in den Weg stellte und zerstörten Missionen.
Mit ihren ständigen Überfällen, die mehr als hundert Jahre andauerten,
konnten sie die Spanier bis über den Rio Grande zurückdrängen. Für
die Comanchen war der Kampf das Wichtigste im Leben. Die einzige ehrenhafte Form des
Kampfes war der Angriff, Rückzug oder Aufgabe waren schimpflich und so gut wie
ausgeschlossen. Die Comanchen griffen, nachdem sich die Mexikaner von den Spaniern
befreit hatten, auch diese an. Im 19. Jahrhundert überfielen sie auch Gebiete die
weit im Süden von Mexiko lagen. Ein Comanche durfte sich erst Krieger nennen, wenn
er in Chihuahua, Durango oder Zacatecas gewesen war, um dort Frauen, Kinder, Skalpe,
Pferde oder Maultiere zu rauben. Sie griffen auch größere Städte an,
dabei bestand eine Kriegerhorde aus nur 100 Personen. Als sich Texas von Mexiko
löste, begannen die Kriegszüge auch gegen die Texaner. Sie vertrieben ebenso
die Nachbarstämme, wie die Apachen, Navaho, Cherokee, Pawnee u. a. aus ihren
Büffeljagdgründen. Die Weißen nannten die Comanchen «Lords of the
Plains» - die Edlen der Steppe.
Die Comanchen brachten einige große Häuptlinge in ihrer Geschichte hervor.
Hätte einer von ihnen versucht den Stamm zu einigen und eine Comanchen-Nation oder
eine andere Regierungsform zu errichten, so wäre er an der Entfernung, die zwischen
den einzelnen Stämmen lag, gescheitert. 700 Kilometer lagen zwischen ihren
Jagdgründen und so wußte ein Stamm garnicht von der Existenz des anderen. Der
Stamm der Comanchen war aber in Hauptgruppen eingeteilt. Im Norden ihres Stammesgebietes
waren die Jagdgründe der Yamparika, im Osten die der Tanima, nordwestlich waren die
Kwahadi heimisch, im Westen die Kotsoteka und die Penateka und Nokoni im Süden.
Etwa 100 Personen gehörten zu einer Horde der Comanchen wie es auch bei anderen
Plain-Stämmen üblich war. Streit in einer Familie oder Horde gab es nur wenig.
Auch Diebstahl, Raub oder Mord kannten die Comanchen nur äußerst selten. So
halfen sich die einzelnen Clans, Horden oder auch der Stamm untereinander. Das gesamte
Gut war Gemeingut und die Jagdbeute wurde sowieso unter den Stammesmitgliedern verteilt.
Ausnahme bildeten geraubte Pferde und Maultiere wie auch Gefangene. Sie gehörtem
dem Krieger, der sie gemacht hatte. Die Gefangenen wurden in den ersten drei Tagen den
Frauen zur Marterung übergeben.
Die Comachen verehrten keine Gottheit, huldigten aber den Großen Geist. Jedoch
diente jeder Comanche seinem Hausgott, der Puha oder Macht genannt wurde. Der Puha
konnte in jedem lebendigen wie auch toten Gegenstand verkörpert sein. Der
Große Geist war sichtbar im Zeichen der Sonne. Wenn ein Comanche rauchte, ging
der erste Zug der Sonne entgegen, um ihr eine Art Tribut zu zollen. Der zweite Zug
galt der Mutter Erde, als die Spenderin allen Lebens. Und erst dann kam Puha. Auch den
Büffeln wurden geheimnisvolle Kräfte zuerkannt. Cojote und der Präriewolf
galten als Bruder, die einem Krieger vor Gefahren warnten. Ferner wurde von den Comanchen
der Donnervogel verehrt.
Wenn ein Mann eine Frau haben wollte, so mußte er seine künftige Braut ihrer
Familie abkaufen, jedoch die Zustimmung von ihr selbst war noch erforderlich. Begang
eine Frau einen Ehebruch, so wurde ihr die Nase aufgeschlitzt. Ein Mann durfte so viele
Frauen haben, wie er ernähren konnte. Bei den Comanchen gab es eine Arbeitsteilung.
Die Frauen verrichteten die Hausarbeit, der Mann hingegen stellte seine Waffen her,
reparierte sie, ging auf die Jagd oder schloß sich Kriegszügen an. Zu Pferd
waren die Comanchen hervorragende Reiter, jedoch zu Fuß hatten sie durch ihre
Größe einige Nachteile. Verfehlte eine Lanze ihr Ziel, so zog ein Krieger
sie einfach an dem befestigten Roßhaarseil zu sich zurück. Ein Krieger konnte
mit Pfeil und Bogen 20 Pfeile auf 60 Schritt in der Minute versenden, die zielsicher
trafen. Auch das Wurfseil warfen sie geschickt. Wenn ein Comanchen-Krieger vom Pferd aus
kämpfte, ließ er sich einfach zu einer Seite herunterhängen und bot dem
Gegner kein Ziel. Er hielt sich dabei an dünnen, starken Roßhaarstricken fest,
die um den Hals des Tieres hingen und konnte aus der Entdeckung heraus weiterhin den
Gegner beschießen.
Für die Comanchen waren alle Stämme Feinde, die keine stolzen Nomaden waren.
Ihre ärgsten Feinde waren die menschenfressenden Tonkawa, die sie auf jeder
erdenklichen Weise verfolgten. Auch ihre Freunde die Kiowa waren bis 1790 ihre Feinde,
erst dann schlossen beide Stämme einen dauerhaften Frieden. Sie lebten von da an im
gleichen Jagdrevier. Mit den Apachen lebten sie nur zeitweilig in Feindschaft - Eine
regelrechte Erbfeindschaft gab es zwischen beiden Volksstämmen jedoch nicht. Auch
mit Europäern - und zwar den Deutschen aus Friedrichsburg - schlossen die
Oberhäuptlinge der Comanchen am 09. Mai 1847 einen Friedensvertrag, der nie
gebrochen wurde. Der Vertrag beinhaltete auch, dass die Comanchen die Deutschen
beschützen, Personen beider Nationen an jeden Ort hindurften, dass die Comanchen
mit den Bewohnern aus Friedrichsburg und den anderen Städten Handel treiben
durften und ferner schlossen sie auch noch einen gegenseitigen Beistandspakt.
Ihre erste große Niederlage erlitten die Comanchen in den sechziger und siebziger
Jahren des 19. Jahrhunderts als Colonel Kit Carson bei Adobe Walls im Texas Panhandle
sie vernichtend schlug. Durch diese Niederlage mußten die Comanchen am 18. Oktober
1865 einen Friedensvertrag mit den Vereinigten Staaten schließen. Drei Jahre
später war Oberhäuptling Ten Bear gezwungen einen zweiten Vertrag zu
unterzeichnen, der das Stammesgebiet wiederum verkleinerte. Nur drei Stämme der
Comanchen hatten die Verträge akzeptiert, die anderen Comanchen-Stämme zogen
als Nomaden weiterhin durch die Plains und unternahmen Überfälle.
Der Höhepunkt der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Comanchen und
Weißen gab es im Mai des Jahres 1871 im sogenannten Salt-Creek-Massaker. Im
Anschluß sollten alle Indianer befriedigt werden. Die Kwahadi unter ihrem
Führer Quanah Parker wurden von Colonel Mackenzie verfolgt. Sie konnten aber
über den Blanco Canyon in die Llano Estacado entkommen und ihre Verfolger
abhängen. Colonel Mackenzie überfiel am 29. September 1872 das Zeltdorf der
Kwahadi unter Bull Bear. Sie wurden gezwungen in die Reservation zu gehen. Nach einem
Sonnentanz griffen die verbündeten Kiowa, Comanchen und Cheyenne am 27. Juni 1874
ein Büffeljägerlager in Adobe Walls an. Trotz einer Übermacht konnten sie
das Lager nicht einnehmen und eine anschließende Belagerung wurde abgebrochen.
Von vier Seiten rückten nun Truppen gegen die verbündeten Stämme vor:
Colonel Miles kam von Fort Dodge und marschierte nach Süden, Colonel Mackenzie von
Fort Concho und zog nach Norden, von Fort Bascon kam Major Price, der sich nach Osten
wandte und vom Fort Sill näherte sich Colonel Davidson sowie von Fort Richardson
Colonel Buell, die beide nach Westen zogen. Colonel Mackenzie gelang es am 26. September
1874 einen großteil der Comanchen im Palo Duro Canyon zu stellen und ließ
einige von ihnen gefangennehmen. Quanah Parker ergab sich aber erst am 08. Juni 1875.
Black Horse - Häuptling der Kwahadi - brach mit 170 Gefolgsleuten Ende Dezember
1876 aus der Reservation aus und wanderte in die ehemaligen Jagdgründe den Llano
Estacado. Hier wurden sie bereits im Februar 1877 nahe dem Lake Quemado von Captain Lee
und seinem 10. Kavallerie-Regiment besiegt. Die letzten 1.500 Comanchen von einst
12.000 Stammesmitgliedern wurden im Indianer-Territorium in einer Reservation
untergebracht. Im Jahre 1910 lebten noch 1.476 Comanchen. Bei einer Zählung im Jahre
1985 war die Bevölkerungszahl auf 3.642 Personen wieder angewachsen. |
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| COMANCHEN-UNTERSTÄMME |
| Kotsoteka |
(Kuhtsoo-Teekuh = Büffelesser).
Die Kotsoteka sind ein Stamm der Comanchen, der nördlich der Nokoni das Gebiet des
Canadian Valley durchstreifte. Hier gab es besonders große Büffelherden, nach
denen sie sich nannten und welche auch ihr Hauptnahrungsmittel darstellten. |
| Kwahadi |
Zu den Kwahadi bitte hier klicken. |
| Nokoni |
(Nawkohnee = Wanderer; Jene, die
zurückschlagen). Sie sind ein Volksstamm der Comanchen, der wie die Penateka das
Tiefebenen von Texas (zwischen den Cross Timbers westlich vom heutigen Fort Worth und
neumexikanischen Bergen) bewohnten.
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| Tanima |
(= Leberesser). Untergruppe der Nokoni. |
| Tenawa |
(= Die flußabwärts Wohnenden).
Untergruppe der Nokoni. |
| Penateka |
(= Pehnahterkuh; auch Pehnahner =
Honigesser, Wespen; auch Hoh'ess = Waldvolk). Von den Spaniern wurden sie als
Südliche Comanchen eingeteilt. Ihre Heimat lag zwischen den westlichen Hochebenen
und südlichen Waldgebiete des Edwards Plateau in Texas. |
| Yamparika |
(Yampahreekuh =
Kümmelwurzelesser). Sie sind ein Comanchen-Stamm, welcher entlang des Arkansas-River
(höheren Lagen der südlichen Plains nördlich bis über den Arkansas
River hinaus) wohnte, der die nördlichste Grenze des Comanchen-Gebietes darstellte.
Die Yamparika waren ein sehr großer Comanchen-Stamm, der sich erfolgreich gegen
das Eindringen feindlicher Stämme in ihr Stammesgebiet zur Wehr setzte. Sie
siedelten 1868 unter Führung ihres Häuptlings Ten Bears in das
Indianerterritorium Oklahoma über. Die meisten des Stammes verhielten sich in der
Reservation friedlich. |
| Ditsakana |
(= Yampa-Wurzel-Esser). Sie sind ein Unterstamm
der Yamparika-Comanchen. Die Ditsakana ist die Wurzel der Yampa. |
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