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Crazy Horse, indianisch: Tashunka Witko, Curly
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Crazy Horse bedeutet Tolles oder übermütiges Pferd. In der Dakota-Sprache
wurde er Tashunka Witko genannt. Sein Name als Jugendlicher war Curly - Der Lockige.
Der Name "Crazy Horse" wird oft falsch überrsetzt als "Verrücktes Pferd".
Die wahre Bedeutung des indianischen Namens kann in keine Kultursprache richtig
ausgedrückt werden. Im Deutschen würde er ungefähr so lauten: "der Mann,
der ein lebensfrohes, durchgehendes Pferd gesehen hat". Crazy Horse erhielt seinen
Namen deshalb, weil zu seiner Geburt ein durchgehendes Pferd durch das Zeltlager
galoppierte und das ganze Dorf in helle Aufregung versetzte. Er wurde um das Jahr 1840
geboren und wurde Kriegshäuptling der Oglala-Teton, der von seinem Volk auch als
"der Andere" bezeichnet wurde. da er blondes Lockenhaar, helle Haut und blaue Augen
hatte. Crazy Horse nahm an keinen Riten und Zeremonien der Teton teil. Vermutlich war
er ein Weißer, der von den Oglala als Baby verschleppt worden ist. Crazy Horse
lebte und handelte aber wie ein reinblütiger Indianer.
In den Kriegen von Sitting Bull wurde er als Anführer von den Dakota, Cheyenne und
Arapaho anerkannt. Während des Krieges verwendete Crazy Horse als Schutzgeist die
Federn des rotschwarzen Geiers, die er als Kopfschmuck trug. Nur ein Foto von Crazy
Horse soll existieren, was ihn für die Weißen als geheimnisumwitterten
Häuptling erscheinen ließ. Woher er stammte ist nicht bekannt, aber im Jahre
1866 wurde seine erste große Kriegstat bekannt. Crazy Horse kämpfte in einem
Guerillakrieg unter den Oberhäuptling Red Cloud gegen den Colonel Carrington.
Crazy Horse, Gall und Hump führten Soldaten und Siedler mit gerissenen Tricks
in gutvorbereitete Hinterhalte. Im Jahre 1874 wurde Crazy Horse und Sitting Bull von
den jungen Teton-Kriegern zu ihren Anführern gewählt und lösten damit
Red Cloud ab.
Bis zum Frühjahr des Jahres 1875 waren durch Berichte über Goldfunde in den
Black Hills, Tausende von Goldsuchern in die heiligen Berge gelockt worden. Spotted Tail
und Red Cloud erhoben deshalb energisch Protest bei der Regierung in Washington, die
daraufhin eine Kommission zu den Teton entsandte, um über die Abtretung der Black
Hills zu verhandeln. Auch Crazy Horse war zu dieser Konferenz geladen worden, aber er
schickte Little Big Man als Beobachter, da er selbst den Verkauf der Black Hills - die
Paha Sapa - das heilige Land, dass für die Dakota der Mittelpunkt der Welt darstellte,
ablehnte.
Nachdem die Verhandlungen gescheitert waren, wurde General Sheridan am 07. Februar 1876
vom Kriegsminsterium beauftragt, Schritte gegen die feindlichen Sioux - vor allem gegen
die Gruppen von Sitting Bull und Crazy Horse - einzuleiten. Sheridan befahl seinerseits
die Generäle Terry und Crook entsprechende Aktionen zu starten. Das Zielgebiet
sollte das Quellgebiet des Bighorn, Powder, Rosebud und Tongue sein, wo man Crazy Horse
und seine Getreuen vermutete. Da die Teton-Dakota das Ultimatum bis zum 31.01.1876 ins
Reservat zu ziehen verstreichen verließen, rückten General Crook mit dem 2. und 3.
Kavallerie-Regiment Ende Februar auf dem alten Bozeman Road nach Norden vor. Crazy Horse
und seine Oglala wanderten im Frühjahr mit seinen verbündeten Northern
Cheyenne, die unter der Führung von Two Moon standen, zu Sitting Bull. Zu ihnen
stieß auch die Gruppe Minneconjou von Lame Deer. Sie zogen nun zum Rosebud River.
Unterwegs hatten sich noch die Brulé-, Blackfeet- und Sans Arc-Teton und einige
Horden der Cheyenne dem Wanderzug anschlossen. Aus der Reservation flohen die jungen
Krieger und im Nu war die Zahl der Krieger auf einige Tausend angewachsen. Von den
entflohenen Kriegern erfuhren die Anführer, dass starke Streitkräfte der US-Armee
im Anmarsch waren. General Crook kam von Fort Laramie nordwärts, General Terry und
Lieutenant Colonel Custer marschierten mit 1.000 Mann von Fort Abraham Lincoln
nach Südwesten und Colonel Gibbon mit 700 Mann von Montana aus nach Osten.
General Crook ließ am 17. Juni 1876 seine Kavallerie am Rosebud die verbündeten
Streitkräfte der Teton und Cheyenne von ungefähr 1.000 Kriegern angreifen. Aber
statt sich den Truppen zu einem verlustreichen Gegenangriff zu stellen, wichen die Indianer
durch eine neue Taktik von Crazy Horse aus und griffen die Soldaten an ihren schwächsten
Stellen an. Da die Kavalleristen in Gefechtsformation gewohnt waren zu kämpften, kamen
sie total in Verwirrung und Crazy Horse und seine Verbündeten errangen einen großen
Sieg. Sie hatten die US-Truppen den Rosebud aufwärts getrieben und dabei nur 11 Tote
und 28 Verletzte zu beklagen. Crook und seine Truppen kehrten zu ihrem Stützpunkt am
Goose Creek zurück, während sich die Indianer zu ihrem im Nordwesten gelegenen Lager
wandten, es abbrachen und zum sechs Tage entfernten Little Bighorn River wanderten, wo
sie das größte von Indianern errichtete Zeltdorf aufbauten und auf Antilopenjagd
gingen.
Am 25. Juni 1876 kam es dann zur Schlacht am Little Bighorn. Custer hatte sich von
Major Reno und von Major Benteen getrennt und zog mit seinen Einheiten des 7.
Kavallerie-Regiments den Rosebud entlang. Als Reno das Indianerdorf angriff, wurde er
von Gall in die Flucht geschlagen. Benteen folgte Reno in das Hügelland, da er
keine Chance gegen diese Übermacht sah.
Nachdem die Indianer Reno und Benteen in die Flucht geschlagen hatten, wandten sie sich
Lieutenant Colonel Custer und seinen 5 Kompanien zu. Mehrere hundert Krieger unternahmen
einen massierten Angriff auf die Soldaten unter der Führung von Sitting Bull,
Crazy Horse, Gall, Black Moon und anderer Führer der verbündeten indianischen
Streitkräfte. Die Vorhut Custers wurde von den Cheyenne aufgehalten und durch
Sperrfeuer in Schach gehalten. Da Custer eine Falle vermutete, wartete er mit einem
Angriff bis die Indianer mit ihren Streitkräften ihn umzingelten und es für
eine Attacke bereits zu spät war. Es dauerte keine Stunde bis die Krieger die
fünf Kompanien bis zum letzten Mann vernichtet hatten. Diese Aktionen am Rosebud
und Little Bighorn brachten der US-Armee die größten Niederlagen der Geschichte
gegen die Prärie-Indianer ein.
Mehr über die Schlacht am Little Bighorn finden Sie auf der
Little Bighorn-Seite.
Die Gruppen der verbündeten Stämme trennten sich nach der Schlacht am Little
Bighorn, um so der Rache der US-Armee zu entgehen. Als erstes traf General Crook auf
das Cheyenne-Lager von American Horse und in einer mehrstündigen Schlacht wurde der
Häuptling tödlich getroffen. Sitting Bull floh, nachdem er keinen Kontakt zu Crazy
Horse herstellen konnte, mit seinen Anhängern im Frühjahr 1877 nach Kanada. Auf
der Suche nach Crazy Horse fand General Crook das Cheyenne-Lager von Dull Knife, von
dessen Kriegern nur wenige an der Schlacht beteiligt gewesen waren, und ließ das
Zeltdorf vernichten.
Crazy Horse und seine halbverhungerten 900 Anhänger zogen im April des Jahres 1877,
nach dem sie sich ergeben hatten, freiwillig in die Powder River Reservation. Die Armee
versuchte einige der jungen Krieger als Scout gegen die Nez Percé anzuwerben, was
Crazy Horse mit der Begründung ablehnte, dass seine Krieger nicht am Untergang
anderer Stämme beteiligt sein sollten. Crazy Horse wollte daraufhin die Reservation
verlassen, aber diese Absicht wurde General Crook verraten. Man verhaftete ihn und
übergab den Gefangenen Captain Kennington und einem Polizisten der Indianer-Agentur.
Der Polizist war Little Big Man, der zum Verräter seines Volkes geworden war.
Auf dem Weg ins Gefängnis versuchte Crazy Horse zu fliehen. Little Big Man, einst
getreuer Unterführer Crazy Horse' und Beobachter der Konferenz zur Abtretung der
Black Hills, hielt seinen Oberhäuptling und ehemaligen Anführer fest. Auf ein
Befehl stieß William Gentles Crazy Horse sein Bajonett in den Bauch. Der berühmte
Häuptling der Oglala-Teton verstarb am 06. September 1877, am gleichen Tag, als ihm
die tödliche Verletzung zugefügt wurde. | |
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