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Die Cree


Cree-Frau gemalt von Karl Bodmer Auch Kri, Kinistinok, Knisteno. Die Cree sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der im Französischen "Kristinaux" genannt wurde, ein Begriff der wiederum von dem indianischen Begriff "Kinistinok", eine Bezeichnung, die von mehreren Eigenbenennungen zurückgeht. Die Cree bezeichnen sich selbst als "Nebigâw-ok".

In der Algonkin-Sprachfamilie waren die Cree die größte Gruppe. Ihr Lebensraum war die zentrale Subarktis, ein Gebiet, dass am Rande des kanadischen Büffelgebietes lag und direkt an die Prärie angrenzte. Somit waren sie geographisch gesehen, der südlichste Stamm der Subarktis. Genau lag ihr Stammesgebiet zwischen der südlichen Hudson Bay und den Großen Seen.

Als Nomaden bewegten sie sich immer den Wanderungen des Wildes folgend. Sie jagten Elch, Karibu, Bär, Biber und Hase.

Die Cree bestanden aus zwei Hauptgruppen. Die einen waren die sogenannten "Wald-Cree", auch Maskegon oder Swampies genannt, sie lebten am Ufer der Hudson Bay und nannten sich selbst "Sakâw-iginiw-ok = Leute des Waldes". Sie waren Könner beim Bau von leichten Kanus. Die andere Gruppe waren die Plains-Cree, die sich selbst "Paskwâw-ok = Leute der Prärien" nannten. Von den anderen Cree sonderten sie sich ab als sie sich den Reiterkulturen der Plain-Indianer entwickelten. Befreundet waren sie mit den Assiniboins und ihre Feinde die Teton-Sioux und Blackfeet.

Drohten Kriegszeiten schlossen sich die autonomen Familien der Cree zu einem Verband zusammen. Eine permanente zentrale Organisation des Stammes gab es nicht.

Wichtigste Transport- und Verkehrsmittel waren im Sommer das leichte Rindenkanu und im Winter ein kufenloser Schlitten - der Toboggan.

Ihre materielle Kultur war sehr ärmlich. Holz und Birkenrinde bildeten neben Tiermaterialien wie Knochen, Sehnen und Fellen die einzigen Werkstoffe. Das kuppelförmige Wigwam aus Zweigen und abgedeckt mit Rindenmatten bildete ihre Behausungen. Für ihre Wanderungen durch ihr Stammesgebiet verwendeten sie wie die Plain-Indianer das Tipi.

An Tiergeister glaubten die Cree und deren Zauberkräfte. Ihre Schamanen besaßen großen Einfluss.

Cree um 1860 Die Cree begannen ihre Nachbarn die Blackfeet weiter im Norden und Nordosten zu Fuß anzugreifen, um deren Pferde zu erbeuten. Nur unter großen Verlusten konnten die mit Pfeil und Bogen ausgerüsteten Blackfeet ihr Gebiet behaupten. Mit ihren erbeuteten Pferden ritten die Cree und ihre Verbündeten auf Büffel- und Antilopenjagd. Dabei drangen sie in Gebiete der Sioux ein, die Eindringlinge nicht duldeten. So kam es zur Todfeindschaft zwischen beiden Stämmen. Ihr neues Gebiet verteidigen die Cree, die Assiniboin und Steppen-Ojibwa, sie ließen sich auch nicht wieder daraus vertreiben.

Als die Weißen in das Gebiet der Großen Seen eindrangen, verließen es die Cree. Sie gingen nun der Pferdezucht nach und ab 1650 begannen die östlichen Cree sich am Pelzhandel der Europäer als Lieferanten zu beteiligen. Am Ende des 17. Jahrhunderts erhielten die Cree von Händlern der Hudson Bay und St. Lawrence Gewehre, Mais, Metallgefäße und Kleidung. Auf der Suche nach wertvollen Pelzen drangen die Cree immer weiter nach Norden und Westen vor, das sie sogar den Großen Sklavensee erreichten.

Durch eine Blatternepidemie (auch unter Poken bekannt) bei den Assiniboin wurde die Bevölkerung auf ein Viertel ihrer früheren Stärke reduziert. Die Cree erweiterten daraufhin ihr Gebiet und stellten somit das Gleichgewicht wieder her.

Cree-Häuptling gemalt von Paul Kane 1848 Die westlichen Cree wanderten in die nördlichen Plains ab, schlossen sich den Assiniboins an und übernahmen vollkommen die Plainskultur. Nur selten kämpften die Cree und ihre Verbündeten gegen Weiße, weil es kaum Ansiedlungen in ihrem Gebiet gab.

Im Jahre 1967 wurden rund 60.000 Cree gezählt, was sie zu einem der wichtigsten Stämme Kanadas machte. Sie leben heute in kleinen Gruppen, meist nur in Familiengröße und sind als Jäger, Fallensteller und Fischer beschäftigt. Ihre Hauptnahrung war Karibu und Elch. Die meisten Crees leben in Reservationen südlich des Churchill River, in den Provinzen Manitoba und Saskatchewan oder sind in den kanadischen Wäldern rund um die Hudson Bay weit verstreut.

1973 begann man mit dem Bau eines hydroelektrischen Kraftwerkskomplex, der sich zum größten Kraftwerk der Welt entwickelte. Dabei kam es zu schweren Eingriffen in die Ökologie der James Bay. Auf Drängen von Umweltschützern und der Protest der Indianer und Inuit begann die Regierung der Provinz Quebec eine Reihe von Maßnahmen, um die Tierwelt zu schützen.

Trotz alledem ist ihr natürlicher Lebensraum durch den Uranabbau und Stauseeprojekte stark gefährdet. Deshalb engagieren sich die Cree heute besonders aktiv in Menschenrechts- und Umweltorganisationen.

Mit der von Missionaren erfundenen Schrift halten die Cree ihre alten Überlieferungen lebendig.

Linguistisch werden die Cree heute wie folgt eingeteilt: Moose-Cree (West Shore Cree), Nordost-Cree (Ostküsten-Cree), Plains-Cree (Western Cree), Südost-Cree (Ost-Binnenland-Cree), Swampy-Cree und in die Woods-Cree.

In den USA lebt ein Teil der Cree im Reservat Rocky Boy's im US-Bundesstaat Montana, einst ein Teil des Forts Assiniboin. Hier sind auch Chippeway angesiedelt. Von diesen Cree erhalten etwa 3000 Cree Einnahmen durch den Abbau von Bodenschätzen. Jedes 1. Wochenende im August wird das Rocky Boy's Powwow gefeiert.
Ein weiteres Cree-Reservat ist das Turtle Mountain in North Dakota, wo neben den Cree auch Chippewa und Nachkommen der ehemaligen französischen Einwanderer leben. Von 25.000 Personen leben mehr als die H&aum;lfte im Reservat. Von einst 10 Millionen Acres Boden sind heute nur noch 150.000 Acres übrig geblieben, die über mehrere US-Bundesstaaten verstreut liegen. Das Reservat liegt nahe der kanadischen Grenze. Im Reservat wurde ein Kulturzentrum eingerichtet, wo Nachbildungen verschiedener Indianerdörfer zu sehen sind. Zahlreiche junge Stammesangehörige, die in die STädte gingen, kommen mit einer Ausbildung ins Reservat zurück und gründen eigene Firmen. Einige Cree-Kommunen liegen auch außerhalb von Reservaten.
 
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