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Crow - ein Präriestamm |
Die
Krähen-Indianer (Crow: Ap-sa-ru-ke oder Ap-sa-ro-ke = Vogelmenschen; nach einem
krähenartigen Vogel, der zur Zeit als sie mit Weißen in Berührung kamen,
ausgestorben war. Wörtlich übersetzt bedeutet das Wort »Absaroka«: »Kinder
des Vogels mit dem großen Schnabel«. Die Crow sind ein Volksstamm der
Sioux-Sprachfamilie, der am oberen Missouri lebte. Sie gingen einst aus den Hidatsa
hervor und verließen bei der Ankunft der Weißen ihre Heimat wohnten
fortan in den Rocky Mountains.
Der Stamm der Crow war in zwei selbständige Abteilungen unterteilt: in die Berg-
und Fluß-Crow, die sich aber als ein Volk fühlten. Von den Unterstämmen
der Crow sind Big-lodge, Burnedmouth, Kicked-in-the-belly, New-made-lodge und die
Whistling-water bekannt.
Neben den Assiniboin und Blackfoot waren die Crow im 19. Jahrhundert einer der
mächtigsten Stämme des Bundesstaates Montana. Ihre Kleidung entsprach der der
Prärie-Indianer, war aber sorgfältiger und mit größerem
künstlerischen Geschmack gefertigt. Eitel waren die Crow, die ihre schöne
Kleidung und besonders ihre langen Haare mit großem Stolz trugen. An ihre eigenen
Haare waren fremde Haarsträhnen befestigt.
Sie waren ein nomadisierendes Jägervolk der Prärie. Sie bauten außer
Tabak, der für sie eine heilige Pflanze war, nichts weiter an. Bei den Crow gab es
die Tabakgesellschaft, die ein religiöser Männerbund war und zu Ehren des Tabaks
Rituale ausführte. Ferner gab es Altersgruppen und Kriegerbünde, wie die Big
Dog, Crazy Dog, Fighting Bull, Fox, War-club und einige andere. Einer der Bünde
stellte im Frühjahr die Lagerpolizei. Die Crow führten ständigen Krieg
gegen die Arapaho, Blackfoot, Cheyenne und Dakota. Anders ausgedrückt waren alle
benachbarten Stämme ihre Feinde. Eine Ausnahme bildeten die Hidatsa und Shoshoni
mit denen sie eng befreundet waren.
Die Crow verhielten sich zu den Weißen friedlich. Dies veranlaßte den
Gouverneur von Montana die US-Regierung zu bitten, die Crow mit Gewehren auszurüsten,
da sie oft als Scouts auf Seiten der US-Armee bei Kriegszügen gegen die Dakota,
Nez Percé und Blackfoot teilnahmen. Über die Crow-Scouts wurde die oberste
Heeresleitung der US-Armee stets informiert über bevorstehende Cheyenne- und
Sioux-Überfälle, so bei der Schlacht von Hayfield Fight 1867, bei Rosebud und
am Little Bighorn.
An der Kleidung der Crow waren die Taten des Trägers zu erkennen. So schmückte
sich der Anführer einer Abteilung mit Haaren an seinem Hemd und an den Mokassins.
Wolfsschwänze waren an den Fersen der Mokassins angebracht, wenn mit der Hand ein
Coup gelang. Wenn ein Krieger ein Gewehr oder einen Bogen erbeutete, so durfte er sein
Hemd mit einem Hermelinfell verzieren. Der Diebstahl eines angebundenen Pferdes brachte
einem Krieger ebenfalls Kriegsehre ein. An vierter Stelle stand erst der Skalp. Wollte
ein Krieger berühmt werden, muszlig;te er diese Taten je zweimal erfolgreich
ausführen. Die größte Ehre erreichte ein Krieger, wenn er einen
verwundeten Stammesgenossen rettete.
Bei den Crow war Mord Privatangelegenheit. Sie ging nur der Sippe des Ermordeten und
der des Mörders an. Um eine fortwährende Fehde zwischen beiden Parteien
zu vermeiden, vermittelte die Lagerpolizei. Der Mörder und seine Sippe bezahlte
z. B. eine angemessene Summe als Bußgeld an die Hinterbliebenen.
Die Crows erhielten durch den Vertrag von Laramie 1868 im Zentrum ihres ehemaligen
Stammesgebietes eine Reservation im südöstlichen Montana zur Ansiedlung zu
gewiesen. Im religiösen und kulturellen Leben der Crow spielte der alljährlich
stattfindende Sonnentanz eine zentrale Rolle, der im Jahre 1904 von der US-Regierung
verboten wurde. Er wurde aber in abgeänderter Form 1941 wieder zugelassen. Die
Geldsorgen des Stammes konnten durch Ölfunde auf ihrem Reservationsgebiet getilgt
werden. Im Jahre 1970 lebten in der Crow-Reservation 3.500 Personen. Bei einer
Zählung 1985 wurden 5.811 Crow registriert. |
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