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Die
Indianer
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Die Sioux: Jäger und Sammler


Die Sioux waren ausgesprochene Jäger und Sammler, aber niemals Ackerbauern. Das Wohl des Volkes war abhängig von den Fähigkeiten der Jäger. Eine Tierhaltung kannten die Sioux ebenso wenig. Über das Stammesgebiet der Sioux zogen große Bisonherden, in Rudeln oder auch vereinzelt Antilopen, Grauwölfe und Kojoten. Die Flüsse durchzogen das Land mäanderartig und waren meist tief. In den Niederungen wuchsen Pappeln und Eschenahorn, die Hügel wurden von Kiefernbestand gesäumt. Dies war das Land für eine Vielfalt weitere Tiere wie Wapiti, Rotwild, Stachelschwein, Biber, Ente ...

Trotz der großen Mengen an Tieren war das Jagen eine anstrengenden Arbeit und kein Vergnügen, auch kein Zeitvertreib, sondern eine existenzielle Beschäftigung. Gute Jäger führten ein gutes Leben, schlechte lebten in Armut und wurden verspottet.

Die Sioux einst Jäger des Waldlandes anerkannten schnell die Bedeutung des Bisons für ihre Wirtschaft und machten sich diesen Reichtum zunutze. Sie lebten ein üppiges leben, merkten aber, dass der Bison sie nicht allein ernähren konnte. Rotwild zogen sie gegenüber dem Bisonfleisch als Nahrung vor, zudem lieferte es Hirschleder für die Kleidung.

Als Jäger verwendeten die Sioux auch in ihrer jetzigen Heimat Methoden aus dem Waldland. Ihre Siedlungen legten sie nahe dem Wasser an, ebenso in Wäldern. Ungeschützte Hochebenen suchten sie nur für ihre zeremoniellen Versammlungen im Sommer auf. Für ihr Produktionssystem für Kleidung, Geräte, Waffen und zum Teil für ihre Behausungen waren sie auf die waldähnliche Umgebung angewiesen.

Die Sioux und auch jedes andere Jägervolk der Plains hätte nicht ohne Bisons und das Pferd überlebt. Fast genauso wichtig für das Überleben war die Beibehaltung ihrer vom Waldland geprägten Lebensweise.

Zwei Möglichkeiten der Jagd kannten die Sioux. Einmal das Tate oder Jagen auf Familienbasis, zum anderen das Wani-sapa, die Treibjagd, an der sich das Dorf beteiligte. Auch der einzelne Jäger konnte den Wunsch verspüren auf die Jagd zu gehen, wenn er es wollte. Manch ein Jäger jagte aber auch zum Vergnügen oder hatte den Wunsch, eine Feder eines bestimmten Vogels zu erbeuten. Auch das ¨berraschende Auftauchen von Wild vermehrte den Vorrat.

Im Spätherbst löste sich das zeremonielle Lager auf und die Gruppen teilten sich zu Tates - Familiengruppen, um die Wintervorräte zusammenzutragen. ... Es gab jetzt keine offizielle Organisation. Jede Familie blieb für sich bis sich der Stamm zu Winteranfang an einem vorher festgelegten Platz wieder zusammenfand. Die Männer jagten nun zu zweien in einer kleinen Familiengruppe. Zusammenarbeit war vorteilhaft, denn so konnte man Tiere von der Herde abdrängen. Manchmal jagten auch Männer alleine, dabei mußte der Jäger die Gewohnheiten einzelner Tierarten genau kennen.

Jagdmethode Um Rotwild zu jagen, war es wichtig, dass der Wind gegen einen weht und man in Deckung bleibt. Im freien Gelände war hingegen schwierig es zu erlegen. Manchmal war das Anschleichen wichtig, manche Männer zogen dabei die Mokkasins aus, um noch besser schleichen zu können. Dies soll auch Glück bringen. Beim Schleichen war es wichtig zuerst die Zehen aufzusetzten und dann das Gewicht auf die Fersen zu verlagern. Wenn die richtige Position erreicht war, mußte das tier, welches zuerst geschossen werden sollte, ausgesucht werden, dann das zweite und wenn es möglich auch noch das dritte zu erlegen. Entdeckten Jäger Rotwild an einem steilen Hang, dann konnte vielleicht das ganze rudel in die Enge getrieben werden. Mehrere Jäger trieben, wenn es möglich war, Antilopen und Rotwild in Schneewehen. Dazu kreisten sie es ein und trieben es in ein Bachbett. Zu Schneejagden trugen die Männer hohe Mokassins oder Schneeschuhe aus Holz oder banden sich nasse Rohlederstücke um die Beine, die in der Kälte gefroren.

Die Jagdmethoden waren sehr verschieden. Das Anschleichen gegen den Wind oder Überraschungsangriffe gehörten genauso dazu wie das Verkleiden mit Wolf- oder Hirschfellen oder das Auflauern an Tierwechseln. Die Jagd wurde zu Fuß durchgeführt, Ausnahme bildete die Treibjagd auf Bisons, die zu Pferd erfolgte. Besonders wichtig auf der Jagd war das geräuschlose Anpirschen und die Versendung des Pfeils bevor das Tier den Jäger bemerkte. Auch Schlingen auf bekannten Futterstellen oder auf Wildwechseln gehörten zu einer erfolgreichen Jagd. Mink und Fuchs wurden mit Fleischstücken, in denen eine Klinge steckte, angelockt. Bissen sie auf die Klinge, zerschnitten sie ihre Zunge und verbluteten daran.

One Horn, ein Häuptling der Miniconjou, folgte einem fliehenden Bison zu Fuß. Hatte er den Bison eingeholt, schoß er seinen tödlichen Pfeil dem Tier genau ins Herz. Größere Tiere wie Bären wurden mit Ködern erlegt. Sobald das Tier am Köder zerrte, lief ein schwerer Balken auf die Beute hernieder und tötete es - zumindestens in den meisten Fällen.

Kleinwild, Vögel und Fische ergänzten die Nahrung. Jungen jagten vor allem Kaninchen, die sie einkreisten und mit kurzen schweren Keulen durch gezielte Würfe erschlugen. Mit Pfeil und Bogen wurden Eichhörnchen getötet. Präriehunde schoß man und Biber wurden mit Rauch aus ihrem Bau getrieben und mit Keulen erschlagen. Stachelschweine gruben Frauen aus, indem sie während ihres Grabens nach dem Tier tasteten, sobald sie das Fell entdeckten, in das Stachelfell einen Stock drehten, das Stachelschwein aus dem Bau herausholten und es totschlugen. Auch Kojoten, Wölfe, Stinktiere und Bisamratte waren wichtige Jagdbeute, ebenso Luchs und Dachs.

Fand ein Jäger eine Waschbärenspur an einem hohlen Baum, so stopfte er Hölzer und Heu in das Loch und zündete es an. Nun wartete er was passierte. Entweder fiel das Tier ins Feuer und war halb gar oder es kletterte aus einem oberen Baumloch heraus und sprang herunter, wo der Jäger ihn mit einer Keule erschlagen konnte. Vögel wurden meist mit einer Keule erschlagen oder mit Schlingen und Fallen gefangen, seltener schoß man nach ihnen. Die Jagd nach Enten und Gänsen wurde mit einem Schleuderpfeil - Wismahi yeyapi - unternommen, denn er reichte weiter als ein Schuß mit einem Pfeil. Präriehühner schoß der Jäger und Zwergohreulen und Ziegenmelker fing er.

Um Erfolg bei einer Jagd zu haben, reichte Wissen, Geschick und Schnelligkeit nicht aus, sondern auch Verständnis für die Tiere und die Anerkennung ihrer geistigen Eigenschaften. Respekt wurde vom Jäger erwartet und eine besondere Versöhnung als Gegenleistung. Ein Krieger holte sich die Forderungen in Visionen. Die Tiere waren heilig, weshalb vor der Jagd religiöse Riten abgehalten wurden. In der Philosophie der Sioux war der Mensch ein untrennbarer Bestandteil der Natur, der aber zur Erhaltung seiner Macht wegen des übernatürlichen Ursprungs der Tiere auf diese angewiesen war, deshalb war eine Versöhnung mit ihnen wichtig. Das Jagen war also eine ernste und mystische Beschäftigung, die Geschick, Macht und Organisation verlangte und vom Übernatürlichen kam.

Um Achtung einem Tier zu erbringen, mußte der Jäger vor der Jagd eine Pfeife als Symbol der demütigen Bitte rauchen. Ein Dankopfer gehörte zur Versöhnug bei der Erlegung und während der Mahlzeit opferte er kleine Fleischstücke, in dem er sie hoch hielt und den Geist dankte. Männer mit Jagdpech glaubten einen Fehler während der Rituale gemacht zu haben.

Durch bestimmte persönliche Handlungen konnte der Jäger zusätzlich zu den Riten noch Rat und Macht von dem Übernatürlichen erhalten, dazu konnte er auf Visionssuche gehen oder Hilfe von einem Schamanen erbitten.
Ganz besonders heilig war die Adlerjagd, die ausschließlich von Männern unternommen wurde.
Dachse, Kojoten, Stinktiere, aber auch Falken und Adler nahmen sich Jungen als Haustiere. Waren die Tiere ausgewachsen, liefen sie davon. Genannte Vögel tötete man wegen ihrer Federn.

Die Sioux jagten aber nicht nur, sondern fischten auch. Dazu verwendeten sie Knochenhaken, der an einer langen Schnur aus Sehnen an einem Weidenstock befestigt war. Für Forellen und Rotflosser kamen Heuschrecken als Köder zum Einsatz. Eine weitere Fischfangmethode war das Vorrücken von zwei Personen jeweils an einem Ufer mit einer siebartigen Haut als Netz. Von einem Unterlauf eines Baches rückten sie auf einen Wasserfall zu, indem sie im Gehen die tiefen Stelles des Baches abfischten. Mit dieser Jagdmethode konnten große Mengen Fischen gefangen werden.

In einer mit kleinen Blättern ausgelegten Grube wurde der Fisch gegart. Der gesäuberte Fisch wurde auf Blätter gelegt, diese wurden mit einer Lage Stöckchen bedeckt, auf die wieder Blätter kamen. Darauf kam eine dünne Schicht Erde, die nun die gleiche Höhe des Bodens erreicht hatte. Über die Grube zündeten die Sioux ein mächtiges Feuer an. War das Feuer heruntergebrannt, war der Fisch durchgebraten. Nun legten die Männer den Fisch vor sich hin, zogen ihm die Haut ab und genossen ihre Mahlzeit. Fisch, den man mit nach Hause nahm, wurde vor dem Kochen gesäubert und erst nach dem Garprozeß die Haut abgelöst - dies ging einfach leichter.

Jagdmethode Schildkröten fing man mit der Hand, wenn sie früh morgens Tau tranken. Sie wurden zu Suppen verarbeitet - das Fleisch galt als Delikatesse.

Einzelne Jäger und kleine Jagdgruppen konnten trotz des vielfältigen Nahrungsangebots kaum eine größere Gesellschaft mit ausreichend Fleisch versorgen bzw. einen Vorrat anlegen. Dazu waren Gruppenunternehmungen notwendig. Die wichtigste Jagdmethode war das Wani-sapa - die Einkreisung der Bisons. Eine erfolgreiche Treibjagd brachte genügend Lebensmittel für die gesamte Gesellschaft einen ganzen Winter lang. Sie war die wirkungsvollste und zugleich aufregenste Jagdform der Prärie-Indianer. Anders als ein Tate - das vom Familienoberhaupt angeregt wurde, war die Treibjagd eine Gruppenaktion - eine Stammesangelegenheit - die genauen religiösen und politischen Gesetzen und einer festen Form folgte. Für eine erfolgreiche Wani-sapa war die Mitarbeit fast jeden Gruppenmitglieds notwendig. Sie diente ausschließlich der Erbeutung von ausreichend vielen Bisons.

Im Wani-sapa sieht man, dass die Sioux zu systematischen Handeln fähig waren. Ob eine Bisonjagd stattfinden sollte, war die Entscheidung des sogenannten Nacas, der für die Jagd die Oberaufsicht hatte. Es war eine seiner Aufgaben eine Jagd - also eine Wani-sapa - zu organisieren. Dazu rief er eine Versammlung ein, in der entschieden wurde, ob die vorhandene Nahrungsmenge reichte. Meist war Fleischmangel Grund für eine Jagd. Der Nacas stützte sich auch auf den Rat des Schamanen, der in einer Vision Wild gesehen hatte. Herrschte akuter Nahrungsmangel bat man einen Schamanen die Entscheidungsgewalt zu übernehmen. Als sogenannter Bison-Träumer stellte er seine Dienste zur Verfügung, indem er ein Schwitzbad nahm und auf diese Weise zu übernatürlichen Helfern Verbindung aufnahm. Nach dem Ritual gab er bekannt, ob ein Jagdzug erfolgreich sein könnte oder nicht. War kein Erfolg zu erwarten, bat man einen anderen Schamanen die Aufgabe zu übernehmen. War dieser von einer erfolgreichen Jagd überzeugt, so ordnete er bestimmte Rituale und Opfer an, die seinem übernatürlichen Helfer dargebracht werden sollten. Dies war gewöhnlich der Büffeltanz. Nach der Bekanntgabe dieser Zeremonie reinigte sich der Schamane nochmals mit einem Schwitzbad und gab bekannt, wo Bisons auftauchen oder zu finden sind und welche weiteren Zeremonien notwendig waren. Wurden Bisons gesichtet, übernahm wieder der Nacas den weiteren Ablauf.

Nur sehr selten wandte man sich an den Bison-Träumer, da man es gar nicht erst bis zu einer Hungersnot kommen lassen wollte. Der Häuptling trug die Verantwortung für ausreichend Lebensmittelvorräte zu sorgen. Häufig riefen die Nacas zu Versammlungen, wo die Notwendigkeit einer Jagd besprochen wurde. Gelegentlich lud er auch dazu die Mitglieder des Ska Yuha, des Ältestenrats, in dem geschätzte Jäger aus früheren Tagen saßen, zu der Besprechung ein.

Beschloß man eine Jagd, so wählten die Nacas anerkannte Männer als Führer der Spähergruppe. Der Ausrufer rief die beiden Ausgesuchten zur Versammlungshütte, wo sie ihre Anweisungen erhielten und wo sie nach Bisons suchen sollten. Der zuerst Gewählte leitete den Trupp. Die Ehre als Späher eingesetzt zu werden, gab den Eltern die Erlaubnis im Namen der Söhne Geschenke zu verteilen. In der Mitte des Tipidorfes errichtete man einen Pfahl, der einen Bison oder Feind symbolisierte, an dem es nun galt Berührungscoups zu vollziehen. Unter Singen und Tanzen schickte ein ruhmvoller Mann, der selbst Späherdienste ausgeführt hatte, die Auserwählten auf den Weg.

Das Lager folgte meist den Spähern. Fanden diese keine Bisons, kehrten sie heimlich zu den Zelten zurück. War ihr Unternehmen von Erfolg gekrönt, dann ritt ein Reiter auf einen Hügel und legte durch Hin- und Herreiten die Entfernung zurück, in welcher sich die Bisonherde befand. Danach begab man sich zum Tiyo-Tipi und zelebrierte das Rauchritual - das Gelübte die Wahrheit zu sagen. Dazu wurde ein Altar mit Süßgras, Bisonmist und einer geweihten Pfeife errichtet. Wenn das Ritual vollzogen war, erteilten die Nacas den Spähern das Wort ihren Bericht zu erstatten. Nachdem der Ausrufer verkündet hatte, dass nun die Jagd beginnen solle, fand sich der Kriegerbund, der zur Zeit die Polizeipflichten wahrnahm, am Tiyo-Tipi ein, um womögliche Anordnungen entgegennehmen zu können. Wichtig war jetzt, die Bisonherde nicht zu stören. Die Besitzer der weißen Pferde - die Ältesten, die Ska Yuhas - entschieden über die Jagdmethode.

Die Geländebeschaffenheit war meist ausschlaggebend. Es gab einige Standardmethoden. Bei der Umkreisung der Bisonherde teilte man die Jägerschar in zwei von erfahrenen Männern geführte Abteilungen. Auf ein Zeichen ritt man auf die verwirrte Herde zu und hinein. Selbständiges Handeln war nun gefragt, um so viel wie möglich Bisons zu erbeuten. Nachzügler auf langsameren Pferden machten Knoten in den Schwanz von getöteten Bisons, um ihren Anspruch auf Fleischanteile geltend zu machen. Knaben und ältere Männer führten die Packpferde. An den persönlichen Zeichen der Pfeile erkannte der Jäger seine erzielte Beute. Streitigkeiten um die Jagdbeute schlichtete der Anführer der Jagd oder der Akicita. Die, welche Knoten in den Schwanz von Tieren geknotet hatten, durften jetzt ihre Wünsche äußern. Der erfolgreiche Jäger hatte die erste Wahl, er durfte aber den Glücklosen die gewünschten Fleischstücke nicht verweigern.

Bisons über einen Rand einer Steilwand zu jagen, war eine ältere Methode, um an große Fleischvorräte zu gelangen. Der sogenannte Bisonrufer hatte dabei die wichtigste Rolle. Er brauchte ausgezeichnete Kenntnisse über das Verhalten der Tiere und vor allem viel Geduld und Geschick. Als Bison verkleidet und die Bewegungen eines Bisons zu vollführen, ahmte er, um das sich aufmerksam zu machen, ihre Laute nach. Zuvor hatten sich Männer, Frauen und Kinder vor einer solchen Steilwand so postiert, dass ihre Form, die eines V entsprach, dessen Spitze auf die Klippe wies und dessen Endpunkte oft kilometerweit auseinanderlagen. An häUfig verwendeten Felsstürzen waren an den Punkten Steinhaufen errichtet worden, wo jetzt die Helfer dieser Treibjagd postiert waren. Der Rufer lenkte die Herde in die Richtung des Abgrunds, während die Helfer Umhänge schwenkten, um die Herde voranzutreiben. Die Tiere bekamen dadurch solche Angst, so dass sie panisch auf die Felsklippe zu liefen und dort in den Tod stürzten. Tiere, die überlebten, wurden am Fuße des Steilhangs mit Keulen und Steinen erschlagen. Der Rufer hatte sich rechtzeitig seitwärts in sicherheit gebracht.

Das Fleisch wurde an alle Gruppenmitglieder verteilt, bestimmte Personen hatten wegen ihres besonderen Jagdtalents, ebenso Alte und der Bisonrufer das Recht auf ausgesucht gute Stücke. Die Aufsicht der Verteilung oblag dem Anführer der Jagd und dem Akicitabund. Wurde ausreichend Beute gemacht, erhielt jeder was er brauchte. Persönliches Ansehen zu erringen, war meist dem Anführer und der Lagerpolizei vorbehalten, weshalb diese Methode der Treibjagd im 19. Jahrhundert immer weniger durch das Pferd angewandt wurde.

Eine Art Treibjagd wurde auch im Winter durchgeführt, wenn man Tiere, die in Herden lebten, in Schneeverwehungen trieb. Zu Fuß oder auf Schneeschuhen waren dazu die Jäger unterwegs und als Waffen kamen Pfeil und Bogen und der Speer zum Einsatz.

Die Treibjagd brachte eine reichliche Versorgung oder sogar Überfluß an Fellen, Nahrung und Rohmaterial. Wurden mehr Tiere getötet als gebraucht wurden, so diente der Überfluß zur Absicherung in Notzeiten. Mit dem Abschluß der Jagd endeten auch die Ordnungsaufgaben des Polizeibundes, nur Fehlverhalten wurde noch bestraft. Der Akicitas hatte das Recht den Besitz und das Zelt des Missetäters zu zerstören. Zeigte dieser öffentlich reue, erhielt er Ersatz für seinen Verlust.

Bisonsturz vom Maler Alfred Jacob Miller Fleisch bildete die Hauptnahrung der Sioux. Pflanzliche Kost war aber eine willkommene Ergänzung. Junge unverheiratete Mädchen und alte Frauen hatten die Aufgabe Beeren zu pflücken. Einige trugen dazu Sammelschürzen, andere hielten ihre Röcke hoch und ließen die Beeren hineinfallen, wieder andere legten ein Stück Tierhaut unter einem Busch, in das die Beeren gesammelt wurden. Zum Heimtransport füllte man die Beeren in Felltaschen oder ließ sie von Hunden mit Travois ziehen.

Wilde Kartoffeln und Rüben wurden mit einem Stock ausgegraben. Fand man größere Mengen, mußten auch die Männer helfen, um so viele wie möglich zu ernten. Pfeilkrautbeeren wuchsen im tiefen Wasser und mußten deshalb auch von den Männern gepflückt werden. während die Frauen am Ufer standen und die Beeren auffingen.

Von den Siouxfrauen wurde die gesamte Pflanzenwelt sorgfältig beobachtet, um keine Nahrungsquelle übersehen zu können. Die Gewohnheit der alten Frauen ging sogar soweit, dass neue Lagerplätze nach Mausverstecken untersucht worden, um eventuell getrocknete Bohnen zu finden. Für jedes Pflanzenprodukt gab es eine Methode der Haltbarmachung.

Wichtigste Frühjahrsspeisen waren wilde Rüben, Cheyenne-Rüben, Erdbeeren und Felsenbirnen. Ihnen folgten etwas später Kartoffeln, Artischocken und Kirchen. Im Herbst wurden Pflaumen und Pilze gegessen, denen Hagebutte und Eicheln folgten.

Einige Gerichte mußten vor dem Verzehr behandelt werden, so zum Beispiel Kaktusfrüchte und Eicheln. Zuerst wurden Eicheln getröstet. Wenn sie von der Röstunterlage sprangen, aufgesammelt, gekocht, getrocknet und dann mit einem Kirschstampfer zerstoßen. Zur Aufbewahrung wurden sie nun mit Fett vermischt. Aus ihnen wurde einmal ein Brei zubereitet werden.

Trotz des überflusses im Sioux-Gebiet gab es auch Essenmangel. Dann schabten die Frauen die aufgespannten Häute und stellten daraus eine Suppe vor allem für die Kinder her.

Die Sioux siedelten allerdings in einem Gebiet, welches vom Standort her begünstigt wurde - zweimal jährlich zogen auf ihrene Wanderungen die Büffel durch. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts hatte das System der Sioux-Gesellschaft das höchste Maß der Stabilität erreicht. Ihre wirtschaftliche Grundlage war der Bison. Sie brauchten sich mit keiner anderen Wirtschaftsform zu beschäftigen, wie etwa dem Ackerbau.

Als der weiße Mann auftauchte und die Bisons abschlachtete, führte ihre einseitige Wirtschaftsform zur Katastrophe.
 
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