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Die Delawaren


traditionelle Kleidung der Delawaren-Frauen um 1910-15 Die Delawaren (Name nach Lord de la Warre) sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der sich selbst "Lenni-Lenape" = "Wir, sind das Volk" oder »Männer unserer Nation« nannte und das Tal des gleichnamigen Flusses bewohnten. Ihr Stammesgebiet dehnte sich jedoch in seiner Gesamtheit vom Hudson River bis nach Manhattan aus. Der Oberhäuptling hatte einst seinen Sitz nahe der heutigen Stadt Germantown. Im Jahre 1682 (1686*) kaufte William Penn das Land zwischen dem Delaware River und dem Lehigh River wie auch das Gebiet von Bethlehem (Pennsylvania) für einen lächerlichen Preis ab.

Tammany (Tamanend) war der große und berühmte Sachem jener Zeit, der von seinem Volk sehr verehrt wurde und deshalb von den Weißen St. Tammany genannt wurde. Die Delawaren sind auch in der Literatur bekannt geworden durch ihre auf Birkenrinde eingeritzte Nationalchronik, welche in Bilderschrift angefertigt wurde. Dieses Dokument trägt den Namen "Walam Olum", was "Rote Niederschrift" bedeutet.

Laut neuesten Untersuchungen soll es sich bei der Niederschrift um eine Fälschung handeln.

Neben dem Oberhäuptling gab es in den verschiedenen Stämmen und Unterstämmen eigene Häuptlinge wie auch Berater. Die Delawaren lebten in kleinen Dörfern in denen viereckige mit rindengedeckte Hütten errichtet waren. Sie waren Jäger, bauten jedoch auch Mais und Gemüse an. In der Glaubenswelt der Delawaren gab es nur eine einzige große Macht, und zwar die der vier Götter, denen weitere andere Mächte untergeordnet waren, die sich wiederum in verschiedene Ränge untergliederten.

Unter ihrem Sachem Tammany erreichten die Delawaren den Höhepunkt ihrer Macht. Diese wurde erst gebrochen als sie mit Weißen im Süden und Osten in Berührung kamen sowie durch die ständigen Kriege gegen ihre Nachbarn den Irokesen im Norden und Westen, die sie empfindlich schwächten. Die Delawaren bewohnten als Untertan der Irokesen von 1720 bis 1770 ein Gebiet innerhalb der heutigen Staaten New Jersey, Westpennsylvania und Delaware. Um das Jahr 1770 zogen sie nach Florida und Miami, um sich dann später in Missouri und Ontario anzusiedeln.

Ihre Schwäche nutzten die Weißen sogleich aus und verdrängten die Delawaren aus ihrer Heimat. Die neue Heimat der Delawaren wurde 1724 Pennsylvania, wo sie jedoch auch keine Ruhe fanden. Denn Thomas Penn, der Sohn von William Penn, fälschte 1734 eine Urkunde, was dazu führte, dass die Delawaren 1742 ihr Stammesgebiet am gleichnamigen Fluß verlassen mußten. Sie wanderten westwärts ab und wurden abermals von Weißen im Jahre 1751 verdrängt. Diesmal ließen sich die Delawaren in Ohio nieder. Aber auch hier fanden sie keine neue Heimat, denn Ohio sollte nur wenige Jahre ihre Wohnstätte sein. 1770 zogen die Delawaren nach Indiana, wo sie von den ansässigen Miami-Stämmen geduldet worden. Die Mincie-Gruppe blieb hier und kämpfte im französisch-indianischen Krieg auf Seiten der Franzosen. In der Revolution waren sie Verbündete der Engländer. Die spanischen Behörden erlaubten einen Teil der Delawaren sich in Missouri anzusiedeln, was auch der Hauptteil von ihnen machte. Der Rest zog nach Ontario. Auf diese Weise entzogen sie sich der Bestrafung durch die Vereinigten Staaten. In Ontario erhielten sie von den Engländern Reservate zu gewiesen, wo heute noch Delawaren leben.

Im Jahre 1778 schlossen die Delawaren den ersten Vertrag zwischen der USA und einem nordamerikanischen Indianerstamm. 1794 führten beide Seiten gegeneinander Krieg, wobei die Delawaren am 20. August in der Schlacht bei Fallen Timbers in Ohio von General Anthony Wayne und seinen Truppen geschlagen wurden. In Greenville wurde am 3. August 1795 zwischen beiden Seiten ein Friedensvertrag geschlossen. Die Delawaren erhielten das Recht, in Ohio zu leben. Aber bereits 1829 erhielten die USA alle Gebiete wieder zurück. Die Delawaren zogen daraufhin in den Osten von Kansas, wo sie 1835 eine Reservation erhielten. Da sie es in Kansas nicht aushielten, zogen sie 1867 ins Indianerterritorium Oklahoma. Eine andere Gruppe, welche bis 1866 bei den Choctaw in Kansas gelebt hatten, gründeten im Jahre 1839 eine eigene Regierung. 1867 verließen 985 die Delawaren Kansas und zogen nach Süden an den Caney River. Hier wurden sie Stammesmitglieder der Cherokee. Einige von ihnen hatten unter Diskrimierung zu leiden, andere wurden in den obersten Rat der Cherokee gewählt. Die Delawaren schickten ihre Kinder in Schulen der Cherokee.

Fast 150 Jahre zogen sich die Delawaren von einem Jagdgebiet in ein anderes. Die Mohikaner (Mahican), die ebenfalls der Algonkin-Sprachfamilien angehören, zogen mit den Delawaren von Anfang an mit. Vom Ohio an wanderten auch die kriegerischen Shawnee mit Delawaren. Als die Delawaren die östlichen Waldgebiete ihres Stammesgebietes verlassen hatten, waren sie ohne Heimat und wenn nicht die Shawnee ihnen zur Seite gestanden hätten, wären sie wegen ihrer wenigen Krieger rasch ausgelöscht worden. Die Shawnee konnten aber alle kriegerischen Auseinandersetzungen erfolgreich zurückschlagen. Bevor die Delawaren ihre angestammte Heimat verließen, zählte der Stamm 10.000 Personen, aber durch die Kämpfe mit den Irokesen und Weißen wurden sie stark dezimiert. Auf ihren Wanderungen nach Westen wurden sie zusätzlich durch Krankheiten wie auch durch den Ohio-Grenz-Krieg weiterhin geschwächt.

Siebenmal verließen die Delawaren ihre Jagdgründe immer auf der Suche nach neuen. Jeder Delaware war durchschnittlich in seinem Leben an zwei Wanderungen beteiligt. Immer wieder schlossen ihre Anführer mit anderen Stämmen Verträge, um in Frieden leben zu können. Im Bürgerkrieg wie auch in den Indianerkriegen dienten die Delawaren zahlreichen Generälen als loyale Scouts.

1823 wurden etwa 2.400 und zu Beginn des 20. Jahrhunderts 2.200 Stammesangehörige gezählt. In Oklahoma wurden im Jahre 1950 2.162 Delawaren registriert, davon waren 1.250 Personen Nachfahren der Delawaren aus Kansas.

Ihre ehemalige Bevölkerungszahl war auf ein Sechstel ihrer ursprünglichen zurückgegangen. Die Hauptmasse kam 1867 in die Wichita-Reservation. 1985 wurden von der Anadarko-Behörde in Oklahoma 396 Stammesangehörige registriert.

* = andere Quelle andere Jahresangaben.
 
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