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Einführung: Indianer - Herkunft ? Besiedlung ? Rothaut ? |
Indianer-Fans gibt es viele auf der Welt. Interessante Web-Seiten zu diesem Thema
auch. Jeder Fan betreibt sein Hobby mit größter Sorgfalt und Genauigkeit zum
Detail.
Um alle Aspekte zu berücksichtigen, müßte ich mehrere hundert Seiten
veröffentlichen (mehr als 400 sind es bereits). Ich beschränke mich in meiner
Darstellung deshalb auf wesentliche Bestandteile, wie die Geschichte, die Sitten und
Bräuche, die Lebensweise, die Sprachfamilien und Stämme, die Kulturareale und
Hochkulturen sowie die Kriege und der Freiheitskampf der Indianer.
Dies soll all denen eine Anregung geben, die die Bücher von Karl May, James
Fenimore Cooper, Lieselotte Welskopf Henrich u. v. a. m. gelesen haben
und sich von nun an mit der wahren Geschichte einer fast untergegangenen Kultur
beschäftigen wollen. |
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Einführung |
Die ersten Funde von Indianern wurden auf dem langen eisfreien Korridor - der
Beringstraße, die Sibirien und Alaska verband, gemacht. Bei der Verfolgung von Mammuts
waren Großwildjäger in neu entdeckte Gebiete eingedrungen und besiedelten sie.
Moderne Datierungsmethoden sind in der Lage das Alter von Werkzeugen oder Knochen zu bestimmen.
Die Fundstätte Old Crow (Alaska) ist nach neuesten Untersuchungen an gehauenen Steinen auf
14000 v. Chr. datiert worden. Eine andere Fundstätte in Pennsylvania war von 20000 bis
17000 v Chr. besiedelt, Dutchess Quary (New York) um 10000 v. Chr. Behauene Feuersteine
wurden in Folsom (New Mexico) gefunden und Pfeilspitzen zwischen Bisonrippen in Clovis. Die
Menschen der Altsteinzeit besiedelten den ganzen Kontinent.
In Folsom und Clovis setzte man um 9000 v. Chr. bereits die Speerschleuder Atlat ein.
Der Hund wurde um 6500 v. Chr. der Gefährte des Menschen. In Mexiko begann man
etwa zur selben Zeit mit dem Anbau von Mais, Bohnen und Kürbis. Kartoffel, Tomaten,
Sonnenblumen, Kakao, Avocado und Baumwolle folgten etwas später diesen Pflanzen - drangen
allerdings nicht in kältere Regionen vor.
Die Viehzucht setzte sich nicht durch, vielleicht wegen des Reichtumes an Wild. Die
Landwirtschaft machte die Jäger und Sammler seßhaft und es entstanden
größere Gemeinschaften, wie z. B. Häuptlingtümer. In Gräbern
gefundene Gegenstände zeugen davon, ebenso mächtige Bauwerke (Mounds) und
Ballspielplätze der Hohokam.
Letztgenannte Kultur bestand von 300 bis 1450 n. Chr. in der Wüste des südlichen
Arizona, wo sie als einzige Kultur Nordamerikas Bewässerungsfeldbau betrieben.
Die Toten wurden durch Feuerbestattung beigesetzt. Handelsbeziehungen entstanden mit
Indianern Kaliforniens und Mexikos.
Im Südwesten Nordamerikas entwickelte sich die Töpferei. Besondere Erzeugnisse
dabei brachten die Mogollon im Mimbres-Tal (New Mexico) hervor, die zur Zeit der Hohokam
lebten.
In Mesa Verde entdeckte man sogenannte Cliff Dwellings der benachbarten Anasazi, deren
bedeutende Kultur auch Einfluß auf ihre Nachbarn nahm. Sie verwendeten für den
Bau ihrer halbkreisförmigen Gebäude Adobe. Auch im Chaco (New Mexico) breitete
sich die Kultur der Anasazi aus, wo sie ein ausgedehntes Straßennetz besaßen,
dass ihnen umfangreiche Handelsbeziehungen ermöglichte. Eine Dürreperiode zwischen
1276 und 1299 zwang die Anasazi ihre Wohnstätten aufzugeben.
Im Mississippi-Tal tauchte um 700 v. Chr. die Adena-Kultur auf, deren nachfolgende
Kulturen als Mound Builder - Hügelbauer - bezeichnet werden. In den imposanten Erdbauten
begruben sie ihre Toten. Etwa zwischen 800 und 1000 n. Chr. erlebte die Mississippi-Kultur
ihren Höhepunkt, deren bedeutendsten Handelsplätze Cahokia und Moundville waren.
In diesen Städten herrschte ein Häuptling - Große Sonne genannt - wie ein
lebender Gott über 15.000 und mehr Einwohner.
In Mittelamerika bildeten sich um 1500 v. Chr. aus Dorfgemeinschaften religiöse und
politische Zentren, deren erste Hochkultur die Olmeken waren. Aus deren Einfluß
entwickelten sich die nachfolgende Kulturen bis zu den Azteken.
Die bekannteste Kultur in Südamerika waren die Inka, denen auch schon andere Kulturen
vorausgingen - siehe Frühe Kulturen in Südamerika.
Nach der Entdeckung Amerikas kam es zu einem dramatischen Ablauf der Geschichte.
Seit dem 16. Jahrhundert drangen immer mehr Europäer in die Weiten Nordamerikas vor.
Die Indianer werden im Land was ihnen einst gehörte, gehetzt, in hundertfach
gebrochenen Verträgen werden sie betrogen, in Kriegen und für ein paar
Glasperlen wird ihnen ihr Land abgenommen.
Desweiteren infizierten die weißen Eindringliche die Urbevölkerung mit
Krankheiten, wie den Pocken. Bei der Krankheit blieben die indianischen Heilmethoden
wirkungslos, wie auch bei anderen eingeschleppten Seuchen - Das Immunsystem der Ureinwohner
hatte gegen diese Krankheit keinerlei Abwehrkräfte entgegenzusetzen.
Auf diese Weise wurden ganze Stämme vernichtet. Die Medizinmänner der
Indianer hingegen heilten skorbutkranke Weiße mit dem Tee der weißen Zeder.
Die Ureinwohner des Kontinents wurden nach dem sie unterworfen waren, in ärmliche
und karge Reservationen verbannt. Ihre Existenz ist mehr als erbärmlich. Die
statistischen Angaben über das Leben der Indianer in den Reservationen ist
grauenhaft:
- Die Kindersterblichkeit liegt um 70 Prozent höher als
durchschnittlich in den Vereinigten Staaten.
- Die Lebensdauer des Indianers liegt um acht Jahre unter der des
Durchschnitts-Amerikaners.
- Die durchschnittlichen Einkünfte betragen nur die Hälfte dessen, was die
Regierung als Existenzminimum betrachtet.
Die Indianer erlitten den längsten Holocaust der Geschichte - mit mehr als 400 Jahren.
Seine Blutsspur beginnt mit der Vernichtung der Stadt Tenochtitlán (1519) und
zieht sich bis Wounded Knee (1890) hin.
Die Indianer suchen nach Jahrhunderten der Mißachtung und Unterdrückung neue
Zukunftsperspektiven.
Weitere ausführliche Beispiele für Fundstätten der Besiedlung werden
demnächst auf der Seite «Sie besiedelten Amerika»
gebracht. | |
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Wie entstand der Wort «Indianer» ?
Wie das Wort «Indianer» entstand, gibt es zahlreiche Versionen. Hier eine
plausibel Version.
In einem Brief an den spanischen König bezeichnete Kolumbus die Menschen, die er
antraf als «una gentre en dio» - was im Deutschen etwa heißt:
«ein Volk in Gott». Aus den Worten «en dio» dieser Redewendung
wurde später im Spanischen das Wort "Indio". In der englischen Sprache wurde daraus
«Indian» und im Deutschen «Indianer» abgeleitet.
Zu der Zeit als Christoph Kolumbus Amerika entdeckte, hieß Indien noch Hindustan.
Also konnte er die Bewohner nicht Indios nennen, eher «Hindúes». Im
englischen Sprachraum wird der Begriff «Indian» zugleich für die
Ureinwohner Amerikas als auch für die Inder verwendet. Für die amerikanische
Urbevölkerung scheint sich der Ausdruck «Red Indians» eingebürgert
zu haben.
Am 03.08.1492 stachen drei Karavellen aus dem spanischen Hafen des andalusischen
Städtchen Palos de la Frontera in See. 71 Tage nach seiner Abreise, am 12. Oktober
1492, landete Christoph Kolumbus auf den «westindischen» Inseln - genauer auf der Insel
Guanahani (Bahamas) - und war fest überzeugt Ostasien erreicht zu haben. Die
Bewohner, auf die er hier traf, waren Arawak (Aruak). Zum Stamm demnächst mehr
unter Südamerika.
Wo kamen die Indianer her ?
Nordostasien ist nach den vorliegenden Forschungsergebnissen die Urheimat der Indianer.

Die Indianer sind ein Zweig der Mongolen. Sie lebten an der Spitze von Sibirien und
wanderten während Tausenden von Jahren in kleinen Gruppen über die
Beringstraße, die damals Sibirien mit Alaska verband, nach Amerika - in die
sogenannte "Neue Welt".
Wo ließen sie sich nieder ?
Die Stämme, die in die Neue Welt kamen, breiteten sich aus und bevölkerten
Amerika bis zur Südspitze von Südamerika. Diese ursprünglichen
Menschengruppen aus Asien waren untereinander ganz verschieden, nicht nur im
Körperbau, sie hatten auch ganz verschiedene Sitten, Bräuche und Sprachen,
aber auch eine unterschiedliche Lebensweise. In der neuen Heimat veränderten sie
sich jedoch in langen Entwicklungsstufen.

Durch die letzten Funde konnte jedoch bewiesen werden, daß schon vor mehr als
30.000 Jahren, als die übrige Menschheit noch in der Steinzeit lebte, das heutige
Amerika (Neu-Mexiko und Texas) besiedelt war.
Warum wurden die Indianer auch als «Rothäute» bezeichnet?
Nicht rot, sondern braun in verschiedenen Schattierungen ist die Hautfarbe der Indianer.
Die Angehörigen einiger Stämme hatten lediglich die Angewohnheit, sich bei
bestimmten zeremoniellen Anlässen mit roter Farbe - die Farbe des Blutes, dem
Symbol des Lebens - zu bemalen. Aus diesem Grund wurden sie umgangssprachlich
«Rothäute» oder «roter Mann» bezeichnet.
Wer eigentlich ist ein Indianer ?
Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Wenn man wie ein Indianer lebt, wohnt,
spricht und glaubt wie die Ahnen, ist man noch nicht eindeutig Indianer. Für das
Bureau of Indian Affairs (BIA) ist ein Indianer, wer zu 50 Prozent (in
Ausnahmefällen 25%) indianischer Abstammung ist und einen offiziell anerkannten
Stamm angehört. Jedoch hat jeder Stamm noch seine eigene Definition. Für die
US-Zensusbehörde ist Indianer, der es sein will. Der Wille ist fast genauso
wichtig, wie die ethnische Abstammung.
Literatur:
Philippe Jasquin, Indianer, Verlagsgruppe Lübbe, 1996
GEOEpoche - Das Magazin für Geschichte, Die Indianer Nordamerikas, Nr. 4, Okt./2000
Norman Bancroft Hunt, Atlas der indianischen Hochkulturen, Tosa Verlag Wien, 2002 |
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Link gehört zu «Reise durch die Indianer-Historie»
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