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Die
Indianer
Südamerikas
 
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Geschichte


 

Die Suche nach dem Goldland EL DORADO


Nachdem die ersten indianischen Staaten unterworfen und ausgeplündert waren, entstand das Verlangen nach noch mehr Ruhm und Reichtum. Auch lockten die Sagen von dem Reich eines vergoldeten Königs, das die Spanier El Dorado nannten, die Konquidatoren nach Amerika.

Durch den Vertrag von Tordesilla hatte der Papst Spanien ein Gebiet in Übersee zu gesprochen. Die Handelshäuser Fugger und Welser waren mit Anleihen am portugiesischen Handel mit ostindischen Gewürzen beteiligt. Bis zu den spanischen Amerika-Besitzungen drangen sie aber erst vor als Karl I. (ab 1519 Kaiser) 1516 den Thron bestieg. Der König hatte sich bei beiden Handelshäusern - vor allem bei Welser - Geld geliehen und als Dankbarkeit erhielten die Welsers im Vertrag vom 27. März 1528 eine Kolonie zugesprochen - das Gebiet des heutigen Venezuelas.

Statt mit der Inbesitznahme der Kolonie zu warten, landeten nur ein Jahr nach der Vertragsunterzeichnung in der Stadt Coro - eine Stadt 150 km östlich der Maracaibo-Bucht - die Ambrosius Ehinger-Expedition. Außer Coro gab es eine weitere Ortschaft, die Europäer an der Küste gegründet hatten. Die spanischen Eroberer hatten es geschafft, in nur 25 Jahren die Urbevölkerung an diesem 2.100 km langen Küstenstreifen auszurotten. Für ihre Plantagen holten sie ihre Sklaven auf den Antillen. Da Ehinger für seine geplanten Großgüter ebenfalls Arbeitskräfte benötigte, begab er sich ins Landesinnere, wo er von dem goldenen Land Südamerikas erfuhr. Er fand diese Nachrichten glaubwürdig und verließ 1531 an der Spitze einer Expedition Coro mit 200 Spaniern und Deutschen.

Nach der Durchquerung Venezuelas drang er in Kolumbien ein. Hier bestätigten sich die Nachrichten. Als Geschenke und im Tausch gegen Plunder erhielt Ehinger Gold. Ehinger hatte in kurzer Zeit so viel Gold erhalten, dass es zu Problemen mit dem Transport kam. Die indianischen Träger sowie Teilnehmer der Expedition konnten kaum ihren Reichtum tragen. Bei der Überquerung der Andenketten starben Indianer, Deutsche und Spanier in der eisigen Kälte. Doch Ehinger trieb die Indianer immer mehr an. Um keine Zeit zu verlieren, wenn ein Indianer durch Ermattung starb, sollte der Eisenring an seinem Hals nicht geöffnet, sondern einfach der Kopf abgeschlagen werden. Der Expedition gelang die Andenüberschreitung, erreichten sogar den Magdalena River. Hier leisteten die Indianer des Gebietes aber erbitterten Widerstand. In einzelnen Gefechten verlor Ehinger seine Männer. Deshalb entschloß er sich 30 Kilometer vor der Grenze des Goldreiches seine Beute - etwa eine Viertel Tonne Gold - nach Coro bringen zu lassen.

30 Mann machten sich auf den Weg, allerdings nicht den gleichen den sie kamen. Die Indianer hatten bestimmt ihr grausames Vorgehen nicht vergessen. Unterwegs entliefen ihnen alle Träger, so dass sie ihr Gold selbst schleppen mußten. Völlig erschöpft, vergruben sie ihre Schätze unter einem Baum und markierten ihn für ein Wiederauffinden. Den Rückweg überlebte nur Francisco Martin und er erwarb sogar als Heilkundiger das Vertrauen der Indianer. Ein Nachbarstamm kaufte ihn frei und gab ihm eine Frau für die Ehe. Die Mehrzahl der Expeditionsteilnehmer gaben kurz vor dem Goldland auf und kehrten nach Coro zurück. Ehinger wurde bei einem Gefecht mit Indianern getötet. Der Rest der Expedition wäre bestimmt auch ums Leben gekommen, wenn nicht Francisco Martin sie durch das Stammesgebiet geleitet hätte. 1534 erreichten auch sie Coro wieder.

Ein Jahr später leitete Georg Hohermuth - ein Mann aus Speyer, gebildet und menschlicher als Ehinger - eine zweite, deutsche Expedition zum Land des goldenen Königs. An der Existenz von Gold zweifelte nun niemand mehr. Er erreichte aber nicht das Goldland. Er fand keinen Weg über die Anden, jedoch hatte er die Häfte seiner Männer, Tausende von Indianern und die meisten der Pferde verloren. Schließlich gab er auf und kehrte nach Coro um, wo er kurze Zeit später starb. Ein Weg nach Kolumbien von Venezuela aus, schien es nicht zu geben.

Sebastián de Benalcázar - ein Offizier aus Estremadura, der an der Pizarros-Expedition teilgenommen hatte - versuchte ebenfalls El Dorado, das Goldland zu finden. Aus seiner Heimat mußte er fliehen, wurde Gouverneur der ersten spanischen Städte im Land San Miguels bevor er sich in die Nordgebiete des heutigen Ekuadors Tahuantinsuyus begab, um das Land rund um die heutige Hauptstadt Quito zu unterwerfen. Der indianische Feldherr Rumiñahui hatte ein 20.000 Mann starkes Heer aufgestellt mit dem er gegen die Spanier kämpfen wollte. Ein Naturereignis kam den Spaniern zu Hilfe. Der 5897 m hohe Vulkan Cotopaxi brach am Tag der entscheidenden Schlacht aus, was die Indianer an eine alte Prophezeiung erinnerte, dass am Tage des Ausbruches ihre Macht im Tal zu Ende ginge. Das Heer Rumiñahuis war nach wenigen Stunden vernichtend geschlagen, damit war Quito und ganz Ekuador in die Hand der Spanier gefallen.

Als Benalcázar vom Reich des goldenen Königs nördlich von Quito hörte, war seine Gier nach Gold unermeßlich, sodass er eine neue Expedition ausrüstete und sich nach Norder - genauer nach Kolumbien begab. Tausende von Indianern begleiteten ihn. Zunächst unterwarf er das Reich des Oberhäuptlings Popayán, gründete 1536 eine Stadt Popayán - nach dem Namen des Oberhäuptlings - bevor er weiter nördlich im Cauca-Tal die Stadt Cali entstehen ließ Hier ließ er einen Teil seiner begleiteten Truppen zurück und nahm nur die Tüchtigsten mit. Als Verpflegung dienten 300 Schweine, die an der Spitze der Truppen getrieben wurden, was den Marsch stark verlangsamte. In Bogotá angekommen, entdeckte er die Paläste der Stadt, aber andere spanische Soldaten hatten bereits die Stadt in Besitz genommen. Wie muß Benalcázar geflucht haben, dass die Schweine ihn um die goldenen Schätze im Land der Chibcha gebracht hatten.

«Woher mögen diese Soldaten gekommen sein?», so mag Benalcázar überlegt haben. - Aus Norden hatte sich im Mai 1536 eine Expedition aufgemacht, um nach dem Gold der Chibcha zu suchen. Von Osten wie von Westen war der Zugang über die Berge zu beschwerlich. Gonzalo Jiménez de Quesada hatte die erfolgreiche Expedition aus Santa Marta geführt, nach der Idee von Pedro de Lugo, dem ehemaligen Gouverneur von Teneriffa. Pedro de Lugo war nach Amerika gekommen, ein neues Peru zu entdecken. Sein Sohn Alonso war die Eroberung des Landes des vergoldeten Königs einst zugedacht gewesen, aber dieser hatte auf seiner Expedition 1535 genügend Gold zusammengeraubt. Statt es seinem Vater zu bringen, begab er sich heimlich mit seinem Schatz nach Spanien und enttäuschte so den Vater.

Der Vater betraute de Quesada seine neue Expedition an. Der führte sie entlang des Magdalena-Flusses nach Süden. Auf dem Fluß folgten der Expedition fünf Brigantinen mit den Vorräten und einem Teil der Mannschaft. Zum Schutz vor Giftpfeilen der Indianer waren Reiter und Pferd in gleichfarbene, dickwattierte Kleidung gehüllt worden. Den Chibcha müssen Reiter und Pferd wie Wesen aus einer anderen Welt erschienen sein. Die dicke Wattierung, Trinkwassermangel und lang anhaltender Regen brachte die Teilnehmer bald zur Verzweiflung. Am vereinbarten Ort kamen nur zwei der fünf Schiffe mit großer Verspätung an. Die anderen waren während eines Sturmes an Land geworfen und die Besatzung von Indianern getötet wurden. Diese beiden Schiffe kehrten nach Santa Maria zurück, wurden ausgebessert bevor sie erneut auf die Fahrt geschickt wurden.

Nun standen 200 Meilen unbekannter Urwald auf dem Programm, das auch nicht alle Expeditionsteilnehmer überlebten. Einige starben an Malaria, einer durch einen Jaguar und wieder andere durch Krokodile. Die Expedition stand kurz vor der Aufgabe, da kam der Zufall zu Hilfe. Sie fanden auf ihrem Weg einen Indianerpfad, der den Küsten-Indianern für den Salztransport zu den Chibcha-Staaten diente. Die Expedition drang in das Land der Chibcha über die kolumbianischen Anden nun ohne größere Probleme ein.

Jede Ortschaft und Festung der Chibcha war mit Palisaden umzäunt, im Bergwerk von Somondoco sammelten Indianer Smaragde auf und vor den Häusern hingen Platten aus purem Gold. Bevor Quesada die Muisca unterwerfen wollte, sammelte er erst einmal Informationen und machte sich einen Überblick. Nach fünfmonatigem Aufenthalt rückte er in die Hauptstadt der Indianer nach Bogotá vor.

Bei Sogamosa am Funza-Fluß stießen die Spanier auf Widerstand. Sie brannten Paläste der Chibcha nieder und erreichten schließlich die Hauptstadt. Jeder Palast, jedes Heiligtum war mit Gold und Smaragden verziert - die Eroberer waren entzückt.

Der Zipa des Staates war mit seinem Schatz aus der Stadt in den Urwald geflohen. Eine Suchaktion blieb erfolglos. Jedoch wurde der Herrscher - der Zipa - bei einer Schlacht getötet und damit war der Schatz für die Spanier verloren.

Ein Verwandter des Herrschers - Saquezipa - meldete sich einige Tage später bei den Spaniern und bot seine Hilfe an. Als Gegenleistung verlangte er von den Eroberern der neue Herrscher von Bogotá zu werden. Saquezipa kannte jedoch den Ort an dem der Zipa sich versteckte hatte nicht, was Quesada merkte und ihn gefangennahm, folterte und schließlich tötete.

Quesada übernahm die Herrschaft, jedoch nur für wenige Tage, da Benalcázar anrückte. Eine dritte Expedition gelangte über die Anden ebenfalls bis nach Bogotá - nämlich eine in Venezuela gestartete deutsche Expedition von Nikolaus Federmann, dem Nachfolger von Hohermuths.

Das Herrscherzentrum des vergoldeten Königs war damit also gefunden.

Bis an die Grenze des Goldlandes gelangten sechs Expeditionen, bis ins Zentrum nur drei, diese aber fast gleichzeitig. Wer sollte aber nun die Schätze erhalten? Es kam fast zum Kampf zwischen den Kontrahenten. Quesada konnte die Streitigkeiten schlichten, in dem er vorschlug, dass der König doch entscheiden sollte.

Gonzalo Jiménez de Quesada erhielt die Schätze, so entschied der König. Die Muisca gingen leer aus. Sie leisteten zwar noch erbitterten Widerstand, konnten aber 1541 unterworfen werden. Der letzte Chibcha sprechende Indianer starb Ende des 18. Jahrhunderts in Kolumbien.
 
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