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Felsmalerei, Petroglyphen, Pictographen
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Ein Wandbild aus dem südlichen Texas, welches man mit dem sogenannten Pecos-River-Stil
bezeichnet, ist wesentlich älter als man zuvor annahm und wird deshalb heute der
archaischen Kulturstufe zurechnet. Die einzelnen Grafiken nach stilistischen Merkmalen
einzuordnen, brachte keinen durchgreifenden Erfolg. Es sind jedoch einige
Entwicklungstendenzen in den Grafiken festzustellen. Vor mehr als 3.000 Jahren sind
Versuche unternommen worden, in Felswände Linien und Löcher in den Fels zu
ritzen. Es entwickelten sich die ersten Muster heraus bis nach und nach die Darstellungen
einen künstlerischen Wert erreichten. Es kann aber auch sein, dass ab einen bestimmten
Zeitpunkt nur noch ausgesuchte Personen die Grafiken anfertigen durften. Auf dem Gebiet
der Anasazi wurden um 1200 die Felsbilder in ihrer Güte wieder schlechter. Welchem
Zweck die Bilder und Symbole dienten, läßt sich bis heute nicht genau sagen.
Zur Zierde und zum Zeitvertreib dürften sie aber nicht angefertigt worden sein,
da die Lebensbedingungen zu hart und die Arbeit zu anstrengend war. Es gibt sogar die
Hypothese die Zeichnungen wären eine Art Zeichensprache oder ein Geheimcode. Auch
Landkarten könnten die Bilder darstellen, ist aber nur eine weitere Vermutung.
Selbst Visionen von Priestern oder Schamanen könnten die Bilder gewesen sein, so
wird auch gemutmaßt - aber auch Clan-Symbole oder Besitz- und Grenzmarkierungen.
Es können auch Hinweise für Wasserquellen oder Jagdgebiete gewesen sein oder
auch Anleitungen für bestimmte Zeremonien, Darstellungen zur Verehrung von Tieren,
Priestern oder Gottheiten. Eine weitere interessante These ist, dass es Bilder für
Heilungs- oder Wetterriten wie auch für Jagdzauber, Gebete, Fruchtbarkeitskulte oder
auch Geschlechtsakte gewesen sein könnten. Einige der Petroglyphen und Pictographen
sind wahrscheinlich auch für astronomische Zwecke verwendet worden.
Einige dieser Felsbilder stehen im Zusammenhang mit Drogen, was auch mündlich
überliefert worden ist. Solche Pictographen sind am Pecos River an der Grenze
zwischen Texas und Mexiko zu finden und weisen ein Alter von 3.000 bis 4.200 Jahren auf
und sind deshalb der archaischen Kulturstufe zuzuordnen. Bei diesen Abbildungen wurden
Menschen in einer Größe von 13 Zentimeter bis acht Meter Höhe dargestellt.
Sie wurden mit unterschiedlichen Farben gemalt und besitzen verschiedene Gestalten. Aber
auch Tiere und unbekannte Symbole sind hier zu finden. Einige Pictographen lassen die
Vermutung zu, dass sie nicht nur für religiöse Handlungen gedient haben, sondern
von Schamanen unter Drogeneinfluß gemalt wurden und die Visionen darstellen sollen.
Am Pecos River wurden einige Arten des zu den Nachtschattengewächsen gehörenden
Stechapfels gefunden, deren Samen Alkaloide enthalten, welche Delirium, Halluzinationen,
Koma und auch den Tod herbeiführen können. Auch heute werden solche
Initiationsrituale ausgeführt. Auf den Pictographen halten die Hälfte der
gezeichneten Personen die Kaspelfrüchte des Stechapfels in der Hand. Aber auch Peyote
war zu dieser Zeit am Pecos River schon bekannt und ist wahrscheinlich für
Bewußtseinsänderungen verzehrt worden.
Siehe Peyotl-Kaktus.
Das Peyote bereits in der archaischen Kulturstufe verwendet wurde, beweisen Pictographen
am Pecos River. Ein weiteres Mittel, welches Durchfall, Übelkeit, Delirium, Koma und
auch den Tod herbeiführen konnte, ist der Berglorbeer, eine Hülsenfrucht - die
auch als Meskal-Bohne bekannt wurde. Bis ins 19. Jahrhundert hinein, wurde der
Meskalbohnen-Kult durchgeführt.
Einige Fundorte mit sehr schöner Felsmalerei:
Im Cave State Park in Montana ist sieben Meilen südöstlich von Billings eine
Höhle im Jahre 1937 entdeckt worden. Sie zeigt neben drei Phasen der Besiedlung
beginnend vor 10.000 Jahren auch Felsmalereien. Im Chaco Canon wurden beeindruckende
Gemälde an den Canonwänden, in Kivas und Räumen der Anasazi gefunden.
Die Aztec Ruins in New Mexico, die Besh-Ba-Gowah in Arizona, die Casa Grande in Arizona,
die Chaco Canyon in New Mexico, die Hovenkeep in Colorado und Utah und die Wupatki in
Arizona weisen besonders schöne Felsmalereien auf. |
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Die zwei Darstellungsweisen der Felsmalerei, -grafiken, -zeichnungen - Petroglyphen, Pictographen |
Petroglyphen - in Stein geritzte Felsgrafiken, Felszeichnungen |
Die Petroglyphen sind Bilder, die man in den Stein gekratzt, gemeißelt, geschlagen
oder gebohrt hat. Diese Technik wurde angewandt, wo Fels (verschiedene Sandsteintypen)
von dunklen Mangan- und Eisenkrusten überzogen ist. Die Bilder wirken nicht nur
räumlich, sondern sie heben sich wegen des Helligkeitskontrastes vom Untergund ab.
Solche Bilder können Jahrhunderte überstehen. Diese Mangan- und Eisenkrusten
entstehen durch chemische Reaktionen mithilfe des trockenen Klimas sowie Sauerstoff und
Lichteinwirkungen. Ob auch Bakterien und Flechten für den Überzug verantwortlich
sind, ist nicht bekannt. Die Herstellung von Petroglyphen erfordert einen großen
Zeit- und Kraftaufwand. |
Pictographen - gemalte Felsgrafiken, Felszeichnungen |
Pictographen erfordern hingegen keinen besonderen Kraftaufwand und brauchen nur eine
geglättete Wand und die Phantasie bzw. religiösen Anlaß. Um Bilder und
Symbole darstellen zu können, werden bestimmte Substanzen benötigt. Nicht
nur Farbe, Pinsel oder Hände wurden gebraucht, sondern auch Materialien, die die
Farbe an der Wand haften ließ. Man verwendete als Binder Blut, Eiweiß,
Pflanzensäfte, Öle, Milch und Honig. Um die Farbe streichfähig zu machen,
kamen wiederum bestimmte Pflanzensäfte, Öle oder Urin zur Anwendung. Als Farbe
verwendete man für Braun- und Rottöne Hämatit, für Weiß Kalk
und Gips, für Schwarz Graphit, Kohle, Mangan und für Blau und Grün Azurit,
Malachit oder andere Mineralien. Aber auch pflanzliche Farbstoffe kamen zum Einsatz, die
aber sich über längere Zeit zersetzten. Gegen Erosion, Wind und Wetter sind
Pictographen empfindlicher und deshalb nur angeschützten Felswänden zu finden. | |
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