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Geheimnisvolle Türme - Wer war das Gallina-Volk?
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Mehr zufällig als geplant werden im äußersten Norden von New Mexico 1933 am
Gallina-Fluß bei der Suche nach Gold viereckige Türme entdeckt. Das Gebiet
war nicht vermessen wurden, nur Navaho-Indianer durchstreiften das Gelände.
Eine Expedition untersuchte die steinernen Bauwerke. Auf einer Fläche von 56 mal 80
Quadratkilometern wurden auf erhöhten Canyon-Rändern mehr als 500 sogenannte
Festungstürme - torreónes - entdeckt. Da nicht bekannt war, welches Volk diese
Bauwerke einst errichtet hatte, nannte man sie nach dem Fluß und Canyon Gallina.
Für die Errichtung dieser Türme, so fand man heraus, hatten mehr als eine Generation
gebaut. Die Türme besaßen eine Höhe von 7,5 bis 9 Meter, waren viereckig -
wenige hatten gerundete Ecken, dass sie fast rund erschienen. Als Baumaterial wurde roh
behauener Standstein verwendet, das mithilfe von Adobe-Mörtel zusammengefügt war.
Etwa 1,80 Meter dick waren die Mauern am Fuß des Turmes, an der Spitze hatte man die
Steine so gemauert, dass sie als Brustwehr dienen konnten. In den Turm gelangte man über
eine Leiter aufs Dach, von dort führte der Weg durch eine Luke zu einer weiteren Leiter,
über die man dann ins Innere gelangte.
Die von außen primitiv wirkenden Türme waren innen verputzt und bemalt. Motive
waren Pflanzen, Vögel, Blüten und eine Art Wimpel. Etwa 6 mal 6 Meter maß
die Fläche am Boden, der mit sorgsam eingepaßten Steinplatten ausgelegt war.
An den Wänden waren hohle Bänke errichtet, in die man Utensilien des Hausrates
unterbrachte. In den Kästen fand man Gebrauchs- und Schmuckgegenstände. Neben einer
sorgfältig angelegten Feuerstelle konnte auch ein Rauchabzug in der Wand entdeckt werden,
der nach oben führte.
Als man weiter grub, wurden 16 Bewohner in verschiedenen Stellungen freigelegt. Alle
waren nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern der Feind hatte sie
getötet. Mit Feuerpfeilen hatte man angegriffen das Holzdach in Brand gesetzt, dabei
fingen auch die hölzernen Leitern Feuer. Alles stürzte in das Turminnere -
sogar Teile der Brustwehr.
Das extrem trockene Klima, die Hitze des Feuers und der darauffallende Schutt hatte die
Körper so konserviert, dass sie besser erhalten waren als manche Mumie in Ägypten.
Hirschlederne Kleidung und Sandalen aus Yuccafasern, die mit Riemen um Spann und
Knöchel gebunden waren, trugen die Toten. Die Sohle der Schuhe hatte sogar Muster
und die Hosen besaßen Stickereien aus Stachelschweinmuster.
Die Bogen waren aus Eichenholz und an den Pfeilen waren Feuersteinspitzen befestigt.
Alle Türme hatte das gleiche Schicksal ereilt - jeder Turm war mit Feuer zerstört
wurden. In den siebzehn Türmen, die man freilegte, fanden die Archäologen
überall Menschen mit der Waffe in der Hand.
Wer waren diese Menschen ? Wer hatte sie angegriffen ? Keine dieser Fragen konnte
beantwortet werden. Die Baumringdatierung konnte an den verkohlten Dachbalken das Alter
bestimmen. Zwischen 1143 und 1248 hatte man die Bäume geschlagen - also vor etwa 800
Jahren, lange bevor die Spanier ins Land kamen.
Bei der Untersuchung der Skelette wurde festgestellt, das es keine Pueblo-Indianer waren -
die Skelette waren viel zu verschieden. Die gefundene Keramik zeigte auch keine Merkmale
des Südwestens. Sie paßte besser zu Menschen aus Nebraska oder dem Mississippital.
Das Turmvolk hatte Mais angepflanzt und eine spezielle Sorte Kürbis.
Die Untersuchungen ergaben ferner, dass das Gallina-Volk von Osten her gekommen sein
muß und sich hier niederließ, einige hundert Jahre lebte bevor sie vernichtet
wurden.
Die Architektur der Türme brachten sie entweder aus einer anderen Gegend mit oder es
wurde hier notwendig, um sich zu verteidigen. Waren es die Navaho oder die Apachen, die
als kriegerische Nomadenvölker die Turmbewohner überfiel ? Eher nicht, denn sie
fielen erst zweihundert Jahre später in dieses Gebiet ein.
Zahlreiche Archäologen erwähnen die Menschen, die Hibben 1933 bei seinen
Untersuchungen nach dem Fluß oder Canyon nannte, gar nicht. | |
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Info-Kasten 1 - In den Steinbänken fand man:
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Hier die wichtigsten Gebrauchsgegenstände: hirschlederne Kleidungsstücke,
Rohrpfeile, Pfeilspitzen aus Feuerstein. Ferner fand man Tanz-Masken und -hörner,
Amulette, Federarbeiten, hölzerne Gebetsstöcke, Farbpuder für Zeremonien -
Alles Dinge, die Indianer heute noch verwenden.
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