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Frühe Kulturen: Goshen-Kultur
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Goshen: etwa 11000 v. Chr.
Bei Ausgrabungen im Mill Iron entdeckte man in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts
Projektilspitzen und Werkzeuge in einer Schicht, die durch Erosion freigelegt worden war,
die der untersten Schicht von Hell Gap entsprach. Diese Relikte hatten den Namen Goshen
erhalten, die keineswegs der Clovis- oder Folsom-Kultur nahestand. Eine Untersuchung mit
der Radiocarbon-Datierung erbrachte ein Alter von 11.000 Jahren.
Hell Gap ist auch eine paläoindianische Fundstätte, in der Relikte des
Goshen-Komplexes (Kultureller Komplex ist eine abgegrenzte Gruppe kultureller Gegenstände,
die miteinander in Zusammenhang stehen und von einer einzigen Bevölkerung benutzt wurden.)
gefunden wurden.
Da in Mill Iron nur zwei Mammutknochen gefunden wurden, einer von ihnen diente den
Paläo-Indianern als Werkzeug, geht man davon aus, dass die Tiere bereits ausgestorben
waren. In einem Bisonlager nahe Mill Iron fand man Knochen, die mindestens 31 verschiedenen
Tieren zuordnen werden konnten und dass sie im Winter oder am Ende dieser Jahreszeit den
Jägern zur Beute wurden. Nicht genau enträtselt werden konnte, ob die Bisons alle bei
einer Jagd erlegt worden waren und welche Waffen dazu Verwendung fanden - Die hohe Erosion
dieser Gegend ließ keine genaueren Fakten zu.
Unterhalb einer Folsom-Schicht in der Fundstätte von Carter/Kerr-McGee am Powder River
im Norden von Wyoming fanden Archäologen eine Projektilspitze aus der Goshen-Zeit. Damit
konnte der Beweis erbracht werden, dass die Goshen- vor dem Folsom-Leuten gelebt haben
müssen. Diese Fundstätte, so konnte anhand ihrer Lage festgestellt werden, muß
als Tierfalle gedient haben. In der Goshen-Schicht sind schwere Bruchstücke von
Röhrenknochen sicher gestellt worden und der Mittelfußknochen eines Kamels aus dem
Pleistozän.
Anfangs hatte man die Goshen-Schicht den Clovis zugesprochen, aber weitere Untersuchungen
ergaben eindeutig die Zugehörigkeit der Schicht zu dem Goshen-Typus. Die Projektil-Spitzen
der Folsom und der Goshen sind sehr ähnlich. Jedoch weisen die Goshen-Spitzen keine
Kehlung auf, sie sind stattdessen in mehrere eingesenkte Stellen von der Mitte - Basis - aus
unterteilt. Grund für diese Bearbeitung könnte die Erreichung einer besseren
Spitzenhaftung gewesen sein.
Nahe dem Quellgebiet des Colorado River sind in einem kleine Becken der Rocky Mountains - das
als Middle Park bekannt ist - mehrere Folsom- und Goshen-Schichten entdeckt worden. In einem
2.620 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Jagdlager, an dem man mindestens 13 Bisons
erlegte, wurden von Archäologen Pfeilspitzen der Goshen-Kultur entdeckt. Nicht weit von
dieser Fundstätte wurden Folsom- und Goshen-Gegenstände nebeneinander entdeckt. Dieses
Jagdlager beweist damit eindeutig, dass bereits Büffel im späten Pleistozän
und im frühen Holozän diese Höhenlage aufsuchten. Ein größerer
Wildpfad erreichte den Kamm dieses Hügels. Die Paläo-Jäger könnten auch
den steilen Anstieg als sich die Tiere dicht aneinanderdrängten bevor sie bergan stiegen
als Jagdareal benutzt haben.
Die Werkzeuge der Goshen-Kultur sind sowohl dem Folsom- wie auch dem Clovis-Typ ähnlich.
Wenn man nun alle diese Indizien vergleicht in Bezug der Stratigraphie (Schichtenkunde) und der
Jagdstrategie, so muß man davon ausgehen, dass die Goshen-Kultur der direkte Vorläufer
der Folsom-Kultur war. Die Menschen der Clovis-Kultur erreichten zuerst den amerikanischen
Kontinent. Ihnen folgten nur wenig später die Kulturen von Goshen und von Folsom. | |
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