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Der Gran Chaco und das Tiefland von Bolivien

Rund 800.000 Quadratkilometer ist die Fläche des Gran Chaco. Die Ebene befindet sich in den Staaten Paraguay und Argentinien - genauer zwischen dem Paraná im Osten und den Anden im Westen. Man teilt den Gran Chaco im Norden in den Chaco boreal, in der Mitte in den Chaco central und im Süden in den Chaco austral. Die gesamte Ebene liegt auf einer Höhe von 100 bis 400 Meter.
Der Chaco boreal besteht aus sandigen bis tonigen Sedimentgesteinen, denen sich im Westen eine ansteigende Ausschüttungsebene anschließt. Wenige Erhebungen unterbrechen die steinlose, monotone Landschaft. Während der Regenzeit verändert sich die Landschaft. Mulden werden mit Wasser gefüllt und höher gelegene Bergrücken überragen die überschwemmte Landschaft.
Trockenwäldern werden von Dornbusch- und Trockensteppen im Westen abgelöst. Einige wenige Grasflächen folgen dem Lauf der ehemaligen Flußläufe.
Der Chaco boreal in Argentinien ist wesentlich fruchtbarer. Ein Drittel der von Humus durchsetzten Region ist mit Wald bewachsen zwischen dem offene Flächen mit Grasbewuchs und einzeln stehende Bäume anzutreffen sind. Heiße Sommer werden vom subtropischen Klima bestimmt, während die Regenzeit das Areal überschwemmt. Der Pilcomayo, Bermejo und der Rio Salado durchziehen den Gran Chaco als Hauptflüsse, die jedoch nur wenig Wasser in den Paraguay einleiten.

Gegenüber dem Gran Chaco ist das Pantanal nur 100.000 Quadratkilometer groß. Es handelt sich um ein Schwemmland im nördlichen Paraguay. Erdgeschichtlich ist das Gebiet mit dem Brasilianischen Bergland verbunden, welches sich oval absenkte. Das 20 bis 40 Kilometer breite Territorium wird während der Regenzeit überschwemmt. Seen, Sümpfe wie auch mäandernde Flüsse prägen das Landschaftsbild. Dammuferwälder wachsen an den Ufern des Paraguay, die in Feuchtwälder übergehen. Zwischen Oktober und April herrscht im Gebiet des Pantanal eine Trockenzeit, in der die Ebenen zur Viehzucht genutzt werden.

Das Tiefland von Bolivien dehnt sich im Westen von den Anden, im Norden vom Amazonasbecken bis hin zum trockenheißen Buschland des Gran Chaco aus. Es ist ein völlig steinloses mit reicher Flora versehenes, hügeliges Areal. Im Norden stehen ausgedehnte Regenwälder, die nach Süden hin in offene Wälder übergehen. Die Llanos del Mamoré - auf einer Aufschüttungsebene entstandenen Grassavannen und sogenannte Galeriewälder - lösen diese Vegetation ab. Auch Waldinseln - bekannt unter den Begriff «montes» - sind hier anzutreffen.
Das bis auf 1.400 Meter ansteigende Bergland von Chiquitos wird in Richtung des Paraguay von großen Sumpfregionen abgelöst bevor es in die Niederungen des genannten Fluß übergeht. Dornbuschsteppen und Trockenwälder prägen dann die Landschaft bevor sie zum Chaco boreal im Süden überwechseln.
Hauptflüsse dieser Region sind der 1.800 Kilometer lange Rio Mamoré und der nur 100 Kilometer kürzere Rio Beni. Beide Flüsse vereinigen sich zum Rio Madeira.






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