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Die Haida

Typisches Haido-Dorf mit den Totenpfählen Die Haida sind ein Volksstamm der Na-Dene-Sprachfamilie. Sie lebten auf den Queen Charlotte Islands - größte Inselgruppe vor der Küste von British Kolumbia - und in einem direkt im Norden daran anschließenden Gebiet in Alaska. Das Wort «Haida» wird auch für Völker angewendet, die sich der Haida-Sprache bedienen. Verwandte Sprachen sind die der Tlingit und Tsimshia.

Ihre Wohnstätten waren kulturell hochentwickelte Dörfer, in denen fünfzehn Meter hohe Totempfähle errichtet waren. Hauptnahrungsquelle war der Fisch, sie jagten aber auch in stattlichen Kanus Seehunde. Wie andere Völker der Nordwestküste lebten sie vor allem vom Lachsfang (Roter Lachs: Sockeye = Oncorrhynchus nerka) und wichtige pazifische Lachsarten. Aber auch Heilbutt, Schalentiere, Seesäuger, wie Tümmler, Robben, Seelöwen und Seeotter waren ebenfalls Teil ihrer Nahrungskette. Dazu kamen noch Pflanzenprodukte, wie Beeren, Wurzeln, Tang, Schierling und Fichtenrinde und Landtiere, wie Karibu, Biber, Bär, Hirsch, Vögel und deren Eier.

Die Frauen sammelten die Beeren und Wurzeln, bereiteten die Mahlzeiten, konservierten, gerbten die Felle, stellten die Kleidung und Körbe her. Die Männer fischten, jagten, bauten die Häuser und großen Kanus, fertigten die Schnitzereien an und vollbrachten die imposanten Malereien. Korbhüte wurden von den Frauen hergestellt und von den Männern bemalt. Die Muster glichen denen anderer Stämme der Nordwestküste. Besonders bekannt war und ist auch heute noch die Holzschnitzkunst der Haida. Hervorzuheben sind besonders ihre berühmten Totempfähle, aber auch ihr Geschick im Boots- und Holzhausbau.

Ihre traditionelle Sozialorganisation ist matrilinear. Die großen Blankenhäuser sind im Besitz der Lineages. Eine politische allumfassende Organisation gab es nicht, regionale Dorfzusammenschlüsse waren die Regel. In Clane war die Dorfgemeinschaft geteilt. Säugetiere und Vögel bestimmten die wichtigsten Wappen, aber auch Naturerscheinungen konnten einen Clan den Namen geben, wie Abendhimmel, Regenbogen ... Im Clan waren die Angehörigen in eine hierarchische Klassengesellschaft mit hohen Rangunterschieden und Zeremonien, die mit dem Status des einzelnen zusammenhingen, gegliedert. Die Zeremonien waren Feste, Tanzaufführungen und Potlatche, bei denen man durch Verteilung und entsprechende Darbietung von Objekten des Wohlstandes Ansehen - Prestige - und einen bestimmten Status erreichen bzw. erhalten wollte. In schönen Schalen und Gefäßen wurde den Gästen besondere Speisen gereicht. Zu den Tänzen wurden kunstvolle Masken und Kopfschmuck getragen und Musikinstrumente, wie Trommeln, Rasseln und Flöten begleiteten die Darbietung.
Die Haida legten Wert auf ästhetische Vollkommenheit.

An der Nordwestküste kam das gesellschaftliche Gleichgewicht nach Ankunft der Weißen aus den Fugen. Massenhaft fabrizierter Ramsch kam unter die Indianer, so dass ihre heiligen Zeremonien an Bedeutung verloren. Erster Kontakt mit Europäern fand im Jahre 1774 statt, als spanische Entdecker die Queen Charlotte Inseln erforschten. Ihnen folgten die Amerikaner und Engländer unter ihnen der berühmte englische Seefahrer James Cook.

6.000 Stammesmitglieder zählte der Stamm 1834, nur fünfzig Jahre später war die Zahl durch die Pocken auf 800 gesunken. 588 Personen wurden 1935 registriert bevor ihre Zahl wieder anstieg. 1.500 Haida wurden 1968 in Masset und registriert.






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