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Kunst und Handwerk
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Die Indianer haben aus Holz, Sand, Muscheln, Ton, Stachelschweinborsten und Pflanzen
zahlreiche Dinge des täglichen Lebens wie auch als Kunstgegenstände hergestellt.
Dabei spielten die Materialien, die in der Umgebung zu finden sind, eine wesentliche
Rolle. Die meisten Gegenstände wurden dabei von Frauen angefertigt.
Von fast allen Stämmen wurden und werden auch noch heute Körbe selbst
geflochten. Sie dienten zum Tragen von Lasten und als Vorratsbehälter. Vorteil der
Körbe ist, sie sind leicht und können in verschiedenen Größen
und Formen hergestellt werden. Manche Körbe wurden so verarbeitet, dass Wasser
darin aufbewahrt werden konnte. Die Körbe wurden und werden auch noch heute aus
Pflanzen bzw. Baumfasern angefertigt. Die verwendeten Materialien wurden zum Teil auch
gefärbt, so dass ein Muster in den Korb geflochten werden konnte. Eine weitere
Möglichkeit der Verzierung von Körben war die Bemalung. Für Hüte,
Masken, Kleidungsstücke wie auch für Mokassins und Matten wurden auch Federn,
Muschel und Stachelschweinborsten eingeflochten. Auch Fischreusen wurden hergestellt.
In Gegenden, wo Ton vorhanden war, wurde schon in frühester Zeit getöpfert.
Der Ton wurde mit den Händen wie auch mit Werkzeugen bearbeitet.
Töpferscheiben kannten die Indianer nicht. Die aus Ton hergestellten
Gegenstände wurden zu Kochgeschirr, als Wasserbehälter, als Pfeifen und auch
als Grabbeigaben verarbeitet. Nach der Formgebung wurden die gefertigten Gebrauchwaren
in einem Brennofen gebrannt. Bei den Pueblo-Indianern mußte in der Nähe der
Brennöfen Ruhe gehalten werden, damit die Geister in den Töpfen nicht geweckt
wurden und die Töpfe zerbrachen.
Stachelschweinborsten verwendeten die Indianer auf Wildlederkleidung, für Mokassins,
Taschen und Beutel sowie für Kindertragen. 30.000 Borsten konnte man von einem
Stachelschwein gewinnen, die vor der Verarbeitung im Wasser eingeweicht, gepresst und
gefärbt und dann in Mustern aufgenäht wurden. Später verwendeten die
Indianer statt Stachelschweinborsten bunte Glasperlen, die die Indianern bei weißen
Händeln eintauschten. Mit den Glasperlen konnten Kleidungsstücke mit
komplizierteren Mustern verziert werden.
Auch die Webkunst war bei den Indianern verbreitet. So bauten die Völker des
Südwestens Baumwolle an. Bei den Hopi war das Weben Männerarbeit.
Kleidungsstücke und Gebrauchsgegenstände wurden aus Fellen, Haaren und Federn
hergestellt, die mit Baumwolle vermischt wurden. Die Baumwolle wurde zu Garn gesponnen
und auf Webstühlen zu Matten und Decken weiterverarbeitet. Neben den Hopi waren
auch die Navaho bekannte Webkünstler. Aber auch die Wolle wilder Ziegen - später
auch die der Schafe - wurde verwendet. Die Wolle wurde mit Pflanzenfarben und Holzkohle
eingefärbt. Die Indianer der Nordwestküste stellten aus Bergziegenhaar und
Zedernrinde Decken und Mäntel für Zeremonien her, im Südosten wurde zur
Kleidungsherstelung Maulbeerbaumrinde benutzt.
Neben der Webkunst, der Verarbeitung von Stachelschweinborsten. der Flechtkunst und
der Töpferei wurden auch kunstvolle Schnitzereinen aus Holz angefertigt. Als
Werkzeug dienten Muscheln, Tierzähne und bearbeitete Steine, da die Indianer
Werkzeuge aus Stahl nicht kannten. Im Kulturareal des Nordwestens wurden Hunderte
Gebrauchsgegenständen angefertigt, wie Alltagsgegenstände, Besteck, Pfeifen,
Kämme, Tier- und Menschenfiguren, Masken wie auch Kriegskeulen. Wegen der
starken Lichteinstrahlung schnitzten die Inuit (Eskimos) Schneebrillen aus Elfenbein.
Auf Gebrauchs- wie auch auf Kunstgegenständen wurden auch Muster mit Hilfe von
Pflanzenfarben bzw. mit Mineralfarben aufgemalt. Die Farben wurden entweder aus Beeren
und Rinde wie auch aus zerstoßenen Mineralien gewonnen. Als Farbtöpfe dienten
ausgehöhlte Steine oder Schildkrötenpanzer, in denen die Farbe durch
Wasserzugabe vermengt wurde. Federn, Haarbüschel wie auch Knochen waren die Pinsel.
Jagd- und Schlachtszenen waren beliebte Motive, jedoch auch geometrische Figuren und
Tiere. Im Nordwesten wurden die Häuser vieler Stämme mit Familienwappen und
Tiermotiven verziert. Die Stämme der Prärie stellten Ereignisse der Geschichte
ihres Stammes dar. Die Navaho und Pueblo-Völker fertigten aus Steinstaub und
zerkleinerter Kohle Sandbilder her, die Teil religiöser Zermonien waren. Von
weißen Händlern tauschten die indianischen Küstler später Farben,
Tinte oder Stifte ein.
Nur sehr wenige Indianerlegenden wurden schriftlich festgehalten. Geschichtliche
Ereignisse wurden in Bilderschrift bzw. mit sogenannten Wampungürteln für die
Zukunft dargestellt bzw. überliefert. Mündlich wurden Sagen, Märchen und
Schöpfumgsmythen weitergegeben. Die Großeltern vermittelten ihren Enkeln die
Traditionen des Stammes. Heute sind indianische Schriftsteller damit beschäftigt,
die Geschichte, die Legenden und Mythen aufzuschreiben. | |
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