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Indianer in Belize - HEUTE
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Durch mein Interesse an Indianern ist mir dieses Land vor allem durch die Maya
bekannt. Wer regelmäßig die Sendung «Reif für die Inseln»
mit Antoine von Terranova sieht, wird einige der zahlreichen Maya-Städte bewundert
haben.
Belize ist das kleinste Land der amerikanischen Landbrücke. Es erhielt erst 1981
die Unabhängigkeit von der britischen Krone. Etwa 180.000 Einwohner verteilen
sich auf einer Fläche von 22965 Quadratkilometer. Belmopan ist die Hauptstadt,
die höchste Erhebung ist der Maya Mountain mit 1.122 Metern.
Mehr als zehn Prozent der Landesbevölkerung sind Indianer, die Mehrheit sind
Angehörige der Maya. 5000 Yucatec (Tiefland-Maya) leben im Norden von Belize. Im
Toledo-Distrikt im Südwesten des Landes findet man die bedeutendsten
Siedlungsgebiete der Maya. Hier leben etwa 8.000 Mopan und Kekchi in verschiedenen
Reservationen, die ihnen britische Kolonialherren in den 20er Jahren zuwiesen.
Mahagoni-Firmen besaßen über die größten Teiles des Landes
die Kontrolle. Die Grenzen der Reservationen konnten willkürlich je nach
Gutdünken geändert werden, da es keinen Rechtsstatus für sie gab.
Heute ist der größte Landeigentümer des Toledo-Distrikts der Staat,
der Grund und Boden meistens an Interessenten verpachtet.
Die Indianer betreiben Ackerbau - bauen vor allem Getreide, Reis und Bohnen an,
diese Produkte verkaufen sie auf Märkten an Kreolen oder Mestizen.
Immer wieder machen die Maya durch Landbesetzungen auf ihre Situation aufmerksam und
fordern von der Regierung die Rückgabe ihres Landes und ihre Selbstverwaltung,
hingegen die Regierung eine Politik der Assimilation betreibt. Maya-Organisationen
pflegen enge Kontakte zu den Garifuna, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts von den
Antillen einwanderten. Auch ihnen wurden Reservationen zugewiesen, jedoch leben heute
die meisten dieser afro-indianischen Bevölkerungsgruppe in Dörfern und
Städten an der Küste, wo sie vom Fischfang und als Bauern ihr Lebensunterhalt
verdienen.
Auf der Suche nach ihrer Identität gründeten die Maya, Garifuna und andere
Völker Vereine zur Förderung ihrer Kultur, Sprachen und Traditionen. 1987 wurde
aus diesem Grund der Caribbean Organization of Indigenous Peoples, COIP - Karibische
Vertretung indigener Völker - gegründet. Wichtigste Vertretung der Maya ist ihr
Kulturrat in Toledo - Toledo Maya Cultural Council, TMCC - der für die
Verständigung der indigenen Völker der Karibik eintritt.
In Belize ist der TMCC die Selbstorganisation der Maya, der die Interessen dieses Volkes
national wie international vertreten. 1978 nahm diese Organisation seine Arbeit auf. Die
größten Probleme des TMCC waren Kontakt zu anderen indigenen Völkern
Mittelamerikas herzustellen. Grund dafür war die Sprachbarriere - Belize ist das
einzige Land dieser Region, welches englischsprachig ist. Heute ist der Kulturrat im
wesentlichen anerkannt, doch die meisten Bürger Belizes wissen nichts über diese
Organisation. Die Tourismusindustrie macht aber beste Werbung für die Maya-Ruinen des
Landes, weil damit viel Geld zu verdienen ist.
Der größte Erfolg des Kulturrates wurde 1985 mit der Finanzierung der
Schulbildung in der Oberstufe für indianische Schüler erreicht. Davor war es
den Indianerkindern nicht möglich diese Ausbildung zu erhalten, weil das entsprechende
Geld fehlte. Nach dem Schulabschluß gehen einige zum Studien, andere zum Militär,
die meisten aber werden Lehrer. Das Schulsystem in Belize ist öffentlich und wird vom
Staat oder von der Kirche finanziert. Obwohl die offizielle Amtssprache in Belize Englisch
ist, wird Maya toleriert und ist deshalb heute nicht in Gefahr eines Tages zu verschwinden.
Die Kultur der Maya ist in Belize noch lebendig. Einige ihrer Feste und Zeremonien werden
heute noch vorgenommen, so wie zum Beispiel die Sonnenzeremonie am 15. Februar, das Fest
zu Ehren des Regengottes im Juni und das Erntefest im August.
Mit Missionaren gab es wegen dieser Zeremonien schon Konflikte, da sie die Maya gegen
ihre Kultur erziehen. Probleme gibt es auch mit den Jugendlichen, die zum Militär
für mindesten drei Jahre gehen, denn sie haben sich an Alkohol und Drogen gewöhnt
und Erschweren, wenn sie zurückkommen, das Zusammenleben in der Gemeinschaft.
Die Forderung nach mehr Land wurde von der weißen Bevölkerung bei einem
Volksentscheid abgelehnt, jedoch wurden Vertreter der Maya von der Regierung anerkannt, die
nun Entscheidungen treffen können, wenn es um das Land in ihrer Gegend geht.
Jetzt brauchen die Maya ein Wirtschaftsprogramm, Spezialisten und finanzielle Hilfe, um
Land nach ökologischen Gesichtspunkten nutzen zu können.
Literatur:
Unsere Zukunft ist eure Zukunft, Luchterhand Literaturverlag, Hamburg, März 1992 | |
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