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Indianer in Kuba - HEUTE
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Regierungsstellen verneinen, dass es heute in Kuba noch Indianer gibt. Sie wären
von der Zeit der Entdeckung durch Christoph Columbus bis zum Jahr 1550 ausgelöscht
worden.
In der sozialistischen Republik Kuba gäbe es nur Kubaner. Dabei sind Wissenschaftler
im Auftrag der Regierung auf Spurensuche nach der «grünen Medizin» - wie
Regierungsbeauftragte die traditionellen Heilungsmethoden der Indianer nennen.
Kuba hat die beste Krankenversorgung Mittelamerikas und ist damit beschäftigt in
Laboratorien in Havanna und Santiago indianische Heilpflanzen und deren Anwendung zu
erforschen. Obwohl es in Kubas offiziell keine Indianer mehr gibt, kennen die
Wissenschaftler genau solche Personen - Indianer und Indianerinnen - die Kenntnisse
über Heilpflanzen, die seit Jahrhunderten bestehen, besitzen. Diese Mittel
benötigt Kuba auch dringend, da die Einfuhr von Medikamenten aus der Sowjetunion
von seiten der Russen eingestellt wurde.
An der Süd- und Ostküste Kubas wie auch auf dem höchsten Berg des Landes,
dem Pico Turquino, leben mehrere Familien, oft mit mehr als 1.000 Mitgliedern, eines
Taino-Arawak-Clans, die hundertprozentig indianischen Ursprungs sind. Dabei handelt es
sich um Nachfahren angestammter Taino und Einwanderer des Arawak-Volkes aus dem
Amazonas-Gebiet.
Auch wenn diese Indianer heute Spanisch sprechen, legen sie großen Wert auf ihre
alten Traditionen indianischen Ursprungs, wie zum Beispiel die Bauweise ihrer Häuser,
das Anlegen ihrer Yucca-Felder, das Backen des Yucca-Brotes oder auch die Zubereitung
der traditionellen Taino-Suppe - alles Privilegien aus alter Zeit - die Zeit der
Entdeckung.
Auch bei Baracoa gibt es indianische Familien, die ihre alten Tänze, die seit
Jahrhunderten Tradition waren, bewahren wollen wie den Gemeinschaftstanz Quiriba.
Wissenschaftler aus Belgien, der Sowjetunion und weiterer Länder forschten 1990 bei
den indianischen Nachfahren, über die Ergebnisse wurde Stillschweigen bewahrt.
Mitte der 60er Jahre wurden an Indianern anthropologische Messungen durchgeführt, die
als exakt eingestuft werden, doch als völlig veraltet von der westlichen Welt abgelehnt
werden. Nicht nachgewiesen werden konnte, ob die heutigen Indianer tatsächlich die
Nachfahren der von Kolumbus beschriebenen Taino-Indianer sind und dem Zweig der Arawak
angehören. Kein Wissenschafter hatte jemals an der Existenz von Indianer auf der
Insel Kuba gezweifelt. Entsprechende Beweise reichen bis in das Jahr 1847 zurück.
Aus Gerichtsakten des 19. Jahrhunderts wird über die Enteignung von indianischen
Ländereien und Siedlungen, die Stück für Stück vorgenommen wurden,
berichtet. Der amerikanische Archäologe Mark Harrington hatte 1950 Plastische Statuen
aus den Stalagmiten in Tropfsteinhöhlen abgeschlagen und nach New York mitgenommen.
Auf Kuba gibt es also noch Indianer. Für die Regierung sind es aber keine echten
Indianer mehr - also indianischen Ursprungs, da sie die westliche Kultur und ihre Methoden
wie auch die Werkzeuge übernommen haben. - Was für ein Quatsch.
Literatur:
Unsere Zukunft ist eure Zukunft, Luchterhand Literaturverlag, Hamburg, März 1992 | |
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