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Frühe Kulturen: Hopewell-Kultur

Um 300 v. Chr. bis 400/500 n. Chr.

Die menschliche Hand war Symbol der Kunst der Tempelhügelbauer. Fundort in einem Grab eines Hopewell-Häuptlings Nach dem Niedergang der Adena-Kultur breitete sich im gleichen Gebiet die Hopewell-Kultur aus. Sie waren keine Nachfahren der Adena-Leute, sondern sie waren viel schlanker und größer, besaßen einen längeren Schädel und eine dunklere Hautfarbe. Sie strömten aus Westen genauer aus Illinois in das Gebiet der Adena ein. Ihr Name bekamen sie von Captain Hopewell auf dessen Farm mehr als 30 Mounds gefunden wurden. In diesen Mounds wurden sensationelle Funde gemacht.

Zahlreiche Fragen verbinden die Archäologen mit der Besiedlung der Hopewell im Adena-Gebiet: Überwältigten die Hopewell die Adena? Vertrieben sie sie oder vermischten sie sich mit ihnen? Übernahmen sie die Bestattungsrituale oder hatten sie ihr eigenen? - Viele Fragen, aber nur wenige Antworten.

Die Kunstfertigkeiten der Adena-Kultur wurde von den Hopewell-Leuten zur Perfektion weiterentwickelt. Durch ihre Handelsbeziehungen bezogen sie Kupfererz, dass sie durch mehrtägiges Glühen (Tempern) zum Schmelzen brachten und Kupferplatten gewannen. Diese wurden dann mit gehärteten Kupferhämmern bearbeitet und harnischartige Brust- und Rückenpanzerung sowie Helme hergestellt, die phantasievoll mit Tiermotiven, Perlen, Edelsteinen verziert wurden. Aber auch Pfeil- und Speerspitzen wurden aus Kupfer hergestellt. Mit ihren Kenntnissen müssen die Hopewell-Indianer den benachbarten nomadischen und halbnomadischen Stämmen weit überlegen gewesen sein. Die Hopewell-Indianer brachten auch in der Töpferei vollendete Gegenstände hervor. Sie fertigten kunstvolle Pfeifenköpfe aus Stein, bearbeiteten Obsidian zu Klingen und machten aus Kupfer Broschen und Schnallen.

Die Hopewell-Leute müssen einen gut organisierten Handel besessen haben. Man fand die oben genannten Erzeugnisse, wie Muscheln vom atlantischen sowie pazifischen Ozean, Obsidian aus dem Westen, Haifischzähne vom Golf von Mexiko, Kupfer vom Oberen See sowie Zähne und Krallen vom Grizzly aus den Rocky Mountains.

Naturgetreuer Karpfenfisch. Gefunden in einem Grab der Hopewell-Farm. Sie könnte Symbol der Unterwelt gewesen sein. Die Hopewell-Leute schmückten sich am ganzen Körper - also von Kopf bis Fuß - Frauen wie Männer. Dazu verwendeten sie eben beschrieben Materialien, aber auch Alligator- und Haifischzähne, Zähne und Grallen der Grizzlies, Muscheln von der Atlantikküste und Flußperlen als wertvollsten Schmuck. Letztgenannter Schmuck ist zu Hauf im Seip-Mound gefunden wurden. Gold und Silber war kaum in Gebrauch - dafür aber das oben beschriebene Kupfer.

Der best aussehende Mensch zur Hopewell-Zeit war der Krieger. Er trug einen Harnisch aus gehämmerten Kupfer, einen Helm - oft mit Hörnern und anderen Verzierungen, Ohrringe, Ketten und Armbänder. Zur Ausstattung gehörte auch eine kunstvoll geschnitzte Pfeife in Form von Hasen, Eichhörnchen, Vögeln oder Fischen.

Bei den Hopewell-Leuten hatte der Totenkult eine besondere Bedeutung. Die zahlreichen Hopewell-Mounds sind sichtbarer Beweis für den komplizierten Totenkult. Es war Privileg der führenden Kasten eine Erdbestattung zu erhalten, welcher eine Zeremonie in einem sogenannten Totenhaus vorausging. Zahlreiche heilige Riten und Zeremonien wurden vollführt, um die angesehensten Persönlichkeiten mit Prunk zu bestatten. Mehr als 75 Prozent der Hopewell-Indianer wurden verbrannt.
Das Totenhaus wurde auf einen Platz errichtet, wo zuvor alle Bäume und Büsche entfernt wurden. Die obere lockere Bodenkrume verschwand ebenfalls. Die erste Schicht, welche nun aufgetragen wurde, bestand aus festen Ton, über den man ein oder mehrere Zoll Sand oder feinen Kies aufschüttete. Auf dieser Unterlage wurde ein großes aus Holz bestehendes Haus errichtet. Die Wände dieser Totenhäuser bestanden aus in einer Reihe stehenden Baumstämme. Zum Himmel waren diese riesigen Einfriedungen wahrscheinlich offen. Überdachte Räume wurden auf der Innenseite der Hauptwand angelegt. In diesem Totenhaus wurden die Bestattungen vorgenommen. Verbrennungen wurden in rechteckigen Gruben durchgeführt. Zuvor wurde das Fleisch abgetrennt oder man ließ die Toten ungeschützt liegen und säuberte nur noch die Knochen. Die Asche und Knochenfragmente kamen in Grabkammern aus Baumstämmen oder wurden in der Grube belassen. In einer Nachbarkammer gab es eine Fleischbestattung. Diese Grabkammer befand sich auf einer aus Ton errichteten Plattform und bestand ebenfalls aus Holz. Hier wurde der Tote mit allen Grabbeigaben bestattet. Die Beigaben waren zeremoniell zerbrochen, um die Geistwesen freizusetzen, die den Toten in das Jenseits begleiten sollten.

Die Adena- und Hopewellgräber glichen sich. Der Unterschied besteht nur im größeren Reichtum und der besseren Qualität der Grabbeigaben der Hopewell-Leute. Ein Begräbnis war eine unvergleichliche Zeremonie, die vom Medizinmann vollzogen wurde.

Ihre Kultur muß an der Schwelle einer Hochkultur gestanden haben. Die Eliteschicht der Hopewell-Indianer besaßen eine religiöse und weltliche Machtfülle. Bei Untersuchungen der Schädel aus den reichsten Hopewell-Begräbnisstätten wurde festgestellt, dass es Knochenwucherungen in den Ohrkanälen gab. Diese Wucherungen sind genetisch bedingt und entstehen, wenn die Mitglieder einer Kaste sich innerhalb dieser Kaste fortpflanzen.

Die Hopewell-Kultur ist wahrscheinlich in Illinois entstanden und hat sich nach Ohio, Indiana, Michigan, Wisconsin, Iowa und Missouri ausgebreitet. Dies geschah in den Jahrhunderten vor und nach der Geburt Christi. Das Volk wie auch die Kultur der Hopewell ging ab 400 n. Chr. allmählich unter. Der Untergang kam mit den Zusammenbruch der Handelsnetze.

Ihnen folgte ein weiteres Volk, welches Mounds erbaute - die Temple-Mound Builder.






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