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Die Huaxteken, eine Hochkultur


Am Ufer des Tuxpan beginnt das Stammesgebiet der Huaxteken. Es liegt nicht weit entfernt von der Totonaken-Metropole Tajin. Die Huaxteken siedelten im Norden des heutigen Huaxtekische Maisgöttin mit Mais-Ornamenten verziert, Stein Höhe 54 cm Staates Veracruz. Ein ausgedehntes Gebiet bewohnten und bewohnen sie in Tamaulipas in einem anderen mexikanischen Staat an den Ufern des Golfes von Mexiko. Ferner lebten sie auch tiefer im mexikanischen Binnenland in den Staaten Queretaro, Hidalgo und San Luis Potosi.

Die Huaxteken sind nahe Sprachverwandte der Maya. In sehr früher Zeit wurden sie durch die Olmeken und Totonaken von den Maya abgetrennt und konnten deshalb nicht an der intellektuellen Entwicklung der Maya teilnehmen, deren Kultur alle anderen Kulturen Altamerikas übertraf. Die Huaxteken im Norden des mexikanischen Golfes wurden in ihrer kulturellen Entwicklung von Einflüssen Zentralmexikos bestimmt. Diese Entwicklung verlief sehr langsam und so blieben sie ein Naturvolk. In der letzten Periode ihrer Geschichte entwickelten sie aber eine nicht zu unterschätzende Kultur von eigener Art.

Von den Huaxteken sind uns nicht so viele Städte hinterlassen wurden wie von ihren Nachbarn den Totonaken und Mayas. Sie waren auch nicht so prunkvoll ausgestattet gewesen. Ihre Architektur war arm in ihrer Art. Ausnahme ist eine von zwei Pyramiden in der huaxtekischen Stadt Tantoc, welche außergewöhnlich große Ausmaße aufwies. Was für die Huaxteken kennzeichnend war, sind ihre Lehmhügel, die »Cues« genannt werden. Sie waren mit Stuck überzogen und sollen im Kult den Gott des Windes symbolisieren. Die im heutigen Staat San Luis Potosi gelegene Stadt Tamuin war die bedeutendste Stadt der Huaxteken.

Für den Bau ihrer Tempel verwendeten sie außer Steine, Flußsteine und Holz. Das feuchte Klima, in welchem die Huaxteken wohnten, haben die Mehrzahl der Heiligtümer zerstört. Der Grundriß der Tempel war kreisförmig. Selbst die Ecken der Bauten sind abgerundet worden. Die Architekten der Huaxteken waren offentsichtlich gegen Geraden und Ecken.

Sie verehrten eine ganze Reihe von Göttern. Dabei muß der Windgott Quetzalcoatl Huaxtekische Frau eine besondere Rolle gespielt haben, denn dessen Kultur breitete sich später über das ganze vorkolumbische Mexiko aus. Auch der Kult der Erdgöttin Tlazolteotl entstand höchst wahrscheinlich bei ihnen, den später die Azteken sehr verehrten.

In ihrer Statur unterschieden sich die Huaxteken nicht von den Totonaken, die ihre unmittelbaren Nachbarn waren. Sie kleideten und schmückten sich aber anders. Sie trugen sehr dürftige Kleidung oder gingen sogar nackt. Sie deformierten ihre Schädel, in den sie sie platteten. Durch die Nasenscheidewand durchbohrten sie, um Ararafedern oder Rohrhülsen hindurchzustecken. Auch ihre Zähne feilten sie spitz und färbten sie.

Die Keramik der Huaxteken gibt den Charakter ihrer Kultur wieder. Die Gefäße, welche aus cremefarbenen bis gelben Material bestanden, besaßen kühne menschenähnliche Elemente an der Außenwand (nehmlich weibliche Brüste). Sie wurden mit zarten roten bis schwarzen Zeichnungen bemalt auf weißem Untergrund. Die Zeichnungen hatten unendliche viele Variationen von geometrischen und durch Pflanzen-, Tier- und Menschenformen inspirierte Motive. Besonders zu nennen sind hier die »Teekannengefäße«, die seitlich hervorstehende Schnauzen aufwiesen und nicht selten die Form eines Tieres hatten wobei der Schwanz die Schnauze bildete. In der bildenden Kunst der Huaxteken gibt es auch bedeutende Darstellungen von Kalksteinfigürchen. Sie waren teilweise mit komplizierten Mustern mit einem flachen, fast gezeichneten Relief verziert. Das bekannteste Kunstwerk der Huaxteken war der »Jüngling« aus Tamuin, der wahrscheinlich den Gott Quetzalcoatl in Gestalt eines nackten reifenden Mann darstellt.

Auf Muscheln fand man geritzte Flachreliefs, welche abgeschlossene mythologische Szenen darstellen.

Wodurch sich die Huaxteken besonders von ihren Nachbarn unterschieden, war ihre große Kampfeslust. Die Totonaken wurden von den Azteken unterjocht. Die Huaxteken hingegen haben sich niemals den Azteken unterworfen. Bei einem Feldzug der Azteken unter ihrem Herrscher Tizoc im Jahre 1481 ins Huaxteken-Land bereiteten die Huaxteken den Azteken eine blutige Niederlage. Auch die Spanier einige Jahrzehnte später machten schlechte Erfahrungen mit ihnen. Eine Abteilung Soldaten unter Führung von Alonso Alvarez Pineda wurden im Jahre 1519 von den Huaxteken aufgerieben. Als im Jahre 1521 Cortés einen Feldzug gegen die Huaxteken unternahm, hatte er große Mühe ihre Hauptstadt einzunehmen. In ihren Heiligtümern hingen noch die Sklape und Gesichtshäute der Soldaten Pinedas.
 
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