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Die indianische Gesellschaft
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Einführung indianische Gesellschaft
Als Kolumbus am 12. Oktober 1492 auf den Karibischen Inseln landet, glaubt er eine Insel
nahe dem asiatischen Festland entdeckt zu haben. Er hatte sogar die Hoffnung im
sagenumwogenen Gewürzland angekommen zu sein, weshalb er die Eingeborenen «una
gentre en dio», was im Deutschen etwa «ein Volk in Gott» heißt. Aus en
dio wurde im Deutschen «Indianer». Dieses Wort ist erhalten geblieben. Für
sich kannten die Indianer keine Bezeichnung, die ihre Rasse von anderen unterschied. Sie
wußten auch von der Existenz einer anderen Menschenrasse nichts. Die Indianer
bezeichneten sich selbst in ihrer Sprache einfach mit Mensch oder mit Volk, manchmal wurde
noch ein beschreibendes Adjektiv beigefügt, wie z. B. Hopitu (Hopi) «die
friedlichen Leute» oder Chiluk-ki (Cherokee) für «Höhlenvolk».
Diese Bezeichnung übernahmen die europäischen Eindringlinge. Oft wurde der Name
für eine Indianergruppe verwendet, welcher von einer anderen Horde stammte. Die Sioux
gaben den Cheyenne den Namen sha hi'ye na ("Sprecher einer unverständlichen
Sprache").
...
Über keine Urbevölkerung der Welt weiß man soviel wie über die
Indianer.
Hier eine systematische Klassifizierung der Indianer-Gemeinschaften, was Beziehungen,
Unterschiede und Gemeinsamkeiten betrifft.
Die Sippe
- Die Familie
- Die zusammengesetzte oder gemischte Sippe
- Die patrilokale (Mann blieb am gleichen Ort) Sippe
Der Stamm
- Der lineare Stamm
- Der zusammengesetzte oder gemischte Stamm
Das Häuptlingtum
Der Staat
Dieser Teil der Webseite soll den Unterschied wie auch die Gemeinsamkeiten
zwischen Sippe, Stamm, Häuptlingtum und Staat in der indianischen Gemeinschaft
aufzeigen.
Gesellschaftsformen
Die Sippe - am Beispiel der Shoshoni
Für die Weißen waren die shoshonisch-sprechenden Indianer im Great Basin
(= Großen Becken) die elendsten Kreaturen der Schöpfung. Zu denen, die sich
so über die shoshonische Sprachfamilie äußerten, gehörten Jedediah
Smith (1827) und Mark Twain (1861). Die Stämme der shoshonischen Sprachfamilie wurden
als «Digger» bezeichnet.
Ja - die Indianer des Great Basin führten ein elendes Leben in den trockensten und
zugleich ödesten Gegenden des amerikanischen Kontinents. Sie ernährten sich von
mit Grabstöcken ausgebudelten Wurzeln, fingen mit Netzen Kaninchen und aßen
sogar Heuschrecken. Auch ihre Kleidung war sehr spärlich. Der Mann trug einen
Lendenschurz und die Frau eine Schürze aus Pflanzenfasern. Die weißen
Eindringlinge verglichen sie mit Affen oder einer Übergangsform. Wissenschaftler
und die, welche sich als solche ausgaben, suchten bei ihnen Gebräuche aus der
Frühzeit, welche sich bis heute erhalten hatten.
Anthropologen der damaligen Zeit bewiesen, dass die shoshonisch-sprechenden Gruppen keine
Übergangsform vom Affen zum Menschen waren. In den shoshonischen Gemeinschaften gab
es bereits Gesetze, Sitten, Verhaltensvorschriften und Riten, die ihre Lebensweise
beeinflußten. Was das Tier vom Menschen unterscheidet ist, dass das Tier vom Instinkt
geleitet wird und der Mensch sein Wissen erlernt. Die Indianer der shoshonischen
Sprachfamilie waren zwar eine primitive menschliche Gesellschaft, die aber durch ihre
Kultur geformt wurde. Für die Weißen lebten die Shoshonen oder Digger wie
Affen. Doch der Digger kennt seine Verwandten, wie Cousine, Bruder. Er konnte unterscheiden
welche Verwandten er heiraten durfte und welche nicht. Der Digger kennt die gemeinsame
Kaninchenjagd, teilen der Nahrung während einer Hungersnot, die komplizierten Regeln
der Gastfreundschaft und sogar das Tauschgeschäft. Auch Vorstellungen von Mythen, vom
Übernatürlichen und vom Tod kennt der Digger oder Schoschone. Der Affe besitzt
kein Glauben an Entstehungsmythen seiner Gesellschaft.
Zur schoschonischen Sprachfamilie gehören die Ute, Paiute wie auch die Gosiute.
Ihre Armut liegt an den unwirtlichen Landstrichen des Great Basin - trockener Boden,
Ausdunstung und wenig Regen. Dies hat zur Folge, dass sich nur wenige Pflanzen diesen
Verhältnissen anpassen können. Ein zweiter Faktor dieser Armut sind die fehlenden
Techniken, die diese Beschränkungen aufheben.
Utah - ein Bundesstaat der USA - wird heute von wohlhabenden Farmern bewohnt, die neben
ihren Eigenverbrauch auch Überschüsse produzieren. Dies wurde erzielt durch
Bewässerungsanlagen, dürreresistentes Saatgut und landwirtschaftliche Maschinen.
Dass die weiße Rasse der Rothaut überlegen ist, konnte bis heute nicht
wissenschaftlich bewiesen werden. Grund dieser Unterschiede ist die Kultur, die bei den
Schoschonen fortschrittsfeindlich war. Hauptgrund dafür war die menschenfeindliche
Umwelt im Great Basin. Die Bevölkerungsdichte der Schoschonen betrug eine Person in
einem Gebiet von 100 bis 250 Quadratkilometer. Familien konnten nur bestimmte Zeit
zusammenleben, wegen der fehlenden Nahrungsmittel. Diese Familientreffen fanden entweder
zur gemeinsamen Jagd oder zur gemeinsamen Überwinterung statt. Dies hatte zur Folge,
dass die Schoschonen auf der niedrigsten Stufe menschlicher Organisation standen - ebenso
was die Familie anging. Eine schoschonische Gruppe hatte die niedrigste soziologische
Struktur, die dem Leben unser Vorfahren vor über einer Million Jahre gleichkommt.
Die Familie ist die einfachste menschliche Organisation, auf die größere Sippen
wie auch komplexere gesellschaftliche Organisationen aufbauen. Die verwandtschaftlichen
Beziehungen der Frau sind verantwortlich für das Zusammenleben einer Familie. Wenn
eine Frau heiratet, steht sie in ehelicher Beziehung, die Kinder bilden eine biologische
und zur Familie, in der sie geboren und die sie verlassen hat, in sozialer Beziehung.
Unverheirate und verwitwete Personen bleiben in der Familie, denn in der Isolierung gehen
sie unter. In der Shoshoni-Familie wurden alle Tätigkeiten von der Produktion bis zur
Konsomtion ausgeübt. Die sorgte für die Nahrung, flocht Körbe, der Mann
ging auf die Jagd, nicht nur wegen des Fleisches, sondern auch wegen des Felles für
die Kleidung. Es herrschte also Arbeitsteilung. Die politische Organisation und ihr
Rechtssystem verkörperte der Mann in einer Person. Wäre die gesellschaftliche
Einheit größer gewesen, wäre das Leben leichter. Wenn bei den Shoshoni
sich mehrere Familien vereinigten, entstand eine lockere Sippe. Dies war nötig, um zu
Jagen oder spielte eine wichtige Rolle, was Heiratsverbindungen betraf. Auch bei den
Shoshoni gab es eine romantische Liebe. Verliebte wurden mit Nachsicht behandelt - mit
Geduld und Toleranz. Für die Shoshoni war eine Ehe vor allem eine lebensnotwendige
Angelegenheit. Dies brachte Arbeitsteilung, Schutz, Sicherheit im Alter, Hilfe bei
Krankheit und Jagdunfällen... Eine Ehe brachte Arbeitsteilung - die Liebe war nicht
notwendig.
Verwandte waren in primitiven Gesellschaften wichtig. Man sah, unterhielt sich und teilte
in Notzeiten die Nahrung. Inzest war verboten. Obwohl er bei hochentwickelten wie auch bei
primitiven Völkern bekannt war.
Siehe auch Shoshoni.
Der Stamm
Die Anasazi, Hopi, Isleta, Taos, Zuni und weitere Stämme werden als Pueblo-Indianer
bezeichnet. Sie lebten entlang des Rio Grande-Gebietes im Zentrum sowie westlichen New
Mexico bis hinein nach Nordost-Arizona. Don Francisco Vásquez de Coronado traf erstmals auf
Pueblo-Indianer 1540. Er selbst sah mehr als siebzig Dörfer, von denen heute nicht
einmal dreißig mehr vorhanden sind. Pueblo ist das spanische Wort für Dorf.
Einst lebten die Pueblos in Arizona, Colorado, New Mexico und Utah. Ihre Anzahl wurde nicht
nur durch die Spanier, sondern auch durch Dürren im 13. Jahrhundert dezimiert. Mehr
als 100 Dörfer waren verlassen wurden und verödeten. Auch kriegerische
Auseinandersetzungen zwischen den Pueblo-Stämmen und mit den Apachen, Comanchen und
Navaho verringerte zusätzlich die Bevölkerungszahl.
Trotz der Verminderung der Bevölkerung konnten die Pueblo-Indianer ihre Kultur
weitaus besser bewahren als andere indianische Gruppen Nordamerikas. Die Unterdrückung
durch die Spanier, Mexikaner und Amerikaner vermochte an dieser Tatsache auch nichts zu
ändern. Selbst die Lebensweise der Pueblo-Indianer änderte sich nur
geringschätzig in den letzten vierhundert Jahren. Ihre Zeremonien konnten bis in die
Gegenwart aufrecht erhalten werden.
Organisiert sind die Pueblo-Indianer in Stämme, die allerdings Ähnlichkeiten zur
Sippe aufzeigen. Auch der Stamm basiert immer noch auf die Familienzugehörigkeit.
Jedes Mitglied ist gleichgestellt.
Das Häuptlingtum
Das Häuptlingtum ist in Nordamerika an der Nordwestküste anzutreffen - einem
Gebiet zwischen dem am weitesten westlich gelegenen Gebirgsketten und dem Pazifik und in
Nord-Süd-Richtung vom östlichen Alaska bis nach Nordkalifornien - eine Länge
von mehr als zweitausend Kilometer aufweist. Hier lebten Indianergruppen verschiedener
Sprachgruppen von auch unterschiedlicher Gestalt. Die Jagd und das Sammeln von
Wildfrüchten bildeten ihre Nahrungsbasis. Das Zusammentreffen von hervorragenden
Umweltfaktoren ließ eine gute Nahrungsversorgung zu. Durch den Reichtum dieses
Küstengebietes wurden die Stämme seßhaft. Mit der Anwendung von
Konservierungstechniken, wie Räuchern und Trocknen, konnten Vorräte angelegt
werden, was zum Anstieg der Bevölkerung führte. Dies wiederum war Voraussetzung
für die Entwicklung von unterschiedlichen Kulturformen, die auf Reichtum, Stellung
und Rang basieren.
Hier entwickelte sich die gesellschaftliche Organisation des Häuptlingtum, was sich
vom Stamm in Hinsicht einer dichteren Besiedlung und einem besseren wirtschaftlichen,
sozialen und religiösen Leben unterscheidet. Ein Häuptlingtum entsteht dort, wo
ein Überfluß an Nahrung und anderen Gütern besteht.
... wird
fortgesetzt.
Der Staat (Azteken)
In Nordamerika gab es keinen indianischen Staat, aber z. B. die Azteken aus
Mittelamerika bildeten einen. | |
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