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Die Inka - Cusco, die Inka-Hauptstadt
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Cusco bedeutet in der Quechua-Sprache "Nabel". Die Hauptstadt Cusco verglichen die Inka
mit einem liegenden Puma. Die Festung Sacsayhuamán soll der Kopf des Puma darstellen, der
das Tal beherrscht. Der Puma symbolisiert die Macht und die Stadt war für die Inka
der Mittelpunkt der Welt. In ihr gab es Paläste, Regierungsgebäude, Tempel und
den Sonnentempel, der den Haupttempel darstellt. Die Grundmauern der Gebäude
bestanden aus großen, kunstvoll verfugten Steinen, die Erdbeben und der
Zerstörungswut der Spanier standgehalten haben. Die exakt behauenen Steine sind
so genau verfugt worden, dass es selbst heute unmöglich ist, eine Stecknadel zwischen
sie zu stecken. Man fragt sich auch noch heute wie die Inka 350 t schwere Blöcke
heben konnten.
Jedoch gründeten nicht die Inkas Cuzco. Einst war es ein kleines Dorf aus armseligen
Hütten mit ungebrannten an der Sonne getrockneten Lehmziegeln. Es sah wie jedes andere
Bergdorf in den Anden aus. Wer die Menschen waren, die für diesen Ort einmal den
Grundstein legten, ist allerdings nicht bekannt.
Mit der Ankunft der Inka begann die Umgestaltung nach einem wohl durchdachten Plan und Cuzco
wuchs und wuchs. Vielleicht lebten als die Inka einzogen zweihundert Menschen im Dorf, zur
Zeit als die Spanier die Stadt erreichten, war die Bevölkerung auf ca. 200.000 Personen
angewachsen, die in 20- bis 25 Tausend Häusern wohnten.
Man nimmt an, dass bereits der erste Inka-Herrscher die vier Stadtteile von Cuzco gründete.
Sie heißen Quintacanancha, Chumbicanancha, Sairicanancha und Yarambucanancha. Mit der
Benennung von vier Stadtteilen erlebte die Stadt aber nicht ihre Entwicklung, sondern vielmehr
mit dem großen Umbau des neunten Inka-Herrschers Pachacuti Yupanqui und dessen Sohn, dem
zehnten Inka, Tupac Yupanqui. Erst damit wurde Cuzco die Hauptstadt der Inka, die ihre Stadt
von der Gestalt her mit einem Puma verglichen. Der Leib des Puma wurde aus dem Grundriß
Cuzcos, der zwischen den beiden Flüssen Huatanay und Tullumayo liegt, gebildet - genannt
Tumachunam = Pumaschwanz. Den Kopf des Pumas sahen die Inka in der Festung "Sacsayhuaman", -
"Huaman" im Quechua = Falken (gesprenkelter Kopf - wie ein Puma), die hoch über der Stadt
throhnt.
Die Festung ihrerseits bildete das Schutzschild von Cuzco, die als das größte von
den Inka errichtete Bauwerk überhaupt angesehen wird. In ihrem Grundriß besteht
Sacsayhuaman aus drei hintereinander errichteten Steinwällen, die sich zickzack-förmig
über den Berg hinziehen. Jeder der Wälle besteht aus riesigen bis zu dreihundertfünfzig
Tonnen schweren Steinblöcken. Wie die Inka diese Leistung vollbracht haben, ist nicht bekannt.
Sie kannten kein Rad und besaßen auch kein anderes Transportmittel. Mit bloßen
Händen, mit Organisation und riesiger Ausdauer mußten sie dieses gewaltige Werk
vollbracht haben.
Der neunte Inka-Herrschers Pachacuti Yupanqui entwickelte den Plan für das Bauwerk,
sein Sohn, Tupac Yupanqui, nahm den Bau in Angriff und unter Huayna Capac, der elfte Inka,
wurde Sacsayhuaman vollendet. Die mächtigste Mauer ist die erste, die aus neun Meter
hohen, fünf Meter breiten und vier Meter tiefen Steinquadern besteht. Jeder der Wälle
mißt etwa 360 Meter und besitzt 21 teils vorspringende bzw. zurückgesetzte Bastionen.
In die Mauern sind trapezförmige Tore eingelassen, die man bei Gefahr mit Steinblöcken
schließen konnte. Zudem bestand die Festung noch aus drei großen Türmen, in
denen die Einheiten zur Bewachung und Verteidigung Cuzcos untergebracht waren. Bei archäologischen
Grabungen in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden unterirdische Gänge,
die die Türme mit dem Hauptquartier, dem Mujacmarca, verbanden, freigelegt.
Die Mujacmarca wiederum befand in der Festung "Sacsayhuaman". Von dort führte ein
unterirdisches kompliziertes Ganglabyrinth, in dem eingedrungene Feinde sich verirren sollten,
in das tiefer gelegene Cuzco, wo die Paläste des Inka und das Nationalheiligtum des Staates
standen. Bei einem Angriff auf Cuzco sollte nicht nur der Herrscher und seine Familie, sondern
auch das Gold aus dem Sonnentempel in die Mujacmarca gebracht werden.
Nördlich der Festung Sacsayhuaman grenzt in unmittelbarer Nähe ein als "Thron des
Inka" benannter Komplex an, der vollkommen glatt geschliffen wurde und in den steinerne an
Königsthrone erinnernde Sitze eingehauen sind. Diese dienten dem Inka-Herrscher als
Aussichtspunkt, um den Vorschritt der Arbeiten an der Festung zu besichtigen und an Feiertagen
selbst den Mumien der verstorbenen Herrscher an den Festen, die zu ihren Ehren abgehalten worden,
sich zu erfreuen.
Am "Thron des Inka" liegt der Ruinenkomplex des "Inka-Bades", indianisch: "Tampu Muchay". Er
besteht aus terrassenförmig ansteigenden Mauern und Wänden, in die, die typischen
trapezförmigen Öffnungen eingearbeitet sind.
Nahe des letztgenannten Komplexes wiederum befindet sich das sogenannte Kenko - auch Quenquo
genannt - übersetzt man die Begriffe aus dem Quechua ins Deutsche, so bedeuten sie die
"Verwundete". Hierbei handelt es sich um ein fünf Meter hohes in den Felsen gehauenes
Puma-Relief, das gleichzeitig als Symbolfigur für Cuzco und Sacsayhuaman mit Umgebung
anzusehen ist. Die Inka nannten ganz Sacsayhuaman einschließlich aller weiteren heiligen
Stätten "Kopf des Puma".
Der Kopf des Pumas ist die Festung und der Körper und Schwanz des Pumas wird von Cusco
eingenommen. Das Cusco der Inka ist heute immer noch eine Stadt mit gleichem Namen. Die Metropole
der Inka sollte zwar genau wie Tenochtitlan, die Hauptstadt der Azteken in Mexiko, völlig
zerstört werden, stattdessen wurden Fundamente oder Mauern der Inka-Paläste und
-Heiligtümer in die Paläste und vor allem aber in die Kirchen der spanischen Eroberer
integriert. Auf den Überresten der Heiligtümer und des Nationaltempels der Inka
errichtete man die katholische Kirche mit dazugehörigen Kloster Santo Domingo, weitere
Reste baute man in die Häuser der umliegenden Straßen ein. Glückerlicher Weise
sind aber Stadtansichten des Cuscos der Inka-Zeit durch erste Chronisten in Schilderungen
erhalten geblieben.
Wenn man bedenkt das Cusco auf einer Höhe von 3.400 Metern über dem Meer liegt, so
umspannen die in drei Himmelsrichtungen ausgerichteten Bauwerke wie Festung Sacsayhuaman, Thron
des Inka, Inka-Bad und Kenko die Hänge der Cusco umgebenden Bergriesen in einem noch
höheren Niveau. Nur nach Südosten öffnet sich das Tal von Cusco, welches zum
Großteil von fruchtbaren Feldern bedeckt ist, andere Teile sind stellenweise sumpfig.
Die Ufer der beiden Cusco umfliesenden Flüsse befestigten die Inka mit bearbeiteten
Steinblöcken.
Die Inka-Hauptstadt war in zwei Teile gegliedert: In Huna Cusco - dem Oberen Cusco und in Hurin
Cusco - dem Unteren Cusco.
Huna Cusco - das Obere Cusco - gehörte dem Volk. Hier lebten die Bewohner in schlichten
jedoch bemalenen, ebenerdigen oder einstöckigen Häusern aus sonnengetrockneten Ziegeln.
In ihrer sozialen Stellung gehörten sie der niederen Volksschicht der Inka-Gesellschaft an.
Zu ihnen gehörten auch die meisten in Cusco arbeitenden Handwerker.
Der untere Stadtteil von Cusco war die Stadt der herrschenden Oberschicht, die Elite der
Inka-Gesellschaft. Hier ließ sich einst der Gründer des Inka-Reiches Inka Manco Capac
nieder, wo der Grundstein zu den Palästen der Herrscher und allen Heiligtümern gelegt
wurde.
Zentrum der unteren Stadt Cuscos war der "Platz der Freunde" = "Huacapata" in Quechua. Um ihn und
umliegenden Straßen waren die wichtigsten Gebäude des Inka-Reiches errichtet.
Zu ihnen zählt zu aller erst der Komplex der Heiligtümer und Tempel, wobei hier wiederum
zu erst das Nationalheiligtum der Inka der Sonnentempel "Coricancha" zu nennen ist. Nach ihm wurde
das gesamte Tempelviertel auch benannt, der dem "Vater der Inka" der goldenen Sonne geweiht war.
Die gesamte Fläche der Wände des Sonnentempels hatte man mit Goldplatten bedeckt, Gold war
für die Inka das Symbol der Sonne - Silber das des Mondes. Der Hauptaltar im Innern des Tempels
bestand aus einer riesigen in alle Richtungen strahlenden Sonnenscheibe aus purem Gold. Um dieses
Leuchten noch zu verstärken, konnte man bei Sonnenschein große Tore auf der Ost- und
Westseite des Tempels öffnen und das Innere durchfluten lassen.
Im Sonnentempel wurden auch die Mumien der verstorbenen Herrscher verehrt, die auf beiden
Längsseiten des Tempels aneinandergereiht waren. Sie saßen auf Königsthronen aus
purem Gold, die wiederum auf aus Gold gewebten Teppichen standen.
Der Tempel des Hohepriesters der Inka - dem Huillac Umu - erhob sich gleich neben dem Sonnentempel,
dem fünf weitere Gebäude mit weiß gedeckten und mit Golddraht durchwirkten
Strohdächern folgten, in denen die Gehilfen des Hohepriesters wohnten.
Im Tempelbezirk verehrte man aber nicht nur die Sonne, dem Mond war auch ein Tempel geweiht.
Luna, die Mondgöttin, war in einer Person die Schwester und Gemahlin des Hauptgottes der
Inka. Dem Altar des Mondtempels schmückte eine Mondscheibe aus purem Silber, dem Erz des
Mondes. An den Längsseiten des Tempels waren auf silbernen Thronen die verstorbenen
Gemahlinnen der toten Inka aufgereiht.
Das dritte Heiligtum im Coricancha war ein zweiteiliger Tempel, der der Venus geweiht war.
Dieses einstige Heiligtum ist heute noch in Cusco zu bewundern.
Gegenüberliegend dieses Gebäudekomplexes erheben sich drei weitere etwa gleich große
Tempel, von den einer dem Donner, ein anderer dem Blitz und ein weiterer dem Regenbogen geweiht war.
Auch einen Opferplatz gab es. Die Kanäle durch die das Blut der geopferten Tiere floss, sind
auch erhalten geblieben.
Im Coricancha soll auch eine aus Stein gehauene Schale, eine sogenannte Patio, gestanden haben,
in ihr wurde das Maisbier der Inka gebraut. Zudem diente sie bei der Heiratszeremonie des Herrschers
und seiner Gemahlin - seiner Schwester, der Coya, der legitimen Gattin - nach der offiziellen Trauung
als Badewanne, in der eine rituelle Reinigung zelebriert wurde.
Sämtliche Gebäude der Coricancha und alle weiteren Paläste und Tempel waren von
außen mit Goldplatten verkleidet. - Für die Inka war Gold, der Schweiß der
göttlichen Sonne.
In unmittelbarer Nähe des Coricancha war ein weiteres einmaliges Kunstwerk durch die Inka
geschaffen worden - ein unglaublicher Prunk war hier zu sehen - im goldenen Garten von Cusco.
Hinter Sonnentempel und goldenem Garten stand das Kloster der Sonnenjungfrauen. Hier dienten
Mädchen, die aus allen Landesteilen des Inka-Imperiums gekommen waren, der göttlichen
Sonne und ihrem Sohn, dem großen Inka. Nur die hier wohnten, der große Inka und
weibliche Angeörige seines Ayllu durften das Kloster betreten. Wer es trotzdem tat, wurde
mit dem Tode bestraft. Gleiches Schicksal ereilte auch jeder Jungfrau aus dem Kloster, wenn sie
das Kloster mit einem Mann befleckte - zudem wurde ihre Heimatgemeinde ausgelöscht.
Am Platz der Freunde - dem Huacapata - gab es auf einer weiteren Seite ein großes Gebäude
- dem Yachahuasi - eine Lehranstalt für die Jünglinge des Hochadels. Lehrinhalt war das Wissen
der Inka in Theorie und Praxis sowie das Studie der Staatskunst.
Im unteren Cusco, dem Herrscherviertel, gab es neben Palästen, Tempeln und Schulen auch die
Residenzen der großen Inkas. Jeder Inka beanspruchte eine neue prunkvolle Residenz, die nach
seinem Tod in eine Gedenkstätte umgewandelt wurde und somit der Tote seine Ehrung erhielt.
Inka Tupac Yupanqui (10. Inka) war die Pocamarca geweiht und die Amarucancha seinem Sohn dem
Inka Huayna Capac (11. Inka). Das Palais des Inka Roca (6. Inka) steht auf dem Zentralplatz, die
des Inka Pachacuti (9. Inka) unweit davon ... Die Kolkampata, ein kleiner Palast, des Gründers
der Inka, der erste Inka Manco Capac soll sich nahe der Festung Sacsayhuaman befinden.
Cuzco wurde als das Zentrum des Reiches angesehen, von wo aus die Heere des Imperiums zu
ihren Eroberungsfeldzügen aufbrachen. Hierher kehrten sie auch wieder zurück, um
für den erfochtenen Sieg den Dank entgegen zu nehmen.
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