Die Macht der Inka ruhte auf der Armee, der Post, das Recht und nicht zuletzt auf die Religion.
Die Religion wurde nicht von den Inkas geschaffen, sie war schon vor den Inka bekannt. Diese
religiösen Vorstellungen paßten allerdings die Inkas an ihre Bedürfnisse an.
Die Sonne als Herrscherin der Götter lenkte die ganze überirdiche Welt, die Könige
der Inka als Söhne der heiligen Sonne lenkten das Geschick des Lebens auf der Erde. So war
auch die Ordnung der Söhne der heiligen Sonne, also der Herrscher von Cusco, heilig - ebenso
der göttliche Ursprung der Herrscher.
Mindestens drei Religionssyteme beeinflußten sich gegenseitig. Im Mittelpunkt des ersten
Kults stand die Anbetung der Sonne. Diese Sonnenanbetung wurde staatlich gefördert, es gab
aber noch andere ältere religiöse Vorstellungen bei denen noch keine mächtigen
Götter und auch keine Himmelsgestirne verehrt wurden. Es wurden sogenannte Huaca - heilige
Orte, Gegenstände, Hügel, Felsen, Bäche und Quellen, Bäume, Höhlen,
Ahnenmumien und vor allem heilige Steine Ehre entgegengebraucht.
Im gesamten Inka-Reich huldigten die Quechua sprechenden Bewohner einer Reihe von Göttern.
Einer der wichtigsten Gottheiten war Con Ticsi Viracocha - kurz auch nur Viracocha genannt. Er
galt in Tahu-an-Tin-Suyu als der Schöpfer der Welt und aller anderer Götter.
Die Gläubigen wandten sich an Inti - die Goldene Sonne, der auch als göttlicher Ahnherr
des Herrschergeschlechts galt. Wahrscheinlich wurde der Name der Dynastie von dem Namen dieses
Gottes abgeleitet.
Nach Inti rangierte in seiner Bedeutung der Gott des Wetters, des Donners und des Blitzes - Illapa.
Mit der Bitte nach Regen wandten sich die Bewohner Altperus an diese Gottheit, da sie glaubten, er
könne aus dem Himmelsfluß - der Milchstraße - Wasser auf die Erde senden.
Mama Quilla - die Mondgöttin - war die Frau der Sonne.
Neben den Gottheiten wurden auch Sterne und Sternbilder verehrt. Besondere Ehre wurde der
Erd-Gottheit, Mutter Erde - Mama Pacha, auch Pachamama - entgehen gebracht. Mama Pacha wurde
besonders von den Gebirgsindianern, vor allem der Bauern verehrt, wie Mama Chocha, auch Chochamama
- die Mutter des Meeres, der See - von den Küstenindianern angebetet wurde. Mutter Erde wurde
nackt dargestellt mit üppigen Formen.
Die Eingliederung unterworfener Länder führte dazu, dass fremde Gottheiten und
Kulte übernommen wurden.