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Kalender, Schrift und Sprache der Inka


Der peruanische Kalender


Der Inka-Kalender war eigentlich auf dieArbeit der Bauern ausgerichtet, hatte 365 Tage und war wie unserer Kalender in 12 Monate eingeteilt. Jedoch besaß er nicht die Genauigkeit und Vollkommenheit wie bei den Kalendersystemen der mittelamerikanischen Indianer. Jeder Monat hatte genau 30 Tage - 30 Tage x 12 Monate = 360. Die letzten fünf bzw. bei Schaltjahren sechs Tage, die sogenannten Jahresendtage - waren arbeitsfreie Tage auf was schon ihr Name Allca conquis in der Quechua-Sprache hinweist.

Der erste Monat im Inka-Kalender entsprach unserem Dezember und der letzte dem November. Pachacuti hatte unzählige Reformen bewerkstelligt. Eine betraf sogar der Neugestaltung des Inka-Kalenders. Seine Bestrebungen gingen so weit den Kalender zu vereinheitlichen, so das Sonnen- , ein Huata, und das Mondjahr in Einklang kamen. Er war es, der den Beginn des Inka-Jahres auf den Dezember verschob. Die Einteilung des Jahres in Monate und Tage hatte wie bereits hingewiesen eine wichtige Rolle im Leben des Reiches. Die Monatsnamen geben Auskunft, welche Tätigkeit in der Landwirtschaft auszuführen seien.

Die Sonnensöhne hatten gesetzlich verankert, dass es beinahe in jedem Monat ein Fest gab oder ein Feiertag begangen werden konnte, um in das eintönige Leben auf dem Lande etwas Abwechslung zu bringen. Das Wort Feier oder Fest in der Quechua-Sprache heißt Raymi und ist fast in allen Monatsnamen zu finden.

Inka-Monatsname
Peruanischer Kalender
Übersetzung Unser Monat
Gregorianischer Kalender
Anmerkung
Capac Raymi "Großes Fest"
oder
"Herrlicher Feiertag"
Dezember Während des großen Festes wurden die Kartoffeln gesetzt und Quinoa gesät und das feierliche Reifefest der jungen Männer fand statt.
Huchuy Pokoy Monat der Reife Januar
Hatun Pokoy Monat der großen Reife Februar Zu Ehren der Sonne wurden Meerschweinchen geopfert.
Paucar Huaray Blumengewand
oder
Monat der Blütenreife
März In diesem Monat wurde ein entsprechendes Fest gefeiert.
Ayriway Tanz der jungen Maiskolben April
Aymaray Erntegesang Mai Im Mai feierte man das «Fest der Mama Sara» = «Mutter des Maises»
Inti Raymi Sonnenfest Juni Im Monat der Sonnenwende wurde das größte Fest gefeiert, welches Inti geweiht war.
Cana Warkis Zeit der Rast Juli
Yapakis Zeit der großen Reinigung August
Coya Raymi Fest der Königin September
Auma Raymi Zeit der Wasser
oder
Fest des Regenhimmels
Oktober
Ayamarks Totenfest
Zug der Toten
November



Quipu - Eine Knotenschrift?


Die Sprache der Inka - das Quechua - hat bis in die Gegenwart überdauert.

Kannten die Inka auch eine Schrift und war dies die Knotenschrift Quipu?
Quipu - Die Knotenschrift der Inka war ein auf mathematische und statistische Aufzeichnungen gestütztes Dezimalsystem. Von fast allen bedeutenden antiken Kulturen ist eine Schrift bekannt. Auch das die Inka eine Schrift besaßen, wird oft behauptet und zwar die Knotenschrift. Das Quipu der Inka war aber keine Schrift, sondern hatte eine andere Funktion.

Ja, wenn das Quipu keine Schrift war, was war es dann?
Das Quipu war ein System für mathematische und statistische Aufzeichnungen, welche von besonders ausgebildeten Inka-Fachleuten - den Quipucamayoc - beherrscht wurde. Diese Spezialisten waren hochgeachtete Staatsbedienstete, die alle Daten evidierten oder gleich dem Inka nach Cusco weiterleiteten.

Mit dem Quipu wurden die Ernteerträge einzelner Verwaltungsbezirke des Inka-Reiches, der Ertrag von Kartoffeln, Mais, Quinoa ..., die Anzahl der hergestellten Stoffe, die Ausbeute an Edelmetallen und Gold sowie die Bestände der Tierherden erfaßt.

Aber auch andere statistische Werte konnten mit dem Quipu aufgezeichnet werden wie beispielsweise über den Stand der Streitkräfte oder Bevölkerungsstatistiken. Bei letztgenannten konnte die Erfüllung von Steuerschulden und Entwicklung der Bevölkerung ermittelt werden.

Das System des Quipu
So ein Quipu konnte unterschiedlich groß sein, er bestand aus einer dicken Hauptschnur an die im rechten Winkel dünnere farbige Schnüre geknüpft waren und das eigentliche Informationssystem darstellten. Die Inka verwendeten das Dezimalsystem. Ein Knoten in einer der Schnüre bedeutete eine Ziffer, deren Wert von der Lage auf der Schnur abhing. Es gab Einer, Zehner, Hunderter, Tausender und Zehntausender. Ein Knoten ergab die Ziffer EINS, ein doppelter Knoten die ZWEI usw. Das Symbol der Ziffer NULL war ein leerer Faden.

Die Position eines Knotens auf der Schnur war nicht allein für die Deutung wichtig, sondern jeder Farbe war auch ein besonderer Schlüssel zugeordnet, wie die Knoten zu lesen waren. Eine gelbe Schnur stand für Gold, eine weiße für Silber, eine rote war für die Aufzeichnungen der Armee zuständig. Aber auch abstrakte Bedeutung konnte so ein Knoten haben, so stand die weiße Farbe für Frieden, die schwarze für Krankheit. Ob es Zeichen für Männer, Frauen oder Kinder gab, ist nicht überliefert.

Jedem Gouverneur eines Verwaltungsbezirkes war ein Quipudeuter, der ein Quipu lesen und schreiben konnte, zu gewiesen. Ein Quipu wurde wegen der nicht immer eindeutigen Zuordnung nie ohne mündliche Botschaft überbracht.

Ein Gelehrter - im Quechua Amautu - mit dem Namen Illa soll während der Herrschaft des Inka Mayta Capacs - 4. Herrscher - die Quipu-Knotenschrift entwickelt haben. Sie verbreitete sich im ganzen Reich als ein Hilfsverständigungsmittel. Von diesen Quipu sind heute noch zahlreiche Exemplare erhalten. Ein Quipu ist ein sehr geeignetes Mittel für die Mathematik und Statistik, aber eindeutig keine Schrift.

Hatten die Inka auch eine Schrift?
Tocapu-Zeichen - Sind das Schriftzeichen? Es gibt keine eindeutige Antwort auf diese Frage. Wenn die Inka und ihre Vorgänger eine Schrift hatten, dann unterschied sie sich von europäischen Vorstellungen derart, dass die Konquistadoren sie als solche nicht erkannten.

Pedro Sarmiento de Gamboa (1530 - 1592) war ein spanischer Seefahrer, der erzählte, dass der Inka Pachacuti - 9. Herrscher - im Nationaltempel, dem Coricancha, große Leinwände mit Goldrahmen aufhängen ließ, auf denen die Geschichte der Inka für die Nachwelt aufgezeichnet war. Ebenso soll der Herrscher auf Stoffe gezeichnete Berichte erhalten haben.

Die gezeichnete Inka-Geschichte wurde im Puquincancha - dem Inka-Archiv - gleich neben dem Sonnentempel in Cusco aufbewahrt. Bei der Eroberung von Peru zerstörte man dieses Archiv und damit gingen die beschriebenen Leinwände verloren.

Obwohl das Quechua angeblich keine Schrift hatte, soll gleich nach der Eroberung von Peru ein Sprachlexikon des Mönches Domingo de Santa Tomás erschienen sein, in dem für den Begriff "Schrift" das Wort "quillca" angeführt wurde.

Es wird auch angenommen, dass die oberste Inka-Elite und Inka-Gelehrte eine Art Bilderschrift kannten. Dabei könnte sich aus einem Wort eine entsprechende stilisierte Darstellung entwickelt haben. Wissenschaftler und Gelehrte beschäftigten sich mit diesem Thema und entdeckten an Textilien und Tongefäßen eine Art Bilderschrift, heute als Tocapu benannte Zeichen.

Sollte es gelingen, diese Inschriften zu dechiffrieren, so könnte eine völlig unentdeckte Quelle der Erkenntnis das alte Peru und seine Zivilisationen erfassen.


Die Sprache - auf Quechua "Runa Simi"


Die Volkssprache der Inka war und ist auch heute noch das Quechua - auf Quechua "Runa Simi". Wörtlich übersetzt, bedeutet Runa Simi = "Sprache des Volkes", "Volkssprache" oder auch "Volksmund". Einen reichen Wortschatz besitzt die Quechua-Sprache, bei der die vorletzte Silbe betont wird. Problemlos lassen sich im Runa Simi neue Begriffe und Worte durch Nachsilben und Suffixe bilden.

...noch in Bearbeitung.

Da im Inka-Reich viel Wert auf Organisation und Statistik gelegt wurde, mußte auch die Sprache ein hochentwickelte Zahlensystem besitzen. Fünf verschiedene Arten von Zahlwörtern sind heute bekannt - Grundzahlen, Ordnungszahlen, Teilzahlen, Multiplikationszahlen und Wiederholungszahlen.

Wie in anderen Sprachen, so gibt es auch im Quechua einfache wie zusammengesetzte Verben. Letztere wurden durch Verbindung von Silben, die Verdoppelung des Verbes oder durch Lautmalerei aus Empfindungswörtern gebildet. Im Quechua gibt es mehr zusammengesetzte Wörter als einfache. die Sprache kennt nur drei Zeitformen und zwar die Gegenwart, die Vergangenheit und die Zukunft. Durch spanischer Einfluss kamen noch die historischen Zeiten hinzu - die man als Vorvergangenheit, Vorvorvergangenheit und Futurum II bezeichnen muß.

Die Inka mußten nicht nur unzählige Völker zu einem einigen, eine einheitliche Religion geben und eine gemeinsame Regierung den Staat verwalten lassen, sondern auch eine einheitliche, gemeinsame Sprache - aus etwa zweitausend verschiedenen Indianersprachen - wählen - dies wurde das Quechua.

Selbst 500 Jahre nach der Vernichtung der Inka und ihres Reiches hat die Sprache der Sonnensöhne überlebt. Überdies sprechen heute noch mehr Menschen Quechua als alle anderen Indianersprachen Amerikas zusammen.

Hier einige Worte auf Quechua - dabei sind auch Namen:

auf Quechua - auf Deutsch
Allca conquis - arbeitsfreie Tage
Amaru - Schlange
Capac - der Reiche
Coyllur - Stern, Sternlein
Huaman - Habicht, Kondor
Illapa - Donnergott
munahusay - Liebe mich!, Hab mich lieb!
munakullahuay - liebe mich (sagt man, wenn um liebe flehen muß)
munarihuay - süß geliebt werden
Occlo - Reine, Keusche
Quilla - Mondgöttin
quillca - Schrift
quillcangui - schreiben
quillascuni - lesen
Quipu - Knoten
Rutuchicoy - Taufe
Ronto - Ei, Kleines Ei
Sara - Mais
Sinchi - der Mächtige
Sinchi Amaru - Starke Schlange
Titu - der Freie
Yupanqui - der Angesehene
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