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Die Inka - Staatswesen

Dem gut organisierten Staatswesen stand an der Spitze der absolute Herrscher der "Sohn der Sonne", der den Titel "Sapay Inca" trug. Er heiratete als Hauptfrau seine Schwester. Aus dieser Verbindung stammte der nachfolgeberechtigte Erbe, der allerdings nicht der erstgeborene Sohn sein mußte - der Herrscher suchte sich seinen Nachfolger selbst aus. Außerdem besaß er wie alle Vornehmen des Reiches eine große Anzahl von Nebenfrauen. Im Inkareich gab es eine Reihe von gesellschaftlichen Klassen. Den hohen Adel bildeten vor allem Angehörige des Inka-Ayllus, die an ihren Rangabzeichen - großen Ohrgehängen - zu erkennen waren. Ihnen waren hohe Ämter in Verwaltung und Militär vorbehalten und sie erhielten vom Inka Auszeichnungen und Geschenke an Ländereien, Frauen und kostbare Kleidung. Eine Klasse unter ihnen stand die Klasse der "Curaca", die Fürsten oder Häuptlinge der unterworfenen Völker, denen je nach Stärke und Bedeutung ihres Stammes eine Funktion im Inka-Reich zugewiesen wurde. Ferner gab es einen sogenannten Verdienstadel, der aus Leuten bestand, die sich durch bedeutende Leistungen hervorgetan hatten. Der Hauptbevölkerungsanteil lebte auf dem Lande. Sie gehörten in der Gesellschaft der ayllu, der Verwandtengruppe an, deren Mitglieder ihre Existenz von einem gemeinsamen Vorfahren ableiteten, in einem bestimmten Wohnbezirk lebten und als Kollektiv Eigentümer der Dorfflur waren.

Totenmaske eines Inka-Häuptlings Die Regeln der Wasserverteilung und die Arbeitsteilung nach Alter und Geschlecht, waren wie die Terrassenbeete und die Wasserkanäle alte Einrichtungen, die von den Inkas nicht geschaffen, sondern übernommen und ausgebaut wurden. Arbeitsgruppen der Gemeinden bauten die Terrassen und Kanäle aus und wurden während dieser Zeit aus Beständen der staatlichen Speicher ernährt. Der Boden, der nicht zur Erhaltung der Familie benötigt wurde, gehörte dem Inka und dem Sonnengott - also der Priesterschaft. Diese waren immer interessiert, an der Intensivierung und Ausdehnung der Bodenfläche. Die Bauern waren verpflichtet ihre Produkte an den Staat zu liefern und mußten öffentliche Arbeit leisten. Keinen besonderen Stand bildeten die Handwerker, die mit der Herstellung von Web-, Keramik-, Feder- und Metallarbeiten beauftragt wurden. Das Rohmaterial erhielten sie aus den staatlichen Speichern, in denen auch die gefertigten Produkte gelagert wurden.

Als besondere Dienstleistung galt die Bewachung der großen Hängebrücken und der Meldedienst. Der Meldedienst war eine Art eines Stafettensystems. Ausgesuchte Schnelläufer versahen diesen Dienst. Sie wohnten unmittelbar neben den Reichsstraßen und mußten sich ständig bereithalten, um eingehende Nachrichten ohne Verzug dem benachbarten Posten mitzuteilen.






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