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NORD- BIS SÜDAMERIKA
Handwerk & Schmuck
 

Die Keramik der Azteken


Schon vor Ankunft der Azteken wurde in Mittelamerika Keramik hergestellt. Von ihren Produkten sind eher kleinere Objekte erhalten geblieben.

Der Maisgott der Azteken als Rächergefäß aus Keramik Eine 1,4 Meter hohe Statue des Gottes Xipe Totec scheint ein Gewand aus Federn zu tragen wie es für Herrscher üblich war, wenn sie in den Krieg zogen. Auffallend an dieser Statue sind die ausgearbeiteten Genitalien, was sonst untypisch für die Azteken war. Diese sexuelle Darstellungsform war eher für Völker südlich oder östlich der Azteken charakteristisch. Eine 30 mal 30 Zentimeter große Tontafel, die den Gott Xochipilli - den Fruchtbarkeitsgott zeigt - wurde in Culhuacan gefunden. Solche Kacheln waren typisch in Mauern von Schreinen und Tempeln.

Die bescheidensten Hütten der Azteken besaßen einen eigenen Schrein. So ist es nicht sehr verwunderlich, dass zahlreiche kleinere Figuren, die Hausgötter symbolisieren, gefunden wurden, die entweder Tiere oder schlicht bekleidete Frauen oder Männer darstellen. Zum «Fest des Neuen Feuers», welches nach aztekischer Zeitrechnung alle 52 Jahre stattfand, wurden alle diese Figurinen durch neuanfertigte ersetzt.

Die häufigste vorkommende Figur war die Darstellung einer Frau mit einem Säugling im Arm, was als Symbol der Fruchtbarkeit gedeutet wurde. Während der Kolonialzeit wurden auch Figuren von Soldaten und Mönchen hergestellt. Alle Figuren sind innen hohl, bei manchen sind im Inneren jedoch Tonkugeln vorhanden, so dass die Figuren gleich als Rassel Anwendung fanden. Roter Ton wurde für die Herstellung eingesetzt, manchmal sind auch Spuren weißer Farbe erkennbar. Für guten Stand sind Füße oder ein Sockel modelliert worden.

Weibliche Figuren haben hornartige Ausbuchtungen am Kopf wie der Kopfschmuck, den Aztekenfrau im Alltag trugen, oder tragen Kopfputz, der auf eine weibliche Göttin schließen läßt. Männliche Figuren waren vielseitiger gestaltet, meist allerdings zeigten sie die Statuette des Windgottes, des Regengottes und der Gottheit des Tanzes, der zugleich auch für die Lust und die Seyualität zuständig war. Darstellungen des Kampfes und der rituellen Musik und des rituellen Tanzes scheinen wichtige Motive der Tonplastik gewesen zu sein. Einige Götter wurden auch mit verschiedenen Krankheiten assoziiert, was das Haus vor ihr schützen sollte.

Aus Terrakotta waren auch Tempel dargestellt worden. Diese Motive dienten anscheinend als Souvernir und wurde an die Besucher des Heiligtums verkauft.

Wichtiger als genannte Artikel waren die Gegenstände mit höherem Gebrauchswert. Dazu zählen Gefäße, Weihrauchfässer und Stempel. Im Haupttempel von Tenochtitlán wurden bei Ausgrabungen Weihrauchfässer von 1 Meter Höhe entdeckt, welches mit Reliefs verziert waren. In Tlatelolco wurde ein 64 Zentimeter hohes Weihrauchgefäß mit einer Maisgöttin-Verzierung freigelegt. Ein anderes dieser Gefäße mit einer Abmessung von 94 Zentimeter Höhe ruhte auf einem dreifüßigem Sockel - abstrakte Spitzen dienten als Verzierung. An einer Ecke des Haupttempels in Tenochtitlán wurden auch löffelförmige Handweihrauchfässer ausgegraben.

Keramisches Rächergefäß der Azteken Für die Azteken waren die Töpferwaren der Mixteken schöner als ihre eigenen, weshalb sie aus Cholula mixtekische Arbeiten importierten. Diese Gegenstände waren farbenfroher und prächtiger gestaltet. Neben abstrakten, mäanderartigen Ornamenten waren die Töpferwaren mixtekischer Herstellung mit detailgetreuen Abbildungen verziert. Die aztekischen Tongefäße besaßen meist nur eine Farbe - hauptsächlich schwarzes Muster auf orangefarbenen oder rotem Hintergrund. Manchmal kam noch Weiß hinzu. Stark polierte rote Keramik wird mit Tetzcoco im Zusammenhang gebracht. Weißer, schlämmiger Ton mit schwarzen Ornamenten wurden in anderen Ortschaften gefertigt. Wellenlinien, Spiralen und Mäander sind Muster toltekischer Herkunft. Elemente der Verzierung waren auch Totenschädel und überkreuzte Knochen.

Teller und Schalen besaßen einen dreifüssigen Sockel. An kleinen Schlüsseln war oft grobe Kreuzschraffur angebracht, die als Reibe für Chilischoten diente. Andere Gefäße waren in verschiedene Fächer auf unterschiedlichen Ebenen eingeteilt.

Hauptwirtschaftszweig der Azteken war die Töpferei. Die Töpferscheibe wurde erst nach Ankunft der Europäer heimisch. Aztekische Tonwaren stellte man von Hand her, indem man gerollte Tonwürste aneinanderreihte oder aus formgepreßten Teilen modellierte. Das Brenngut wurde bei niedrigen Temperaturen gebrannt - die Fertigung mit hohen Temperaturen oder die Verwendung von Glasuren war bei den Azteken unbekannt.

Die erste aztekische Keramik war dickwandig und schwach gebrannt. Mit dem Aufstieg des Aztekenreichen verbesserten sich auch die Tonwaren. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts stieg die Qualität, die Keramik wurde dünnwandiger, die Proportionen eleganter und es kamen raffiniertere Motive zum Einsatz. Cremefarbene oder mit rotem geschlämmten Ton bemalte Gegenstände mit geometrischen Figuren waren üblich. Gegen Ende der Azteken-Zivilisation wurden die Muster runder sowie naturalistischer und als Motive kamen Tiere, Blumen und Fische hauptsächlich zum Einsatz.

Spezielle Kultgegenstände, die nur für den Gebrauch in Tempeln bestimmt waren, wurden von aztekischen Töpfern hergestellt. Blaue Tlaloc-Vasen mit Fresken wurden gefunden, die an die Keramik von Teotihuacán erinnern. An zylindrischen Gefäßen waren Darstellungen von aztekischen Göttern geritzt. Diese Technik stammt von den Maya, die solange der Ton noch feucht war, ausgeführt wurde. Hohe Weihrauchgefäße mit leuchtenden Farben zeigen ebenso Einflüsse der Maya. Sie wurden ausschließlich für die Tempel gefertigt und waren deshalb auf keinen Markt zu erwerben.

Für zeremonielle Zwecke wurden während der Kolonialzeit noch Teller hergestellt. Alle aztekischen Kunstformen gingen während der spanischen Besetzung verloren. Nur eine aztekische Keramik konnte sich bis ins 17. Jahrhundert erhalten. Neben spanischen Motiven und Themen zeigte sie naturalistische Symbole wie Adler, Jaguar und Affe. Die Spanier hielten sie nicht für heidnische Götzen. An Pulquebechern waren diese Motive zu sehen.
 
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