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Kiowa - ein Präriestamm


Kiowa-Männer Die Wort »Kiowa« kommt von Gâ-i-gwu oder Kâ-i-gwu und bedeutet das fürstliche Volk. Ihr vorzeitlicher Name war Tepdá. In der Sprache der Dakota hießen sie Wetapâhâtoes, was Volk der Inselhügel bedeutet, aber auch Quichuan oder Damati. Bei den Cheyenne wurden sie Witapatu und im englischen Manrhoats genannt. Die Kiowa sind ein Stamm des Kiowa-Zweiges der uto-aztekischen Sprachfamilie. Von Statur aus waren sie große, schlanke Menschen. Die langen Haare ließen die Kiowa über ihren Rücken fallen. Wie die meisten Prärie-Indianer wohnten sie in Tipis und trugen eine reichverzierte Lederkleidung. Als die Kiowa den ersten Weißen begegneten, besaßen sie bereits Pferde. Die Kiowa lebten im 17. Jahrhundert in den Black Hills, wanderten aber um 1830 in die Llano Estacado ab. Ihre neuen Jagdgründe lagen im Südwesten von Oklahoma und erstreckten sich hinein in den Nordosten New Mexicos bis in den Norden von Texas. Sie gingen der Büffeljagd nach und betrieben Handel mit Pferden. Den Mangel an Munition für ihre Gewehre konnten sie durch die schnellen Pferde und mit ihrer Bewaffnung mit Pfeil und Bogen problemlos ausgleichen, und sich somit ausreichende Nahrung und Bekleidung besorgen.

Im Jahre 1790 wurde zwischen den Kiowa und ihren verwandten Comanchen ein dauerhafter Frieden geschlossen. 1840 traten die Cheyenne und Arapaho diesen Friedensvertrag bei. Mit diesem Bündnis konnten die Stämme die westwärts vorrückenden Präriestämme auf Distanz halten, die ihnen ihr großes Gebiet streitig machen wollten. Bei der ersten Begegnung mit 200 US-Soldaten unter der Führung von Colonel Dodge schloß der Oberhäuptling der Kiowa Dohasan mit den Vereinigten Staaten »ewigen Frieden«. 1837 wurde in Fort Gibson der Friedensvertrag unterzeichnet. Er erlaubte den Weißen die Jagdgründe der Kiowa zu durchqueren. Die Kiowa waren ihrerseits ferner dazu bereit auch mit Mexiko und Texas in Frieden zu leben. Die Amerikaner sahen in den Kiowas ehrliche und freundliche Menschen, bei den Texanern waren sie als heuchlerisch und hinterlistig verschrien.

In Texas wurde eine konsequente Ausrottungspolitik gegen alle Indianer betrieben, was zur Folge hatte, dass zwischen den Indianern und den Texanern außer Haß keine friedliche Koexistenz möglich war. Als zahllose Siedlertrecks von 1836 bis 1850 auf dem Santa-Fé-Trail zu den Goldfeldern nach Kalifornien wanderten, in Kalifornien zudem noch im Jahre 1859 Silber gefunden wurde und ab 1864 die Ausrottung der Büffel auf den südlichen Prärien begang, war mit der Zerstörung der Lebensgrundlage ihre Existenz stark gefährdet. Dies veranlaßte die Prärie-Indianer Überfälle auf die weißen Eindringlinge zu unternehmen. Die Kiowa wurden nach einer Strafexpedition in den Norden von Oklahoma umgesiedelt. Als der Bürgerkrieg ausbrach, kehrten die Kiowa in ihre Jagdgründe zurück. Nach kurzer Zeit waren sie wie auch die Kiowa-Apachen, Cheyenne, Arapaho und Comanchen wieder die Herren der Prärie. Nach dem Tod von Dohasan im Jahre 1866 zerfiel der Stamm der Kiowa in mehrere größere und kleinere Gruppen, die vom neuen Oberhäuptling Satank und von weiteren einflußreichen Häuptlingen, wie Satanta, Big Tree, Kicking Bird und Lone Wolf angeführt worden. Diese kriegerischen Banden überfielen fortan kleinere Siedlungen, Ranches und Farmen und entdeckten auf diese Weise den lukrativen Handel mit Geiseln, geraubten Vieh- und Pferdeherden. Die Kiowa und Comanchen tauschten diese Kostbarkeiten bei den Comancheros gegen Waffen und Munition, Kaffee, Tabak, Salz sowie Zucker ein. Diese Art des Handels wurde besonders in den Llano Estacado um das Jahr 1872 gewinnbringend betrieben. Als im Jahre 1867 die US-Armee auf die Kiowa großen Druck ausübten, waren sie bereit nach Unterzeichnung des Medicine-Lodge-Vertrages in ihre Reservation zurückzugehen. Ihr Aufenthalt im Reservat dauerte aber nicht lange, denn bereits ein Jahr später brachen sie erneut aus und begangen wiederum mit Überfällen. Lieutenant Colonel Custer mit seinem 7. US-Kavallerieregiment nahm den Oberhäuptling Satanta und Lone Wolf gefangen und verwahrte sie im Fort Cobb. Erst als der Oberkommandierende General Sheridan drohte, beide hängen zu lassen, waren die Kiowa bereit ins Reservat wieder zu gehen. Woman's Heart flüchtete mit seinen Leuten als einziger in die Llano Estacado zu den Kwahadi.

Im Sommer 1870 verließen abermals die Kiowa und Comanchen nach Beendigung des Sonnentanzes die Reservation. Zurück blieb nur Kicking Bird mit dem Großteil des Stammes. Sein Wunsch war es mit den Weißen in Frieden zu leben.

Big Tree und Satanta unternahmen gemeinsam mit ihren Kriegerscharn Überfälle gegen die verhaßten Texaner. Sie kehrten zu Beginn des Winters in ihre Reservation zurück. Der große und mächtige Kiowa-Schamane Mamanti the Sky Walker führte Mitte Mai des Jahres 1871 die Krieger von Big Tree, Satanta, Satank und anderer Häuptlinge zu einem Feldzug nach Texas. Hier überfielen sie einen Wagentreck und töteten neun Fuhrleute. Satanta als Oberkriegshäuptling übernahm die Verantwortung, um den Schamanen zu decken. Big Tree, Satank und Satanta wurden in Fort Sill in Eisen gelegt und nach Fort Richardson im US-Staat Texas transportiert. Satank, der alte Oberhäuptling der Kiowa, wurde bei der Überführung auf der Flucht erschossen.

Ein Gericht in Jacksboro im US-Bundesstaat Texas verurteilte am 08. Juli 1871 Satanta und Big Tree zum Tode. Dieses Urteil wurde vom Gouverneur von Texas in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Mit dieser Begnadigung wollte der Gouverneur einen Aufstand der Kiowa verhindern. Da die drei größten Führer der Kiowa im Gefangnis Babytrage der Kiowas einsaßen, übernahm der friedfertige Kicking Bird die Führung des Stammes. Lone Wolf hetzte eine große Anzahl der Kiowa dazu auf ihn als ihren Hauptvertreter zu wählen. Im August des selben Jahres wurden Delegationen aller Stämme dieses Gebietes zu Verhandlungen nach Washington geladen. Vor Antritt der Reise forderte Lone Wolf den Sondergesandten Alvord auf, ihm ein Gespräch mit seinen großen Führern Big Tree und Satanta zu genehmigen. Dieser Wunsch wurde ihm gewährt und er erhielt von beiden Instruktionen, was für Forderungen er in Washington zu stellen habe. Walker, der Kommissar für indianische Angelegenheiten, forderte die Stämme auf bis zum 15. Dezember 1872 Frieden zu halten und sich nahe dem Fort Sill niederzulassen. Diesem Ultimatum stimmte Lone Wolf unter der Bedingung zu, dass Satanta und Big Free freigelassen werden. Satanta und Big Tree wurden im September 1873 in die Freiheit entlassen und kehrten zu ihrem Volk zurück.

Texanische Banditen raubten im Oktober 1873 den Comanchen und Kiowa etwa 200 Pferde, worauf sich 30 junge Krieger beider Stämme nach Mexiko aufmachten, um Ersatz für ihre Pferde zu holen. Diese Expedition wurde deshalb nach Mexiko unternommen, damit Satanta und Big Tree keine Schwierigkeiten bekommen sollten. US-Soldaten nahmen aber doch die Verfolgung auf und töteten neun Krieger. Unter ihnen war der Sohn und Neffe von Lone Wolf, der aus Rache sich mit Satanta im Frühjahr 1874 mit einer starken Kriegerschar den Comanchen anschloß und einen Feldzug führte. Auf die Weissagung des jungen Kwahadi-Schamanen mit Namen Isatai hin überfielen am 27. Juni die vereinigten Krieger der Comanchen, Southern Cheyenne, Arapaho und Kiowa den Versorgungsstützpunkt der Büffeljäger Adobe-Walls. Der Angriff konnte aber zurückgeschlagen werden. Nach diesem Mißerfolg kehrte Satanta in die Reservation zurück, hingegen Lone Wolf sich den Kwahadi anschloß.

Colonel Mackenzie überfiel am 26.09.1874 mit seiner Kavallerie ein Zeltdorf der Cheyenne, Comanchen und Kiowa im Palo Duro Canyon. Lone Wolf und seine Krieger konnten jedoch den ersten Angriff abwehren. Mehr als 1.000 Pferde ließ daraufhin Mackenzie töten, was die Machtstellung der Prärie-Indianer des Südens beendete. Lone Wolf und 252 Kiowa ergaben sich am 26.09.1875 im Fort Sill General Miles. Nach ihrer Entwaffnung wurden sie in einem Corral gefangengehalten. Ihre Pferdeherde und Maultiere wurden erschossen. Die Häuptlinge erhielten Arrest und bekamen als Nahrung rohes Fleisch. Aus Washington ordnete General Sheridan eine gerichtliche Bestrafung der Anführer an. Satanta wurde auf Ehrenwort entlassen, jedoch wegen Aufsässigkeit nach Huntsville transportiert. Hier nahm er sich drei Jahre danach das Leben, in dem er sich aus einem Fenster des Gefängnishospitals stürzte.

Kicking Bird suchte auf Befehl des Militärs Lone Wolf, Mamanti the Sky Walker, White Horse, Woman's Heart und 22 weitere Krieger aus, die nach Fort Marion in Florida geschickt wurden. Kicking Bird starb zwei Tage nach dem Abtransport auf mysteriöse Weise. Auch Mamanti, welcher Kicking Bird die Ermordung androhte, kam drei Monate nach dem er im Fort Marion eintraf ums Leben. Er hatte zuvor aber vom Tod Kicking Bird erfahren. Lone Wolf, der von Malaria gezeichnet war, durfte nach Fort Sill zurückkehren, wo auch er im ersten Jahr starb.

1879 wurden die Caddo, Comanchen, Kiowa und einige andere Stämme in der Anadarko Reservation untergebracht. Es wurde eine Kiowa-Polizeieinheit gebildet, die unter dem Kommando von Häuptling Sankedoty stand, dem man den Rang eines Captain verliehen hatte. Zwei Lieutenants, vier Sergeanten und 22 Soldaten waren damit beauftragt wurden für Ruhe und Ordnung im Reservat zu sorgen.

Die Krieger der Kiowa wurden im Jahre 1892 Mitglieder der indianischen Kavallerie-Truppe »L« im Fort Sill. Kommandant dieser Einheit war Lieutenant Scott.

2.800 Kiowa wurden bei einer Zählung im Jahre 1951 registriert.
 
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