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Die Kogi
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Schon von der Küste des Karibischen Meeres aus werden die Bergketten der Sierra
Nevada de Santa Marta sichtbar, nördlichster Teil der Zentralkordilleren
Südamerikas - gelegen in Kolumbien. Ihr höchster verschneiter Gipfel, der Pico
Cristóbal Colón, ist 5.776 m hoch. In den Tälern und Wäldern leben noch einige
Indianerstämme, darunter auch die Kogi.
Als die Spanier in Kolumbien eindrangen sind die Kogi-Indianer in die Berge geflohen.
Sie sind Nachfahren von Indianern, deren Brauch es war, die Leichen der im Kampf
getöteten Feinde zu essen. Eine Familie lebt in zwei Hütten, so wie es der Brauch
der "Großen Mutter" ihren Söhnen und Töchtern vorschreibt: Eine Hütte
für den Mann und die Liebe, die andere für die Frau und die Kinder. Sie
errichteten ihrer Muttergöttin einen hüttenartigen Tempel in der Form einer
Gebärmutter. Durch eine Öffnung, die die Vagina symbolisiert, soll die Göttin
befruchtet werden (siehe Abbildung unten links). Die Kogi bauen runde Hütten. In ihnen
steht nur wenig Inventar, da für sie die Natur ihr Zuhause ist.
Alles machen die Kogi gemeinsam, gemeinsam pflegen sie ihre Traditionen. Auch bestimmte
Tätigkeiten so zum Beispiel die Feldarbeit sind zwischen den
Geschlechtern aufgeteilt: Während die Männer die Felder roden und bestellen, ist
die Ernte hauptsächliche Sache der Frauen. Auch beim Bau der Hütten gibt es
Arbeitsteilung. Während die Männer des Dorfes, das aus Ästen bestehende Haus
herstellen, holen die Frauen die Materialien für das Dach. Nach der Fertigstellung
muß der Mama des Dorfes die Feuerstelle weihen. Dazu werden rituelle Steine verwendet.
Geht der Rauch in die richtige Richtung ist das ein gutes Omen. Der Hausherr wird das
Feuer bis zum nächsten Morgen weiter unterhalten. Erst dann ist die
Einweihungs-Zeremonien beendet.
Es gehört zur Tradition dieses Volkes nach Einsicht zu streben und die erlangt ein
echter Kogi nur im Gespräch mit einem wirklich weisen Mann. Diese weisen Männer
leben aber weit oben in den Bergen. Wenn ein Kogi, um Einsicht zu erlangen, sein Dorf
verläßt, bleibt seine Hütte verschlossen. Nach dem er sich bei seiner Frau
das Einverständnis geholt hat, ob sie ihn einige Wochen entbehren könne und er
sich auf Kogi-Art bei ihr verabschiedet hat, sucht er seinen Mama auf. Dieser nimmt dann
mit dem Erdenwurm Kontakt auf und unterrichtet diesen von der Reiseabsicht des Mannes.
Zusätzlich wird für ihn und seine Familie im Wald ein Ritual abgehalten, damit
sie die Zeit der Trennung gut überstehen werden. Die Kogi sind ein Volk, welches bis
in die Gegenwart ihre alten Traditionen treu geblieben sind und nach ihnen leben.
Heute gibt es noch ungefähr 3.000 Kogi-Indianer in Kolumbien. | |
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