Bei den Indianern entschied das Volk, löste Probleme und legte Streits bei. Jedoch
konnten nicht immer alle Streitigkeiten beigelegt werden und es kam dann zu
Feindseligkeiten zwischen Indianer-Stämmen. Die meiste Zeit herrschte aber zwischen
den Völkern Frieden. Dies änderte sich aber schlagartig als die Europäer
Amerika - die Neue Welt - entdeckten. Stämme, die friedlich blieben verloren Land,
die sich jedoch wehrten, wurden zum Krieg gezwungen und wurden getötet.
Ein Stamm bestand meistens aus mehreren Gruppen. Eine solche Gruppe wiederum bestand aus
mehreren Familien oder sogar nur aus einer Großfamilie. Ein Stamm hatte viele
Personen und war größer als eine Gruppe. Er lebte in einer bestimmten Region,
besaß die gleiche Sprache, dieselbe Religion wie auch die gleiche Tradition. Die
Stämme wie auch eine Gruppe konnte mehrere Anführer haben, die aber dann
unterschiedliche Aufgaben hatten. Der Friedenshäuptling kümmerte sich um den
Alltag und der Kriegshäuptling war wie schon der Name sagt für kriegerische
Auseinandersetzungen zuständig. Bei einigen Stämmen war es üblich, das
der Häuptling sein Amt erbte, bei anderen Stämmen mußte der Häuptling
sein Amt durch besondere Kriegslisten, durch Tapferkeit, Klugheit und Erfahrung sich erst
erarbeiten.
Kam es zwischen zwei Stämmen zu Spannungen, so setzte sich der Häuptling und
geachtete Stammesmitglieder zusammen, um das Problem zu lösen. Bevor der Konflikt
zur Sprache kam, wurden Gebete gesprochen und man ließ Rauch zum Himmel aufsteigen.
Dann machte das Calumet - eine Tabakspfeife mit reichen Verzierungen - die Runde, was
Reinheit und Wahrheit bringen sollte. Wurde vom Rat keine Lösung gefunden, kam es
zum Krieg. Man führte vor allem Kriege um Ehre zu erlangen, um Besitz eines anderen
Stammes zu erlangen oder um Rache zu führen. Den Kriegern wurde vom
Kriegshäuptling der Angriffsplan mitgeteilt. Der Feind sollte nach Möglichkeit
überrascht werden. Genauso wie man einen Angriff führte, zog man sich schnell
wieder zurück. Bei manchen Überfällen machte man Gefangene. Wenn ein
Krieger eine besondere List erfolgreich anwenden oder einen Kampf siegreich beenden
konnte, so erhielt er großes Ansehen und das Recht Adlerfedern zu tragen.
Als Waffen verwendete man Pfeil und Bogen, Keulen, Speere und Lanzen.
Siehe auch dazu die Webseiteseite Waffen (Jagd- und Kriegswaffen).
Bei manchen Stämmen war es üblich, als Kriegstrophäe einen Skalp zu
nehmen.
Mit dem Erscheinen der Weißen änderte sich im Leben der Indianer gravierende
Dinge. Zuerst waren die Begegnungen noch friedlich, da die weißen Eindringlinge nur
wenige Erfahrungen mit dem neuen Kontinent hatten. Dann wollten die Eindringlinge das
Land der Indianer haben, ihren Besitz, ihre Arbeitskraft und sogar ihre Seele. Dies alles
holten sie sich mit Gewalt. Was ihre Waffen nicht schaffen konnten, erreichten die
Krankheiten der Weißen, wie Pocken, Masern usw., da die Indianer keine
Abwehrkräfte gegen solche Krankheitserreger besaßen. So blieb den Stämmen
nur drei Möglichkeiten, sich zu unterwerfen, zu verhandeln oder zu kämpfen.
Stämme, die den friedlichen Weg vorzogen, wurden in Reservationen eingepfercht - oft
Hunderte von Kilometern von ihrer Heimat entfernt. Viele Stämme wollten aber ihr
Stammesgebiet nicht aufgeben. Verhandlungen und der Abschluß von Verträgen
gab den Stämmen das Recht in seinem Stammesgebiet weiterzuleben, aber die
Verträge wurden von den Weißen stets gebrochen. Neue Verträge bedeuteten
immer kleinere Gebiete und endete schließlich mit der (Zwangs)Umsiedlung oder mit
der Ausrottung einer Gruppe oder eines ganzen Stammes.