NORD- BIS SÜDAMERIKA
Landwirtschaft
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Die Kulturpflanze Kakao
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Der
Kakao ist bei den Maya schon seit der Mittleren Präklassik zwischen 600 und 300
v. Chr. oder schon früher bekannt. Der Botaniker Carl von Linné gab
dem im Schatten von Urwaldriesen gedeihenden Baum 1753 die wissenschaftliche Bezeichnung
Theobroma cacao. Das erste Wort dieser Benennung bedeutet im Griechischen «Speise
der Götter».
Mit Kakao - den merkwürdigen Mandeln - kamen die Europäer erstmals 1502 in
Kontakt, so zumindest berichtet der Sohn von Kolumbus Ferdinand als der Entdecker auf
seiner vierten Reise im Golf von Honduras war. Beide befanden sich auf einem 40 Meter
langen Boot der Maya, dass neben den Kakaobohnen auch Stoffe, Gefäße,
Kupfergegenstände, Wurzeln wie auch Körner geladen hatte.
Der Kakao-Baum wächst im Schatten großer Bäume, in großer Hitze
und Feuchtigkeit. Die Maya kultivierten die empfindlichen Gewächse im Norden von
Belize wie auch im Tiefland von Tabasco, wo Regen, Boden und Klima günstige
Bedingungen boten.
Die Maya bereiteten nicht nur aus den Bohnen, sondern auch aus dem süßen und
aromatischen Fruchtfleisch köstliche Speisen und Getränke. Das Wissen der
Maya zum Kakao und deren Verwendung und Verarbeitung ist uns durch die
Hieroglypheninschriften überliefert worden. Kostbare Trinkgefäße
besaßen unterhalb des Gefäßrandes eine Weiheinschrift. Die
Hieroglyphe für das Getränk steht immmer an letzter Stelle und wird aus den
drei Silbenzeichen ka-ka-wa gebildet. Die anderen Hieroglyphen beschreiben die
Geschmacksrichtung, der von bitter bis süß sein konnte.
Ein Kakaotrunk wird heute noch in Mexiko und Mittelamerika mit Wasser hergestellt.
Um eine festere Konsistenz zu erhalten, wurde Mais oder Maisteig beigegeben. Besonders
geschätzt ist der Schaum des Kakaos, den man durch Quirlen oder durch mehrfaches
Umgießen erhielt.
Auf Banketten, zu Staatsempfängen und Hochzeitsfeierlichkeiten wie auch bei Ritualen
wurde der kostbare Kakao gereicht. Zur postklassischen Zeit zwischen 909 und 1500
n. Chr. diente Kakao auch als Währung für Waren und Dienstleistungen.
Coenraed Johannes von Houten - ein holländischer Chemiker - entwickelte ein
Verfahren das Kakaopulver mit weniger Fettanteilen herstellte und ihn damit haltbarer
machte. Dazu verwendete er eine hydraulische Presse. Das alte Verfahren der Zubereitung
der fermentieren und zerstoßenen Bohnen wurde damit verdrängt.
Das von Houten eingesetzte Verfahren machte zudem die Herstellung preiswerter und Kakao
einer breiteren Bevölkerungsschicht erschwinglich. | |
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Info-Kasten 1 - Kakao
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Die Heimat des Kakaobaumes ist das tropische Amerika. Die großen Blätter
sind im Austrieb rot. Die kleinen gelblich bis rötlichen Blüten brechen
aus dem Stamm oder aus Ästen in Büscheln hervor. Mücken
bestäuben diese. Ein halbes Jahr benötigen die bis zu 20 Zentimeter lang
werdenden und gurkenförmig aussehenden Früchte bis sie ausgewachsen und
reif sind. In Längsreihen wachsen 30 bis 70 weiße bis violette, fettreiche
Bohnen. Durch Frementation werden die Bohnen braun. In den Verbrauchsländern
werden sie zu Kakaopulver verarbeitet und die Kakaobutter herausgepreßt.
Von vier Stammarten ist nur Theobroma cacao von wirtschaftlicher Interesse. Die
Welterzeugung liegt in Afrika bei 2/3 und in Amerika bei 1/3.
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