NORD- BIS SÜDAMERIKA
Landwirtschaft
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Die Kulturpflanze Kartoffel
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Die Kartoffel ist eine einjährige krautige Knollenpflanze der
Nachtschattengewächse. Die Beeren sind giftig, hingegen die unterirdigen
knollig verdickten, stärkehaltigen Ausläufer eßbar sind.
Ihre ursprüngliche Heimat sind die Zentralanden (wahrscheinlich das heutige
Peru und Bolivien).
Mitte des 16. Jahrhunderts brachte der spanische Konquistator Francisco Pizarro
die Pflanze nach Europa. Um 1597 führte Sir Walter Raleigh sie in Irland ein.
Hier half sie Hungersnöte abwenden. In Deutschland wurde die Knolle durch
Friedrich den Großen verbreitet (siehe dazu den Info-Kasten).
Die Inka nannten die Kartoffeln "papas" = "Knollen".
Bereits im 8. Jahrtausend v. Chr. aß man die ersten Wildpflanzen.
Allerdings hatten sie noch nicht den Geschmack den wir heute von der Kartoffel
kennen. In Höhenlagen von 3000 bis 4000 Metern bauten die Inkas sie noch an,
wo sie recht brauchbare Erträge lieferte. Nicht nur als Ernährung
diente sie, sondern sie hatte auch kulturelle und religiöse Bedeutung. Es
gab sogar eine Kartoffelgöttin mit dem Namen "Aro-Mamma".
Zweihundertfünfzig Sorten von unterschiedlicher Farbe züchteten die Inka
- es waren weiße, gelbe, rosa, braune, schwarze, gesprengelte sowie gestreifte.
Diese einheimische Knolle wurde das Grundnahrungsmittel der Andenbewohner was sie
auch heute noch ist.
Die Kartoffel wurde nicht nur gekocht, sondern die Bauern fanden eine Methode zur
Konservierung der Früchte. Sie entzogen der Kartoffel das bis zu 70 Prozent
enthaltene Wasser.
Dazu wurden die Kartoffelknollen tagsüber in die Sonne gelegt damit sie
dörten und in der Nacht wurden sie dem Frost ausgesetzt. In diesem
gefriergetrockneten Zustand wurde nun noch mit den Füßen das restliche
Wasser ausgestampft. Diese Konservierungsmethode wird sogar heute noch angewandt.
Im getrockneten Zustand nennt man dieses Kartoffelprodukt "Chuño".
Bei den Inka lagerte man das Chu&ntlide;o in staatliche Vorratshäuser ein, um
sie in Hungersnöten an das Volk auszugeben. Hergestellt wurde diese
Trockenkartoffel aus minderwertigen Sorten. Für den Adel und hochgestellte
Persönlichkeiten verwendete man die beste Sorte - dieses Produkt erhielt den
Namen «...».
Die Kartoffel ist heute eines der beliebtesten Nahrungsmittel.
Einst galt sie als «Dickmacher», was einen Rückgang des
Kartoffelverbrauches zur Folge hatte. Neueste Untersuchungen allerdings ergaben, dass
sie nicht dick macht, sondern Vitamin C und Ballaststoffe enthät. Ferner besitzt
die Knolle im hohem Maßee resistente Stärke, der man eine krebsverhindernde
Wirkung nachgesagt.
Spanische Seefahrer erkannten, dass die Kartoffel den auf langen Seereisen auftretenden
Skorbut verhindern konnten, was mölicherweise der Kartoffel den Weg ebnete.
Ein beliebtes Essen, welches aus der Kartoffel zubereitet wird, sind Pommes frites,
Chips oder Kartoffelchips. | |
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Info-Kasten 1 - Einführung der Kartoffel in Deutschland
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Mitte des 16. Jahrhunderts gelangte die Kartoffel über Spanien und England
nach Europa. 1565 erhielt der spanische König Philipp eine Kiste mit
indianischen Produkten, darunter auch die Kartoffel. Zuerst führte
der Weg der Kartoffel nicht in den Kochtopf, sondern in die Ziergärten
verschiedener europäischer Höfe wegen ihrer schönen Blüten.
Friedrich der Große (*24.01.1712 - †17.08.86) - auch genannt der Alte
Fritz - führte sie in Preußen ein. Wie in Irland sollte sie auch
hier Hungersnöte verhindern. Die Bevölkerung stand der Knolle erst
skeptisch gegenüber. Warum ? Sicherlich kannte man nicht die Verwendung
der Knolle.
Doch Friedrich II. gab Order die Kartoffel als Soldatenproviant anbauen. Trotz
des «Kartoffelbefehls» von 1756 fand die Knolle kaum Verbreitung.
Daraufhin ließ der König überall wo möglich
Kartoffelfelder anlegen, die von Soldaten bewacht wurden. Es muß doch
etwas Besonderes sein, zu was der König diesen Aufwand betrieb. In der
Nacht schlichen die Bauern auf die Felder, um die Erdäpfel - wie sie im
Volksmund heißen - zu stehlen. Heute ist diese Knolle das beliebteste
Nahrungsmittel nicht nur der Deutschen.
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