Webseite  empfehlen  |  Zu  Favoriten  hinzufügen
Die
Indianer
Nordamerikas
 
Sie sind hier:  
Errungenschaften/Landwirtschaft


NORD- BIS SÜDAMERIKA
Landwirtschaft
 

Die Kulturpflanze Mais


Maisfeld
div class="text_mitte">Typische Maisanpflanzung im Südwesten
 
Ohne die indianischen Nahrungspflanzen wäre die deutsche, italienische, französische ... Küche um zahlreiche Speisen ärmer. Ungefähr 60 Prozent der heute auf der Erde verzehrten Lebensmittel sind Pflanzprodukte, die von Indianern angebaut, gekreuzt und ausgelesen wurden, um so neue Sorten zu züchten, die ertragreicher und widerstandsfähiger waren, um sie den klimatischen Verhältnissen besser anzupassen. Diese Weiterentwicklung dieser Pflanze dauerte einige Jahrtausende.

Mais Genauer gesagt etwa 7.000 Jahre, in denen sich vom Teosinte-Kölbchen - ein weitverbreitetes wildes Gras aus dem Hochland von Mexiko - über Jahrtausende die Kolben immer größer wurden und sich zu den heutigen Sorten entwickelten. Schon die Erbauer von Cahokia, welche man der Mississippi-Kultur zurechnet, bauten mehrere Sorten Pflanzen an, die ertragreichste war der Mais. Für die Maya war das Datum der Tagundnachtgleiche im Frühjahr der günstige Termin für den Maisanbau. Der Mais hat sich nach archäologischen Untersuchungen im Südwesten der heutigen USA zwischen 2000 v. Chr. bis 500 n. Chr. über weite Teile verbreitet. Aber schon 5500 v. Chr. begann sich der Mais bei den Oshara - den Ahnen der Anasazi - zu verbreiten. Auch 75 Kilometer westlich von Pittburgh wurde in der Fundstätte Meadowcroft Rockshelter Relikte der archaischen Stufe von der sogenannten Woodland-Kultur gefunden, die hier 2.500 Jahre lang von etwa 1100 v. Chr. wohnten. Neben Kürbiskernen fand man auch Hinweise auf den Anbau von Mais. Maisabbildungen wurden auch in indischen Tempelreliefs aus dem 11. Jahrhundert gefunden, die angeblich beweisen, dass die amerikanischen Ureinwohner schon lange vor Kolumbus weltweiten Kontakt besaßen und den Pazifik bereisten.

Im Lateinischen wird Mais mit Zea bezeichnet. In der Sprache der Dakota heißt Mais Mondamin. Das Wort «Mais» geht in seinem Ursprung auf die Taino - einen karibischen Stamm - zurück. Mehr als 500 Sorten waren den Indianern bekannt. Sie unterschieden sich nicht nur durch verschiedenartige Kolbenlänge (8, 10 oder 12 Körnerreihen), sondern auch durch verschiedene Kornhärten, verschiedene Farben (weiß, gelb, braun, rot, schwarz, blau, gefleckt, gestreift...) wie auch durch den unterschiedlichen Geschmack.

Maiswachen. Durch klappern und rasseln wurden einfallende Vogelschwärme von den Maisfeldern verjagt. Bei allen Indianern des Doppelkontinents war der Mais nicht nur Nahrungspflanze, sondern er galt als heilig, weshalb man ihn göttliche Ehren zukommen ließ. Das Symbol dieser Verehrung war eine Maisgottheit. Der Maisgott war vom Sonnengott gezeugt und von der Erd- oder Mondgöttin geboren wurden. Das Fest des Grünen Maises - busk, ist wie der Name schon sagt, dem Mais gewidmet und wird auch heute noch gefeiert.

Siehe das Thema «Rituale/Zeremonien».

Weitere Maissorten Bei den Pueblo-Indianern erzählte man in einem Mythos über die Herkunft des Maises, dass die beiden Maismütter Blue Corn Woman und White Corn Maiden durch die Dachöffnung eines Kivas auf die Erde geklettert sind und den Mais mitbrachten. Ein Kind bekam bei der Geburt eine Maisähre als Fetisch, mit dessen Hilfe es ein Leben lang erinnert werden sollte, dass die Maismütter allen Menschen, Tieren und Pflanzen das Leben schenkten.

Einige Stämme der Plains bauten auch Mais an, weshalb sie sich für einige Zeit an einem Platz bis zur Ernte des Getreides niederließen und dann wieder als nomadisierende Horden die Prärien durchstreiften. Die Pawnee - als einziger Büffeljägerstamm - opferten zu Ehren des Maisgottes noch Mitte des 19. Jahrhunderts eine Jungfrau. Dieser Stamm hatte ferner in ihrem heiligen Stammesbündel als Erinnerung an ihr Leben als Ackerbauern einen steinernen Maiskolben als Fetisch enthalten.

Der Mais wurde in Mischkult angebaut. Man pflanzte Mais, Sonnenblumen, Bohnen und Kürbisse auf ein Feld. An den herangewachsenen Maishalmen konnten die Bohnen emporrangen und die großen Kürbisblätter hielten die Feuchtigkeit im Boden.

Die Maisfelder wurden mit Hilfe aufgestellter Plattformen, auf denen Maiswachen postiert waren, bewacht, um einfallende Vogelschwärme von den Feldern zu verjagen. Siehe Abbildung links oben.

Mit Hilfe eines Maismörsers (ausgehohlter Baumstamm) wurde der geernte Mais mit einem Stößel zu Mehl gestoßen. Aus dem Maismehl wurden dann die verschiedenartigsten Speisen zu bereitet.

Wieviele Arten Mais in unseren Breiten - also in Europa - angebaut werden, ist mir unbekannt. Wer von den Lesern dieser Webseite mehr Ahnung davon hat, kann mir ja mal ein Mail mit entsprechenden Informationen schicken. Ich wäre sehr dankbar.
 
  
 
 
MEHR INFOS ZUM THEMA

Weitere Seiten zum Thema

Bücher, CDs, DVDs zum Thema



Bekleidung, Mokassins



Copyright © - All rights reserved
Counter
Pagerank erhoehen

Werbung