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Freiheit für Leonard Peltier
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Leonard Peltier ist seit 1977 unschuldig im Gefängnis. 2005 jährt sich zum
29. Mal die Verhaftung des bekanntesten indianischen Bürgerrechtlers in den
Vereinigten Staaten von Amerika Leonard Peltier. Er wurde am 06. Februar 1976 in
Kanada festgenommen, wo er politisches Asyl beantragen wollte. Im Jahre 1977 wurde er
an die Vereinigten Staaten ausgeliefert und von einem Gericht am 2. Juni 1977 zu
zweimal lebenslänglicher Haft verurteilt. Man warf ihm vor im Sommer 1975 auf
der Pine Ridge Reservation in South Dakota (im Norden der USA) zwei FBI-Agenten
angeblich erschossen zu haben.
Einige Fakten aus der Biographie von Leonard Peltier:
Leonard Peltier wurde im September 1944 in Grand Forks im US-Bundesstaat North Dakota
geboren. Im Jahre 1957 schloß er die Schule mit dem Hauptabschluß an der
indianischen Schule in Flanderau ab. Ein Jahr später kommt er zweimal mit dem
Gesetz der Vereinigten Staaten in Konflikt wegen Diebstahls. Peltier wird deswegen
zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Im Anschluß ändert er sein Leben
und wird "Krieger für die Sache seines Volkes". Im Jahre 1972 wird er Mitglied des
A. I. M. und übernimmt eine Tätigkeit im Büro in Milwaukee.
Peltier beteiligt sich auch am "Marsch der gebrochenen Verträge" nach Washington
und wird als Rädelsführer von Beamten registriert. Als er aus Milwaukee
zurückkommt, verhaftet man ihn und klagt ihn wegen Mord an. Er wird aber 1978
freigesprochen, bleibt aber noch fünf Monate in Untersuchungshaft. In den USA
ist es möglich - durch ein Gesetz "Freedom of Information Act" nach bestimmter
Frist Akteneinsicht zu erhalten. Bei dieser stellte sich heraus, dass das FBI (Federal
Bureau of Inventigation) die örtliche Polizei angewiesen hatte
A. I. M.-Anführer festzunehmen.
Was war in der Pine Ridge Reservation am 26. Juni 1975 passiert?
1975 - genauer am Morgen des 26. Juni - griffen FBI-Agenten ein Camp der Oglala in der
Pine Ridge Reservation im US-Bundesstaat South Dakota an. Bei diesem Feuergefecht kam
ein Indianer Joseph Stuntz (Little Joe Kills Right) und zwei FBI-Agenten Ron Williams und
Jack Coler ums Leben. In der Presse wurde es dargestellt, das FBI-Agenten Jimmy Eagle
festnehmen wollten und dabei von 16 bis 32 schwer bewaffneten Indianern überfallen
worden wären. Die Bundesregierung verwendete diese Attacke des FBI zur Zensur
und Kontrolle der Medien. Das gesamte Reservat wurde daraufhin von 200 FBI-Agenten
besetzt, dazu wurden gepanzerte Mannschaftswagen, M16-Automaticgewehre, Granatwerfer
in Stellung gebracht - unterstützt noch zusätzlich von Hubschraubern.
Begründet wurde dieser militärische Aufmarsch mit der Suche von Mördern
an den zwei FBI-Agenten. In der Pine Ridge Reservation wurde aber niemand festgenommen,
da die beiden Agenten keinen Haftbefehl bei sich hatten. Jimmy Eagle war auch am Tag
des Feuergefechts nicht anwesend. Die FBI-Agenten hatten keine legale Berechtigung das
Grundstück von Johnny Bull zu betreten. Sie waren angeblich auf der Suche nach
zwei gestohlenen Cowboystiefeln. Die zwei FBI-Agenten wurden anschließend in
ihrem Auto tot aufgefunden. Wegen zahlreicher Übergriffe durch das FBI hatten Jim
Eagle, Bob Rodideau und Dino Butler - alles AIM-Mitglieder - ein Verteidigungslager
eingerichtet. Die drei Native American flohen, wurden aber gefangengenommen.
Das FBI behauptete, dass an dem Überfall auf ihre Agenten 32 Oglala beteiligt waren,
festgenommen wurden aber nur vier. Da Jimmy Eagle im Oglala Camp nicht anwesend war,
wurde die Anklage gegen ihn fallengelassen. Dino Butler und Robideau wurden nun angeklagt
und die Gerichtsverhandlung fand im Juni und Juli 1976 in Cedar Rapids im Bundesstaat
Iowa statt. Die Beschuldigungen des FBI wirkten aber unglaubwürdig, weshalb beide
Angeklagten von einem aus nur Weißen bestehenden Geschworenen-Gremium
freigesprochen wurden. Im Februar des Jahres 1976 wurde Leonard Peltier, der in Kanada
um politisches Asyl gebeten hatte, festgenommen und an die USA ausgeliefert. In einem
unfairen Gerichtsverfahren im April 1977 erhielt er eine Haftstrafe von zweimal
lebenslänglich.
Butler, Peltier und Robideau waren in der Reservation anwesend auf Bitten der hier
lebenden Frauen und Kinder. Auf der Pine Ridge gab es keinen Schutz, weshalb diese drei
Männer hier lebten, damit die Leute sich sicherer fühlen konnten.
Der wahre Grund der Anwesenheit des FBI auf der Pine Ridge Reservation konnte nicht
nachgewiesen werden. Diente er der politischen Verfolgung oder den Interessen der
Industrie? Auf dem Stammesgebiet der Pine Ridge und Rosebund wurden Erdöl, Erdgas
und weitere Bodenschätze gefunden. Am 26. Juni - der Tag des Überfalls -
unterzeichnete der illigale Stammespräsident Richard Wilson in Washington einen
Vertrag, der 1/8 des Reservationsgebietes dem Innenministerium der Vereinigten Staaten
von Amerika übereignete. Der Überfall auf das Camp der Oglala durch das FBI
sollte ein gutgeplantes Ablenkungsmanöver darstellen. Für die US-Regierung
war es immer eine gebräuchliche Vorgehensweise, wenn Indianer etwas hatten, ihnen
es wegzunehmen, damit die Industrie hohe Gewinne einfahren konnten.
Der Fall Leonard Peltier
Die Anklage gegen Dino Butler und Bob Robideau, die wegen der Schießerei vom
26. Juni angeklagt waren, wurde fallengelassen. Das FBI begann Ermittlungen gegen
Leonard Peltier. Als dieser davon erfuhr, flüchtete er nach Kanada und bat
um politisches Asyl. Myrtle Poor Bear, die auf Pine Ridge lebte, wurde vom FBI
gedroht, dass es ihr genauso ergehen würde wie Anna Mae Aquash, die tot mit einer
Kugel im Kopf in Pine Ridge gefunden wurde. Daraufhin unterschrieb sie eine
eidesstattliche Erklärung dessen Inhalt sie nicht kannte. In dem Dokument stand,
dass sie die Freundin von Leonard Peltier wäre und den Mord gesehen hatte. Nach
dieser schriftlichen Äußerung lieferte Kanada L. Peltier an die USA aus und
ein Prozeß des Rassenhaßes begann. Vom Richter wurden fast alle Anträge
der Verteidigung abgelehnt, hingegen die der Anklage zugelassen. Bei Entlastungszeugen
wurden die Geschworenen ausgeschlossen, Belastungsmaterial wurde vom Staatsanwalt falsch
ausgelegt, ein FBI-Beamter wollte durch das Teleskop seines Gewehres Peltier aus einem
Kilometer Entfernung gesehen haben - also ein Prozeß der rechtswidrig und von
einer fairen Verhandlung weit entfernt war. Die Beratung der Geschworenen - nur
Weiße - dauerte 9 Stunden, es kam zu einem Schuldspruch und der Richter verurteilte
Leonard Peltier zu zweimal lebenslänglich. Trotz Berufung der Verteidigung bis zum
Obersten Gerichtshof wurde das Urteil rechtswirksam und Peltier kam ins Gefängnis
Marion in den Bundesstaat Illinois - das sicherste Gefängnis der Vereinigten
Staaten und Ersatz für Alcatraz. Die Gefangenen werden hier überwacht mit
Kamera und Tonband, um sie psychisch kaputt zu machen.
Leonard Peltier wurde 1979 in das Gefängnis in Lompoc in Kalifornien verlegt.
Hier sollte er von einem indianischen Mithäftling dazu überredet werden, aus
dem Gefängnis zu fliehen, damit man ihn auf der Flucht erschießen könnte.
Peltier hatte Angst vor einem Anschlag und ihm gelang es aus dem Gefängnis zu
entkommen. Zwei weitere Gefangene schlossen sich der Flucht an und wurden entweder nahe
dem Gefängnis in einem Wäldchen festgenommen oder als der andere sein Versteck
verließ, erschossen. Auf Leonard Peltier wurde ein Steckbrief ausgehängt und
ein Farmer entdeckte fünf Tage später Peltier auf seinem Feld. Peltier gelang
es, dem Farmer das Gewehr und den Autoschlüssel abzunehmen und mit dem
Lastkraftwagen seines Opfers zu fliehen. Der Farmer alarmierte die Polizei. Ein
Großaufgebot der Polizei verfolgte Peltier und konnten ihn auch stellen. Bei der
Festnahme wäre er beinahe erschossen worden, ein Deputy-Sheriff konnte dies gerade
noch verhindern. Auch der nun folgende Prozeß ähnelte dem ersten. Die
Mitgefangenen durften nicht aussagen und Leonard Peltier erhielt zu seinen zweimal
lebenslänglich noch sieben weitere Gefängnisjahre hinzu.
Zahlreiche Proteste konnten nicht verhindern, dass Leonard Peltier nach Marion
zurückgebracht wurde. Hier ist es an der Tagesordnung die Menschen seelisch zu
zerbrechen, ständige Bespitzelung durch Kameras und Tonbänder, rassistische
Beschimpfungen der Wärter und Zwangsmedikation. Den Gefangenen wird die Droge
Prolexin verabreicht, die die Gefangenen zum Selbstmord treibt. In diesen Gefängnis
gibt es auch Zellen ohne Tageslicht, schallisoliert, hohe Temperaturen, wenige Nahrung
und verringerte Medikamentenzufuhr.
Wenn man beide Prozesse unvoreingenommen miteinander vergleicht, so kommt man zu dem
Eindruck, dass ein politischer Rachefeldzug stattgefunden hat. Aus Prestigegründen
konnte sich die US-Regierung nicht leisten, dass es für zwei erschossene FBI-Agenten
keinen Täter gab und deshalb ein Täter her mußte, obwohl zweifelsfrei
feststeht, dass Leonard Peltier gar nicht der Täter war. In den USA kam es nicht
zum ersten Mal vor, dass verurteilte und hingerichtete Täter im Nachhinein
freigesprochen worden sind. Obwohl man die Namen der wahren Täter heute
wahrscheinlich kennt und feststeht das Leonard Peltier nicht geschossen hat -
Zeugenaussagen absichtlich manipuliert wurden - ist bis zum heutigen Tag noch keine
Begnadigung erfolgt.
Dieser Fall ist die skandalöseste Manipulation des Rechts in der zweiten Hälfte
des 20. Jahrhunderts in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Hier sieht man was mit
Native American passiert, wenn sie sich gegen das Unrecht der US-Regierung wehren.
Seit vielen Jahrzehnten setzen sich indianische Stammesräte, zahlreiche bekannte
Menschenrechtler aus der ganzen Welt, Kirchenorganisationen wie auch Politiker für
die Freilassung des inhaftierten Bürgerrechtlers ein. Mehr als 20 Millionen Menschen
weltweit fordern die Freilassung des indianischen Bürgerrechtlers.
Unter ihnen sind namhafte Politiker, Kirchenführer und Künstler, wie Nelson
Mandela, Richard von Weizäcker, Michael Gorbatschow, der Dalai Lama, König
Albert von Belgien, Jesse Jackson, Bischof Desmond Tutu, Harry Belafonte, Jane Fonda,
Kris Kristofferson, Oliver Stone und viele mehr.
Alle Proteste und Gegenbeweise konnten die US-Regierung bis heute nicht erweichen,
Leonard Peltier freizulassen. Vergeblich haben Sympathisanten auf den mächtigsten
Politiker der Welt gesetzt, der als Einziger dem schon zweimal für den
Friedensnobelpreis vorgeschlagenen Leonard Peltier die Freiheit zu schenken. Selbst der
Richter, der Peltier einst ins Gefängnis brachte, verlangt heute die Aufhebung
seines eigenen Urteils.
Auch die Freunde Leonard Peltiers wollen nicht aufgeben. Es wurde das heute weltweit
vernetzte "Leonard Peltier Unterstützungskomitee" ins Leben gerufen. Durch das
amerikanischen "Freedom of Information"-Gesetz können nun Rechtsanwälte die
Manipulationen des Prozesses aufdecken. Dies geschah mit Erfolg, denn 1986 muss Lynn
Crooks, der ermittelnde Generalstaatsanwalt, in einem Berufungsverfahren zugeben, dass
bis heute niemand weiss, wer die tödlichen Schüsse auf die beiden FBI-Agenten
abgegeben hat. Das Urteil gegen Leonard Peltier müsse aufgehoben werden, fordert
nach der Leitung zweier Berufungsverfahren schliesslich auch Richter Heaney.
Doch das FBI wehrt sich, Leonard Peltier freizulassen, da sie mit allen Mitteln versuchen
wollen nicht noch mehr Gesicht zu verlieren. Am 16. Juli 1994 richtet sich deshalb die
mächtige Polizeibehörde in der angesehenen "Washington Post" mit einem
ganzseitigen Inserat an die Adresse des damaligen Präsidenten Bill Clintons: "Dear
Mr. President: Leonard Peltier ermordete zwei FBI-Agenten. Er verdient keine Milde."
Auch Amnesty International, das Europaparlament, 55 Mitglieder des US-Kongresses, 60
Mitglieder des kanadischen Parlaments und 70 Abgeordnete des deutschen Bundestages
verlangen eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Doch die juristischen Möglichkeiten
sind unterdessen erschöpft.
Jeder der sich an der Befreiungsaktion beteiligen möchte, sollte an den
derzeitgen Präsidenten der Vereinigten Staaten schreiben oder faxen oder auch
mailen. Der Brief kann selbst verfaßt werden oder auch ein auf der Homepage
der GfbV
vorgefertigten Formular (Sie werden mit diesem Link direkt auf die entsprechende Webseite
weitergeleitet) abgerufen werden, welches man sofort mailen kann.
Die Adresse des Präsidenten der Vereinigten Staaten lautet:
President George W. Bush The White House 1600 Pennsylvania Ave.
Washington D.C. 20500
USA Tel: 001-202-456-1111 Fax: 001-202-456-2461
email: president@whitehouse.gov
FREE LEONARD PELTIER NOW! | |
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