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Fazit: Indianer-Architektur
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Alle in dieser Rubrik gebrachten Themen behandeln den Schwerpunkt: Was wir von den
Indianern lernen können. Sie werden feststellen, dass sogar in der Architektur
einige Punkte zu finden sind.
An der Pazifikküste erstreckt sich der «Ring of Fire» - der Ring von
Feuer - mit den aktivsten Vulkanen der Welt. Und gerade hier finden wir merkwürdiger
Weise Bauwerke von größeren indianischen Zivilisationen. Hier haben
Archäologen zahlreiche Ruinen indianischer Städte, Tempel und Pyramiden, die
kein Anzeichen der Zerstörung durch Vulkanismus aufweisen, entdeckt. Das geologisch
instabile Gebiet war die Heimat der Azteken im Hochland von Mexiko, der Maya in Guatemala,
der Chibcha in Kolumbien, der Inka in Peru und der Tiahuanaco-Kultur am Titicacasee. Die
indianischen Bauwerke halten den Erdbeben stand, hingegen die Städte der Weißen
nach vulkanischen Aktivitäten wieder aufgebaut werden müssen.
Indianische Baumeister haben im Laufe von Jahrhunderten bewußt Techniken entwickelt,
die trotz starker Erschütterungen die Gebäude nicht einstützen lassen. Die
Inka zum Beispiel errichteten die Mauern mit sorgfältig behauenen Steinen, die
fugenlos ohne Mörtel übereinander gesetzt wurden. So konnten sie alle Beben der
letzten 500 Jahre überstehen. Mit der konischen Form und der kompakten Bauweise der
Pyramiden in Mittelamerika haben diese Gebäudekomplexe schwerste Erdbeben
überdauert. Nicht einmal die äußersten Steinschichten fielen ab. Im
Tiefland, auf Yucatan und in Gegenden mit weniger geologischen Akivitäten konnten die
Pyramiden höher wie auch steiler und geringerem Volumen errichtet werden. Beispiele
sind Tikal in Guatemal mit der höchsten Pyramide in ganz Amerika von 76 Metern und
Uxmal auf der Halbinsel Yucatan. Die Maya-Pyramide von Altun Ha war sogar noch im 20.
Jahrhundert das höchste Gebäude von Belize und die verlassenen Pueblos in der
Mesa Verde und Chaco Canyon die größten Wohnhäuser im 20. Jahrhundert in
den USA.
Die meisten Monumentalbautechniken der Indianer sind verloren gegangen, obwohl sie in
ganz Amerika in der Lage waren Zement herzustellen, Kalkmörtel zu verwenden und
Gipsmörtel und Stuckverzierungen entwickelten. Warum Monumentalarchitektur der
Indianer nicht übernommen wurde, ist auf die Bogen-Manie der Europäer
zurückzuführen. Die Baumeister der Alten Welt verwendeten in Kirchen,
öffentlichen Gebäuden, in Schulen und Klöstern, in Palästen der
Adligen und in Arenen Bogenportale und Fensterbögen oder setzten Kuppeln auf.
In China, Ägypten, Griechenland und in der Neuen Welt verwendete man in der
Architektur lieber die robustere Bautechnik wie Winkel, Geraden und Parallelen als
Bögen.
Nur die Maya setzten eine Art Bogen ein - die von Kragsteinen gestützten oder
falschen Bogen, die sie über Eingängen, überwölbten Gängen
und für Innenräume verwendeten. Sie benutzten nicht nur einen Bogentyp,
sondern mehrere. Die Bögen waren aber nicht echte Träger, sondern eher das
Prinzip von Konsolen, die den Druck nach unten und nicht wie echte Bögen zu
den Seiten verteilen. Die Maya verwendeten für mehrstöckige Gebäude
massive Stützmauern. Ihre Bauten stehen heute noch, hingegen europäische
Bauwerke nur noch Ruinen sind.
...wird fortgesetzt. | |
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