Die Indianer von Nord- Mittel- und Südamerika
Indianer: Lebensweise, Sitten, Bräuche, Geschichte, Sprachfamilien, Stämme, Häuptlinge, Hochkulturen



Little Bighorn - 25. Juni 1876


25. Juni 1876 - Die Schlacht am Little Bighorn


Little bighorn

Zusammenhänge, die zur Schlacht am Little Bighorn führten


Nachdem zu Beginn der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts im südlichen Montana Gold gefunden wurde, lockte es immer mehr Goldsucher in dieses Gebiet. John Bozeman steckte deshalb zwischen dem heutigen Caspar (Wyoming) und dem Goldcamp von Virginia City (Montana) eine Straße ab, die eine viel kürzere Strecke darstellte als die mit dem Dampfer dem Missouri flußaufwärts und der sich noch eine Reise über Land anschloß. Diese Straße führte durch das Land des Powder River - durch Indianerland, was die Cheyenne und Sioux zu Racheaktionen für den begangenen Landfriedensbruch veranlaßte. Die Armee errichtete daraufhin entlang des Trails drei Forts. Red Cloud war fest entschlossen den Betrieb auf den Bozeman-Trail zu beenden, der durch die Oglala-Jagdgründe führte. Um dies zu erreichen, griff er die Forts immer wieder an. Im Mai des Jahres 1868 kam es im Fort Laramie zu Verhandlungen zwischen General William Tecumseh Sherman, Mitgliedern der Friedenskommission und den Cheyenne und Arapaho. Dabei ging es um die Beendigung des sogenannten Red Cloud Krieges. Erst als sich die Armee entschloß die Forts zu verlassen und die Straße aufgegeben wurde, unterzeichnete Red Cloud den Vertrag.

Dieser Friedensvertrag paßte der Eisenbahngesellschaft nicht. War doch schon der Bau der Northern Pacific-Transkontinentaleisenbahn durch das Sioux-Gebiet bereits projektiert und Grundstücke entlang der Strecke an Maklerfirmen, Industriebetriebe, Bankkonsortien und Siedler verkauft worden. Im Jahre 1872 erreichte der Bahnbau die Grenze zum Sioux-Gebiet und mit der Einstellung der Baumaßnahmen mußte gerechnet werden. Für den Yellowstone River hatte die Missouri-Dampfschiffahrtsgesellschaft bereits Schiffe gekauft, doch der lag mitten im Sioux-Gebiet. Auch Städte waren auf dem Papier für das Sioux-Gebiet fertig konzipiert. Es drohte ein wirtschaftlicher Zusammenbruch gewaltigen Ausmaßes, wenn tatsächlich Frieden herrschen sollte. Die unternommenen Versuche, die Sioux zu einem Aufstand zu provozieren, um der Armee einen Anlaß zum Eingreifen zu geben, scheiterten jedoch.

Unmittelbar an der östlichen Grenze dieses Gebietes lagen die für die Sioux heiligen Black Hills. Im Vertrag hatte die US-Regierung den Indianern zu gesichert, dass Weiße, die das Indianergebiet ohne Erlaubnis betreten, festgenommen und bestraft werden und das entstandener Schaden ersetzt wird. Mit der Zeit stieg der Druck auf die Regierung ins Unermeßliche, da das bereits investierte Kapital zu verlieren drohte. Deshalb entschloß sie sich den Vertrag mit den Indianern zu annulieren.

Am 02. Juli 1874 unternahm Colonel Custer mit ihm 1.000 Mann und Geologen eine Expedition ins Gebiet der Black Hills. Dies geschah ohne sich die Erlaubnis der Sioux einzuholen. Die Geologen fanden angeblich Goldvorkommen und man schickte einen Eilkurier zum Fort Lincoln. Bevor er aber den Oberkommandierenden unterrichtete, gab er die Nachricht an die Presse in Bismark. Ferner ließ sich Custer einen Großclaim durch den Kurier eintragen. Damit brach erwartungsgemäß der Ansturm auf die Heiligen Berge los. Ganze Wälder wurden kahlgeschlagen, das Wild ausgerottet und Städte gegründet. Die Sioux unternahmen nichts gegen diese Invasion und die Armee tat auch nichts. Eine Regierungskommission wollte den Sioux die Black Hills für sechs Millionen Dollar abkaufen, obwohl Custers Claim bereits 20 Millionen Dollar eingebracht hatte. Die Sioux lehnten ab. Auch Schürfrechte für eine bestimmte Zeit zu erteilen, stimmten die Indianer nicht zu. Nun handelte aber die Regierung und ließ durch Edward Smith, Kommissar für indianische Angelegenheiten, am 09.12.1875 erklären, dass alle Indianer sich bis zum 31.01.1876 in den eingerichteten Agenturen zu melden hätten. Bei Nichteinhaltung dieser Anordnung würden sie zu feindlichen Indianern erklärt und müßten mit militärischen Aktionen rechnen.

Das Kriegsministerium beauftragte am 01.02.1876 General Sherman entsprechende Maßnahmen gegen die Sioux einzuleiten. Sherman befahl daraufhin am 08.02.1876 die Generale Crook und Terry alle Vorbereitungen für eine militärische Offensive, die an den Bighorn, Powder, Rosebud und Tongue führen sollten, zutreffen.

Den erfahrenen und umsichtigen Häuptlingen Crazy Horse, Sitting Bull und Gall war klar, dass jetzt der Zeitpunkt erreicht war, zu kapitulieren und in eine Reservation zu gehen oder zu kämpfen und unter zu gehen.

Am 17.03.1876 überfiel Colonel J. Reynold das Winterlager von Crazy Horse und zerstörte die Zelte und alle Vorräte. Die Pferde, die er ebenfalls erbeutete, mußte er wieder aufgeben und sich fluchtartig zuurückziehen, um die totale Vernichtung seiner Truppe zu verhindern. Wenige Monate später kam es am Rosebud River zu einer weiteren Schlacht. Am 17. Juni 1876 trafen General Crook mit seinen Truppen auf Crazy Horse und seine 1.000 Krieger zählenden Verbündeten. Crazy Horse hatte den Kriegern eine neue Kampfmethode beigebracht. Statt sich zu einem verlustreichen Gegenangriff zu stellen, zogen sich die Indianer zurück und griffen die Flanken an. Dies brachte die Kavallerie in Verwirrung, da sie es gewohnt waren in Gefechtsformation zu kämpfen. Die neue Taktik brachte den Teton und Cheyenne einen großen Sieg. Nur elf Tote und 28 Verletzte waren zu beklagen. Crook verlor die meisten seiner Männer und zog sich ins Basislager zurück.


Die Schlacht am Little Bighorn


Da die US-Armee mit ihren Verwundeten beschäftigt war und auf Verstärkung warteten, ritten die Teton mit ihren Verbündeten nordwestwärts zu ihrem Lager was sie sofort abbrachen und wanderten zu dem 6 Tage entfernten Little Bighorn River, weil Späher hier große Antilopenherden erspäht hatten. Hier hatte sich ein großes Lager versammelt. Zu ihnen gehörten die Cheyenne, Oglala-Sioux, Minneconjou-Sioux, Blackfeet und Hunkpapa-Sioux. Das Lager hatte 1.200 Zelte und beherbergte mehr als 2.000 Krieger.

Der verantwortliche General Alfred H. Terry war der Meinung, dass Custers Kavallerie die verbündeten Indianer besiegen könnte und teilte seine Truppe auf. Er selbst marschierte in westliche Richtung und dann südlich des Bighorn, um den Fluchtweg aus dem Tal nach Norden hin abzuschneiden. Colonel Custer befahl er mit seinen 600 Mann sich nach Süden zu wenden und sich von dort dem Bighorn zu nähern. Custer hatte den Befehl erhalten auf Terry und Colonel John Gibbon zu warten, doch er ignorierte diese Anordnung.


Häuptlinge, die an der Schlacht im Little Bighorn maßgeblich beteiligt waren


Sitting Bull            Crazy Horse
(links) Sitting Bull - Führer, Organisator und Medizinmann der Sioux; (rechts) Crazy Horse - Kriegshäuptling der Oglala-Sioux

Red Horn Bull            Gall
(links) Red Horn Bull - Häuptling der Oglala-Sioux; (rechts) Gall - Häuptling der Hunkpapa-Teton-Sioux

Colonel George Amstrong Custer Acht Tage nach der Schlacht am Rosebud Creek kam es zur Schlacht am Little Bighorn - einem kleinen Flüßchen im Bundesstaat Montana.

Custer schickte gegen Mittag des 25. Juni 1876 Captain Frederick Benteen mit drei Kompanien auf Erkundungsgang südwestlich des Indianerdorfes. Major Marcus A. Reno sollte mit drei Kompanien das Südende des Lagers angreifen.

Custer selbst führte fünf Kompanien um das Lager herum, um vom Norden her anzugreifen. Renos Angriff wurde von den Cheyenne und Sioux unter der Führung von Gall zurückgeschlagen. Er rettete sich auf einen Felsvorsprung auf den sich auch Benteens Truppe rettete. Sie hielten den Angriffen zwei Tage stand, bevor General Terry und Colonel Gibbon anrückten.

Das Nordende des Dorfes erreichte Custer nicht. Er hatte sich aber während der Angriff auf Reno lief, leise dem Dorf genähert. Doch bevor er das Zeichen zum Angriff geben konnte, wurde die Vorhut unter Feuer genommen. Custer rechnete mit einer Falle und zögerte mit dem Angriff bis die Streitmacht der Indianer herankam, war es mit einer erfolgreichen Attacke zu spät. Um sich besser verteidigen zu können, stiegen die Soldaten von Pferden und benutzten sie als Deckung. Doch die fünf Kompanien wurden von einem Indianerheer von 2.500 Kriegern umringt und angegriffen. Custers Befehl zum Rückzug kam zu spät.

Nach einer knappen Stunde waren die Kompanien bis auf den letzten Mann vernichtet.

Am Little Bighorn fielen insgesamt 268 Soldaten und Offiziere. Unter den Toten ist auch Georg Armstrong Custer. Ebenfalls werden Custers Brüder Tom W. Custer und Boston Custer wie auch sein Neffe Armstrong Reed getötet. Wie viele Indianer bei der Schlacht ihr Leben lassen mußten, ist nicht bekannt.


Zusammenfassung des Schlachtverlaufes


25. Juni:
Morgengrauen
Die Scouts von Custer entdecken in der Ferne ein großes Indianerdorf
Mittag
Custer teilt das Kommando zwischen Reno, Benteen und sich selbst auf.
ca. 15.00 Uhr
Reno greift von Süden her an und wird über denFluß in die Verteidigungsstellung zurückgetrieben.
ca. 15.30 Uhr
Custer schickt nach Benteen
ca. 16.15 Uhr
Benteen stößt zu Reno.
nach 16.10 Uhr
Custer und seine 5 Kompanien nähern sich dem Nordende des Dorfes. Custer und alle seine Männer werden innerhalb einer Stunde getötet.

25. - 27. Juni
Reno und Benteen halten der Belagerung stand.

27. Juni
Die Indianer ziehen sich zurück, als General Terry und Colonel Gibbon anrücken.


Nach der Schlacht behaupteten mehrere Häuptlinge und Krieger Custer getötet zu haben. Unter ihnen waren Rain-in-the-Face, der geschworen hatte Tom Custer das Herz aus der Brust reißen zu wollen, da dieser ihn einmal schwer beleidigte, Brave Bull, Flat Hip und White Bull.





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