NORDAMERIKA
H Ä U P T L I N G E der ... [Stammname] (nach Kulturarealen)
Miami(Nordost-Stämme)und ihre Häuptlinge
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Little Turtle, Häuptling der Miami
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Little Turtle heißt im Deutschen "Kleine Schildkröte" und auf Indianisch
Michikinikwa. Er war Sachem der Miami. 1752 wurde er in einem Dorf am Eel River geboren.
Seine Mutter war eine Mahican und sein Vater Sachem der Miami. Nach der
Unabhängigkeit der englischen Kolonien ging der Krieg der Indianer weiter, da sich
die amerikanischen Siedler nicht an die Verträge der Engländer hielten. Die
Indianer bekamen aber Unterstützung der britischen Kanadier, in dem sie ihnen
Waffen und Munition lieferten, einmal um Geschäfte zu machen und immer noch mit der
Hoffnung die verlorenen Gebiete durch die Indianer zurückzuerlangen. Die
US-Regierung setzte 1790 Truppen in Marsch, um die Algonkin-Stämme zu unterwerfen.
Im September 1790 ließ General Josiah Harmer seine Truppe bei Cincinnati sammeln
und marschierte dann nach Norden. Inmitten des Algonkin-Gebietes traf er auf Delawaren,
Miami, Ottawa, Shawnee und Wyandot. Es kam zur Schlacht im Jahre 1791. Die Indianer
unter Führung von Little Turtle gingen als die Sieger aus diesem Gemetzel hervor,
obwohl Harmer 320 Soldaten und 1.100 Mann Miliz in Stellung gebracht hatte. Auch General
Arthur St. Clair ereilte das gleiche Schicksal im selben Gebiet und im gleichen Jahr.
Diese Schlacht fand am 4. November an der Wabash-Quelle statt, bei der die Truppen von
den Algonkin und Wyandot völlig vernichtet wurde. Nur wenige Soldaten entkamen.
Nach beiden gewonnenen Schlachten war die Macht der westlichen Algonkin auf ihrem
Höhepunkt angekommen.
Der Generalsekretär des Kriegsministeriums Knox beauftragte Generalmajor Anthony
Wayne eine neue Armee aufzustellen, weshalb dieser im Sommer 1792 in Pittsburg diesem
Befehl nachkam. Nach einer Ausbildungszeit von einem Jahr ließ er seine neue
Truppe am St. Patrickstag in die Erie-Ebene vorrücken. Hier erbauten seine 2.500
Soldaten das Fort Defiance bei dem öfters mal Abordnungen der Algonkin auftauchten
und die Bautätigkeit musterten sowie Friedensangebote unterbreiteten. Wayne
verlangte die totale Unterwerfung der Indianer, was diese ablehnten und mit
Überfällen, die meistens mißlangen, beantworteten. Als die Truppen von
Wayne am 8. August 1794 den Maumee River erreichten, ließ der Generalmajor die
Indianer wissen, dass er sie am 17. August angreifen würde. Jedoch ließ
Wayne seine Ankündigung ohne einen Angriff zu führen verstreichen. Little
Turtle war auch nicht überzeugt, noch einmal mit Hilfe der Engländer eine
Schlacht gewinnen zu können. Die zweitausend Krieger, die vor jeder Schlacht
fasteten, und ihre Anführer - Oberhäuptling des Algonkin-Bundes Blue Jacket,
Little Turtle der Miami, Black Wolf von den Potawatomi und Delawaren, Chippeway, Ottawa,
Wyandot, Sauk, Fox und 70 Kanadier - erwarteten Waynes Truppen bei Fallen Timbers. Doch
erst am 20. August ließ der General seine Truppe in zwei Kolonnen aufteilen und
griff um 8 Uhr die verbündeten Stämme an.
Nachdem 500 vom Hunger geschwächte Krieger aufgegeben hatten, rückten die
Soldaten mit einem Bajonettangriff gegen die Indianer vor. Nach kurzem Gefecht wichen
die Indianer dem Kampf aus. Die Truppen rückten in die verlassenen Dörfer vor
und vernichten Häuser und Vorräte.
Bei der Schlacht bei Fallen Timbers sind zwar nur 50 Krieger getötet wurden,
allerdings waren ihre Dörfer und Wintervorräte vernichtet wurden. Was noch
erschwerend hinzukam, war, dass der Winter bevor stand. Die Briten halfen ihnen auch
nicht, da sie befürchteten einen Krieg mit den Vereinigten Staaten auszulösen.
Den Algonkin-Stämmen blieb nichts anderes übrig als mit den Amerikanern einen
Friedensvertrag auszuhandeln. Nachdem sich die führenden Häuptlinge am 16.
Juni 1795 mit Amerikanern getroffen hatten, unterzeichneten sie am 3. August endlich
den ersehnten Vertrag. Die Stämme der Algonkin und die Wyandot mußten ihre
Stammesgebietes im Südosten sowie die Gebiete bei Chicago und Detroit verlassen,
welche sofort von nachrückenden Siedlern in Beschlag genommen wurden. Wenige Jahre
später war dieser Vertrag genauso wertlos wie alle vorigen. Wenn die Führer
des Algonkin-Bundes, nach dem erfolglosen Angriff auf Fort Recovery auf Little Turtle
gehört hätten, so wäre die Niederlage bei Fallen Timbers ihnen
erspart geblieben und bei den Vertragsverhandlungen hätten die verbündeten
Stämme andere Vertragsbedingungen aushandeln können.
Little Turtle war immer für Frieden, aber die Algonkin wurden immer wieder von
British-Kanadiern gegen die Amerikaner aufgehetzt, was Little Turtle veranlaßte,
sein Führeramt aufzugeben. Der Shawnee-Sachem Blue Jacket wurde der neue oberste
Führer. Little Turtle konnte Blue Jacket auch nicht überzeugen, dass Frieden
mit den Weißen wesentlich besser wäre als Krieg. Außerdem gab es einen
Mehrheitsbeschluß der anderen Führer gegen den Blue Jacket auch keine andere
Entscheidung fällen wollte. Von ihren sogenannten weißen Verbündeten
waren die Indianer auch schon mehrmals enttäuscht wurden. | |
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