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Little Wolf, Kriegshäuptling der Northern Cheyenne |
Little Wolf war berühmter Kriegshäuptling der Northern Cheyenne wie auch
Führer der Bow String Soldier Society. Sein indianischer Name war Ohcumgache. Mit
seinem Freund White Antelope - Führer der Crooked Lance Society - kämpfte er
mit großen Erfolg gegen ihre Feinde die Comanchen und Pawnee.
Bei einem Angriff gegen die Skidi-Pawnee verloren sie die Heiligen Pfeile. Der
Träger fertigte wieder neue an, aber dieser Verlust galt als schlechtes Vorzeichen.
Eine alte Legende prophezeite den Niedergang der Cheyenne. Dies verbanden die Cheyenne
mit dem Verlust der Heiligen Pfeile.
Die Cheyenne, Dakota, Kiowa und Comanchen schlossen im Jahre 1840 Frieden, was den Stamm
der Cheyenne in zwei unabhängige Einheiten spaltete - in die Northern Cheyenne und
in die Southern Cheyenne. Little Wolf zog mit seinen Anhängern zu den befreundeten
Teton-Dakota am Powder River. Als die US-Armee nach den Red Cloud-Krieg von 1866 bis 1868
laut Friedensvertrag vom August 1868 Fort Phil Kearny verlassen mußte, wurde Little
Wolf beauftragt das Fort zu zerstören. Dieser Aufgabe widmete sich der
Häuptling, der sich in diesem Krieg durch Tapferkeit ausgezeichnet hatte, mit voller
Hingabe.
Völlig überraschend griff die Vorhut von General Crook J. Reynold ein Zeltdorf
auf der Bozeman Road im Stammesgebiet der Teton am 17. März 1876 im Morgengrauen an.
In den Tipis waren Cheyenne, die auf Antilopen- bzw. Büffeljagd waren. Ihre
Führer waren Little Wolf, Maple Tree, Old Bear, Two Moon und White Bull. Drei
Trupps der US-Armee stürmten das Lager. Captain Egans drang zwischen den Zelte vor,
Captain Mills näherte sich mit seiner Kavallerie von links dem friedlichen Dorf und
eine dritte Truppe trieb die aus 1.200 bis 1.500 Pferden bestehende Herde fort. Nachdem
die Northern Cheyenne Frauen, Kinder und Alte über den Fluß in Sicherheit
gebracht hatten, wehrten sie die Soldaten ab. Sie konnten aber nicht verhindern, dass
das Zeltdorf mit samt den Vorräten zerstört wurde. Jedoch gelang ihnen ihre
Pferdeherde während der Nacht zurückzuerbeuten. Dafür mußte sich
Reynold vor einem Kriegsgericht verantworten. Bei der Verhandlung behauptete zwar die
Armee Crazy Horse' Zeltdorf angegriffen zu haben - dies lag aber einige Kilometer weiter
im Nordosten. Die Häuptlinge der Northern Cheyenne brachten ihre Angehörigen
zu Crazy Horse, da sie hier auf Nahrung und Unterkunft hofften. Crazy Horse nahm die
verbündeten Cheyenne, die mehrere Tage unterwegs gewesen waren, freundschaftlich
auf und versorgte sie mit allem Notwendigen.
Die Oglala und Cheyenne verließen im Frühjahr ihren Lagerplatz und zogen
zum Winterquartier von Sitting Bull am Tongue River. Auch Lame Deer und seine
Anhänger der Minneconjou erreichten das Zeltdorf. Gemeinsam zogen sie weiter nach
Norden, wo sie nach Wild und neuen Weideplätzen Ausschau hielten. Auf ihrem Weg
stießen sie auf die Blackfeet, Brulé, Sans Arc und weiteren Horden der Northern
Cheyenne, die sich den Wandernden anschlossen. Sie erreichten den Rosebud River, wo sie
ihr Heerlager am Big Bend aufschlugen. Zu diesem Lagerplatz kamen nun noch die jungen
Krieger aus den Reservationen. Sie berichteten, dass aus drei Richtungen die US-Armee
im Anmarsch wären: Aus Süden General Crook, aus Westen Colonel John Gibbon und
General Terry und Colonel Custer aus Osten. Wenige Tage später entdeckten
Cheyenne-Jäger Soldaten am Rosebud Valley, die dort übernachteten. Die
Häuptlinge der verbündeten Stämme beschlossen die Streitmacht der
US-Armee anzugreifen. Die Hälfte der Krieger blieb zum Schutz der Zelte zurück,
während 1.000 Krieger der Teton und Cheyenne am 17. Juni 1876 Crooks Soldaten
angriffen. 1.100 Soldaten und 260 Indianer-Scouts standen den verbündeten
Stämmen gegenüber. Es kam zur berühmten Schlacht am Rosebud, wo die
Indianer eine Übermacht der Weißen in die Flucht jagte. Crook zog sich am
18. Juni zu seinem Stützpunkt am Goose Creek zurück.
Auf Beschluß des Rates der Häuptlinge wanderten sie in westliche Richtung zum
Little Bighorn - den sie Greasy Grass nannten. Hier hatten Jäger große
Antilopen-Herden entdeckt. Das Lager der verbündeten Stämme entstand entlang
des Westufers des Flusses - war kreisfömig und dehnte sich auf fünf Kilometer
aus. Es kam am 25. Juni 1876 zur Schlacht am Little Bighorn. Mehr zum Thema finden Sie
hier.
Statt nach der Schlacht eine Siegesfeier zu veranstalten, zerstreuten sich die einzelnen
Horden in alle Himmelsrichtungen, um den rachsüchtigen Blauröcken zu entkommen.
Two Moon zog zum Tongue River, während Little Wolf auf das Lager des
Oberhäuptlings der Cheyenne Dull Knife, der nicht an der Schlacht teilgenommen
hatte, stieß. Dull Knife war auf Nahrungssuche von der Reservation aus
aufgebrochen.
Der kriegerische Last Bull kam am 25. November mit Dull Knife und Black Hairy Dog wegen
der anrückenden Soldaten von Colonel Mackenzie in Streit. Little Wolf und seine
vierhundert Krieger entschieden sich für Last Bull und den Krieg. Oberhäuptling
Dull Knife und Black Hairy Dog, der auch der Hüter der heiligen Medizinpfeile war,
zogen sich zurück, hingegen Little Wolf die Krieger zum Kriegstanz aufforderte, der
die ganze Nacht in eisiger Kälte in einem Tal der Bighorn Mountains nahe dem Powder
River andauerte. Colonel Mackenzie ließ das unbewachte Lager am 26. November 1876
im Morgengrauen angreifen. Pawnee-Scouts metzelten die völlig überraschten
Cheyenne erbarmungslos nieder. Den Kriegern gelang es jedoch die Familien in Sicherheit
zu bringen. Dabei starben zahlreiche tapfere Krieger - unter ihnen auch der älteste
Sohn von Dull Knife. Little Wolf und Dull Knife leisteten mit ihren Kriegern erbitterten
Widerstand. Sie mußten sich aber wegen Munitionsmangels zurückziehen.
Bei diesem Kampf wurde Little Wolf, der oberste Kriegshäuptling der Northern
Cheyenne, beim geordneten Rückzug von sieben Kugeln getroffen. Die Cheyenne konnten
auch nicht verhindern, dass die Soldaten das Lager und alle Vorräte vernichteten.
Drei Tage später erreichten sie das Lager von Crazy Horse am Box Elder Creek, wo
sie Nahrung, Decken und eine neue Unterkunft erhielten. Einen Vergeltungsangriff
mußten die verbündeten Stämme wegen des Munitionsmangels ausfallen
lassen.
Die Hälfte der Northern Cheyenne ergaben sich im Frühjahr des Jahres 1877 -
der Oberhäuptling Dull Knife, Little Wolf, Standing Elk und Wild Hog im Fort
Robinson und Two Moon, der der zweite Oberhäuptling der Northern Cheyenne war und
am Tonque River entlang gezogen war, im Fort Keogh. Dull Knife und Little Wolf erwarteten
gemeinsam in einem Reservat leben zu können, so wie es im Vertrag von 1868 geregelt
wurden war. Doch die Indianer-Agenten teilten den Häuptlingen mit, dass sie sich nur
noch für die südlichen Vettern oder für die Teton zu entscheiden
hätten. Standing Elk wollte zu den südlichen Vettern. Offiziere des Fort
Robinsons versuchten einige Cheyenne-Krieger als Scouts anzuwerben. Ihre Aufgabe sollte
es sein, zerstreute Gruppen aufzuspüren und sie zur Kapitulation zu bewegen.
Auch Little Wolf wollte man als Scout zu gewinnen. Doch als die Anordnung der
Regierungsbehörden aus Wahington kam, die Cheyenne nach Oklahoma zu
überführen, blieb Little Wolf bei seinem Volk. Im Mai 1877 brachen die
Cheyenne bei Fort Robinson auf. Von 972 Stammesangehörigen kamen auf dem
100-tägigen Marsch nur 937 in Fort Reno beim Southern-Cheyenne-Arapaho-Reservat an.
Im Fort wurde den Cheyenne auf Anweisung von Colonel Mackenzie die Pferde und Waffen
abgenommen.
Durch Hunger, Malaria und anderer Krankheiten wurde ihre Zahl stark dezimiert, so dass
die Häuptlinge Dull Knife, Little Wolf, Left Hand, Crow, Little Shield und Wild
Hog beschlossen in ihre alte Heimat nach Norden zu ziehen. Einige Häuptlinge, wie
Standing Elk und Turkey Leg gingen auf Distanz zu den anderen, da sie Angst vor den
Soldaten hatten. Bevor sie loszogen, informierten sie den Agenten John Miles, der sie
für ein weiteres Jahr vertrösten versuchte. Little Wolf lehnte ab, da er nicht
noch mehr Cheyenne sterben sehen wollte. Heimlich schlugen die Cheyenne von Little Wolfs
und Dull Knifes Horden in der Nacht des 9. September 1878 ihre Zelte ab und
verließen Richtung Norden die Reservation. Am 13. September gingen sie an einer
Stelle des Cimarron, wo vier Canyons sich vereinigen in Stellung. Captain J. Rendlebrock
rückte mit zwei Kavallerie-Kompanien an. Little Wolf lehnte bei Verhandlungen die
Rückkehr ins Reservat ab. Stattdessen ließ er den Captain durch den
Arapaho-Unterhändler mitteilen, dass er gegen jeden Feind der Cheyenne, der den
Weg nach Norden sperren sollte, kämpfen würde. Auf Befehl des Captain
rückten die Kompanien in die Canyons vor und eröffneten das Feuer. Die
Cheyenne hatten aber einen ausgezeichneten Schutz gesucht und konnten die Soldaten einen
Tag und eine Nacht an einen Ort ohne Wasser binden, bevor sie am nächsten Morgen
sich gruppenweise zurückzogen. Die Cheyenne zogen nun durch Kansas und Nebraska -
immer wieder in Kämpfe verwickelt - direkt in ihre heimischen Jagdgründe.
Bow-String-Krieger von Little Wolf führten die Heimkehrenden an und Little Shield -
der Kriegshäuptling - sicherte mit seinen Dog Soldiers die Flanken und den
Rücken.
Von allen nahegelegenen Forts strömten Soldaten herbei, um die Cheyenne aufzuhalten.
Auf drei Schienensträngen patrollierten Soldaten, 10.000 Soldaten unter dem
Kommando von General Crook und 3.000 Zivilisten durchkämmten Kansas und Nebraska
immer auf der Suche nach den geflohenen Cheyenne. Die Cheyenne, die bei dem Marsch das
Tempo nicht mithalten konnten, wurden gnadenlos von den Weißen niedergemetzelt. Die
Cheyenne tauschten ihre ermüdeten Pferde bei den Weißen aus. Fünfmal
holte man die Cheyenne ein, aber immer wieder gelang ihnen die Flucht. Bei Oglala am
Platte River konnten die Horden der Cheyenne die Sperrlinien der Soldaten in der Nacht
durchbrechen. Weiter nördlich am Platte River nahe der Mündung des White Clay
Creek konnten sie ihre Zelte eines Abends wieder aufschlagen. Von 297 Männern,
Frauen und Kindern, darunter waren ein Drittel Krieger, mußten 34 ihr Leben lassen
oder waren bei der Flucht versprengt wurden. Little Wolf wollte in das Land der Northern
Cheyenne, hingegen Dull Knife zur Red Cloud Agentur nach Nordwesten. 150 Stammesgenossen
zogen mit Dull Knife und 53 Männer, 43 Frauen und 38 Kinder folgten Little Wolf.
Little Wolf zog in den trockenen Sand Hills, wo sie den Winter in Erdhöhlen am Ufer
des Chokecherry Creek - einen Nebenfluß des Niobrara - friedlich verlebten. Sie
hatten auch genug Nahrung, wie Maultierhirsche und Gabelböcke. Ständig hielten
Späher nach Soldaten Ausschau, jedoch keiner der Verfolger entdeckte das Lager.
Little Wolf zog im März mit seinen Leuten weiter nach Norden zum Box Elder Creek,
wo Two Moon und fünf Cheyenne-Krieger das Lager entdeckten. Durch Two Moon erfuhr
Little Wolf, dass der Freund Lieutenant Clark immer noch nach ihnen suchte, da er mit
dem Häuptling verhandeln wollte. Einen Kilometer vom Fort entfernt, trafen sich
der Lieutenant und Little Wolf. Little Wolf kapitulierte nach dem Gespräch und
lieferte alle Gewehre ab. Die Cheyenne wurden nach Fort Keogh geleitet, wo immer noch
Colonel Miles das Kommando hatte. Nachdem sie ihre Pferde abgegeben hatten, warb man
die Krieger als Scouts an. Little Wolf forderte aber eine dreitägige Bedenkzeit,
ehe sie in den Dienst der US-Armee traten. Aber statt die Teton aufzuspüren,
fällten sie Bäume und erlernten den Soldatendrill. Aus lauter Langeweile
begannen die stolzen Cheyenne-Krieger ihren Verstand mit Whisky zu betäuben. Unter
ihnen war auch Little Wolf.
Monate des Wartens vergingen, ehe die Northern Cheyenne von Dull Knife und Little Wolf
von den Behörden aus Washington ein Reservat am Tonque zugesprochen bekamen. |
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