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Lone Wolf - Guipago - Häuptling der Kiowa


Lone Wolf Sein Name bedeutet im Deutschen Einsamer Wolf, auf indian.: Guipago. Er war angesehener Häuptling der Kiowa.

Als General Sheridan im Dezember 1868 die Arapaho, Cheyenne, Comanchen und Kiowa aufforderte, zu kapitulieren und nach Fort Cobb zu gehen, lehnten die Kiowa ab. Sie wollten nicht auf die Rationen der Weißen angewiesen sein. Ferner garantierte ihnen der Vertrag von Medicine Lodge von 1867 ein eigenes Stammesgebiet. Sheridan schickte Colonel Custer mit einem Kavallerie-Regiment in das Winterlager der Kiowa am Rainy Mountain Creek. Lone Wolf und Satanta und eine Kriegerbande ritten Custer entgegen. Ein Dolmetscher Custers übersetzte Satanta und Lone Wolf mit dem Stamm nach Fort Cobb zu kommen. Trotz des Waffenstillstandes und unter Verletzung der Parlamentsimmunität ließ Custer kurzerhand beide Häuptlinge sowie die begleiteten Krieger festnehmen. Custer forderte Satanta auf, einen Krieger zu den Kiowa zu schicken und ihnen mitzuteilen, dass sie nach Fort Cobb folgen sollten. Satanta schickte seinen Sohn mit der Aufforderung nach Westen ins Büffelland zu fliehen. Beim Eintreffen Custers im Fort Cobb waren nur noch beide Häuptlinge bei der Kolonne, die restlichen Krieger waren in einigen Nächten die Flucht gelungen.

Der General drohte die Kiowa ins Fort zu kommen, sonst würden beide Häuptlinge gehängt werden. Womans Heart mit seinen Leuten zogen zu den Kwahadi in die Llano Estacado, die anderen folgten der Aufforderung des Generals. Als die Kiowa in der Reservation eintrafen, wurde auf Befehl Sheridan beide Häuptlinge freigelassen, damit sie Satank, dem alten Friedenshäuptling, zur Seite standen. Da sich die 2.000 Kiowa und die Comanchen nicht zum Maisanbau überreden ließen und lieber hungerten, erlaubte ihnen der Agent Lawrie Tatum die Büffeljagd.

Im Sommer des Jahres 1870 veranstalteten die Kiowa am North Fork des Red River einen Sonnentanz, zu dem sie ihre Freunde die Comanchen, Arapaho und Southern Cheyenne einluden. Zahlreiche Krieger wollten nach dieser Festlichkeit wieder in ihre Freiheit ziehen, doch Kicking Bird war gegen diesen Plan. Die jungen Krieger folgten seiner Aufforderung nicht und zogen nach Texas, wo sie im Sommer 1870 der Büffeljagd nachgingen. Lone Wolf, Satank und White Horse waren voller Vorwürfe gegen Kicking Bird, da er für den Ackerbau der verhaßten Weißen sich stark machte. 100 Krieger unter Führung ihres Oberhäuptlings und weiterer Häuptlinge unternahmen einen Postkutschenüberfall und forderten somit die Besatzung von Fort Richardson zum Kampf heraus, der acht Stunden taktische Überlegenheit der Kiowa unter Kicking Bird einbrachte, bevor die Kiowa wieder ins Reservat zurückkehrten. Lone Wolf beteiligte sich auch an dem Feldzug, den der berühmte Schamane Mamanti the Sky Walker im Mai 1871 anführte. General Sheridan ließ die Kiowa-Häuptlinge wegen des Texas-Feldzuges, bei dem 7 Weiße getötet wurden, gefangennehmen. Satanta und Big Tree kamen ins Zuchthaus, Satank wurde auf der Flucht erschossen und die anderen Häuptlinge ließ man wieder frei. Sie zogen nun mit ihren Horden zu den freien Kwahadi. Diese hatten ihr Winterlager 1871 am Palo Duro Canyon aufgeschlagen - einem wildreichen Bergmassiv.

Lone Wolf geriet mit Kicking Bird 1872 in heftigen Streit. Lone Wolf wollte sich den befreundeten Comanchen anschließen, hingegen Kicking Bird für den Ackerbau war und den weißen Eindringlingen Gehorsam schwor. Im August 1872 lud das Indian Bureau Delegationen aus dem Indianerterritorium nach Washington ein. Die Kiowa beauftragten als Verantwortlichen Lone Wolf für die Belange des Stammes einzutreten, doch dieser weigerte sich nach dem Eintreffen des Sonderbeauftragten Henry Alvord im Fort Sill ohne Beratungen mit Satanta und Big Tree nach Washington zu gehen.

Nachdem sich die drei Führer der Kiowa am 29. September getroffen hatten, begab sich Lone Wolf nach Washington. Als man Lone Wolf anwies sich mit dem Stamm bis zum 15. Dezember nahe Fort Sill einzufinden, waren seine Argumente, dass er nicht der alleinige Führer seines Stammes wäre, sondern Big Tree und Satanta ebensoviel zu entscheiden hätten wie er. Und solange diese beiden Häuptlinge weiterhin in Haft säßen, würde er nicht die jungen Krieger abhalten können, gegen die Texaner Krieg zu führen. Nach massiven Kriegsandrohungen seitens Lone Wolf kam es im August 1873 zu einer Konferenz mit dem Gouverneur von Texas. Satanta und Big Tree wurden nach der Zusammenkunft freigelassen.

Völlig verzweifelt war Lone Wolf nach dem Raub von 200 der besten Pferde der Kiowa und Comanchen durch weiße Pferdediebe. Nämlich als 21 Comanchen und neun Kiowa nach Mexiko aufbrachen, um für die geraubten Pferde Ersatz zu holen. Sie legten mehr als 800 Kilometer zurück, überquerten den Rio Grande - den Grenzfluß zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko - und erbeuteten auf mehreren Haziendas wieder 200 Pferde. Mexikaner, die sich ihnen in den Weg stellten, wurden getötet, was die US-Armee auf den Plan rief. Sie verfolgten die Krieger auf Gebiet der USA und holten sie nahe Fort Clark ein. Bei einer Schießerei wurden Tauankia der Sohn und Guitan der Neffe von Lone Wolf und sieben weitere Krieger erschossen. Die anderen 21 Krieger kehrten erst Mitte des Winters zu Fort Sill zurück und überbrachten Lone Wolf die traurige Nachricht. Wegen der Trauer um seinen Sohn schnitt sich Lone Wolf die Haare ab, tötete seine Pferde und verbrannte sein Tipi. Den Texanern schwor er Rache. Lone Wolf und eine Kriegerbande verließen im Frühjahr 1874 das schwer bewachte Reservat um seinen Sohn und Neffen zu holen. Als sie den Red River überquert hatten, waren bereits Kavalleristen von den Forts Clark, McKavatt und Concho ihnen auf den Fersen. Sie wollten verhindern, dass Lone Wolf mit seinen Kriegern Mexiko erreichen. Mit den Leichnamen ritten Lone Wolf nordwärts zu den Llano Estacado. Als eine Kavallerie-Einheit den Kiowa zu nahe kam, ließ der Häuptling beide Toten an einem Berghang begraben. Anschließend nahmen die Kiowa an einem Sonnentanz der Kwahadi am Elk Creek teil. Isatai - ein Prophet der Kwahadi - rief zum Krieg gegen die weißen Büffeljäger auf, dem sich auch Satanta und Lone Wolf und ihre Krieger anschlossen. Der Feldzug endete mit einer sinnlosen Belagerung von Adobe Walls, was die Kiowa veranlaßte, sich zur North Fork des Red Rivers zurückzuziehen, wo sie im Juli am Sonnentanz ihres Stammes teilnahmen. Zu dieser Festlichkeit waren die Arapaho, Comanchen und Cheyenne geladen. Als die Kwahadi und Cheyenne die Kiowa erneut aufforderten, die weißen Büffeljäger anzugreifen, zog Kicking Bird und die meisten der Kiowa zum Reservat zurück, während Lone Wolf den Kwahadi folgte. Als kein Proviant in den Reservat bei Fort Sill eintraf, zogen mehr als die Hälfte der Kiowa und Comanchen Ende August 1874 zum Palo Duro Canyon, wo sich die Zelte der Cheyenne, Comanchen und Kiowa aneinanderreihten. Ausreichende Nahrungsvorräte waren bis zum Frühling angelegt, als sich General Sherman zu militärischen Schritten gegen die entlaufenen Indianer entschloß. Mehrere Tausend Soldaten wurden von den Forts Concho, Dodge, Bascom, Richardson und Sill zu einer schlagkräftigen Armee zusammengestellt, die unter den Befehlen von Colonel Mackenzie, Colonel Miles, Major Prices, Colonel Buell und Lieutenant Colonel Davidson gestellt wurden. Das große Lager der befreundeten Indianerstämme wurde am 26. September von Tonkawa-Scouts entdeckt.

Späher der Kiowa konnten die Tonkawa-Söldner in einem Gefecht in die Flucht schlagen, bevor sich die Kiowa in eine unwegsame Gegend am Palo Duro und Thule zurückzogen. Tonkawa-Scouts fanden wiederum das Lager. Colonel Mackenzie wollte die Kiowa bei Tagesanbruch überraschen, weshalb er seine Truppe die ganze Nacht reiten ließ. Sie fanden einen Weg auf dem sie zum Zeltdorf hinabsteigen konnten. Ein Soldat löste beim Abstieg eine Gerölllawine aus, die die Kiowa alarmierte. Die Krieger der Kiowa kämpften tapfer bis zum Sonnenuntergang und konnten das Vordringen der Soldaten zum Zeltdorf verhindern. Erst in der Nacht gelang es Mackenzies Leuten das Zeltdorf einzunehmen, aber Lone Wolf, die Krieger und Familien hatten im Schutz der Dunkelheit die Tipis verlassen. Die Soldaten fanden 1.000 Pferde und 400 Maultiere, die Mackenzie im Tule Valley erschießen ließ. Ferner verbrannten sie 100 Zelte und vernichteten den gesamten Wintervorrat. Die Kiowa flüchteten zu Fuß in die Weiten der Prärie, wo sie von Soldaten nach und nach aufgegriffen wurden. Zuerst fanden sie die Alten, dann die Verwundeten, später die Frauen und Kinder. Am 9. Oktober wurde von Colonel Buell aus Fort Richardson ein weiteres Kiowa-Dorf dem Erdboden gleichgemacht. Lone Wolf und 252 Kiowa konnten bei diesem Massaker fliehen.

Nachdem der Winter vorbei war, stellte sich Lone Wolf am 25. Februar im Fort Sill. Die Gefangenen wurden nach Cache Creek in ein Lager gebracht, in dem bereits zahlreiche Indianer aus dem Palo Duro eingepfercht waren. Hier wurden sie täglich mit rohem Fleisch versorgt. Sherman ordnete die Bestrafung der Anführer an. Da nicht alle bestraft werden konnten, sollte Kicking Bird 26 Kiowa aussuchen, die in den Kerker von Fort Marion nach Florida transportiert wurden.

Kicking Bird hatte Womans Heart, Lone Wolf, White Horse und Mamanti the Sky Walker und 22 unbekannte Krieger und Gefangene der Kiowa ausgesucht. Lone Wolf wurde nach dreijährigem Kerkeraufenthalt erlaubt nach Fort Sill zurückzukehren. Jedoch starb Lone Wolf - der berühmte Kiowa-Häuptling - innerhalb des selben Jahres an Malaria.
 
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