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Mandan - ein Präriestamm |
Die Mandan nannten sich selbst Numahkahke. In der Dakotasprache bedeutet Mandan
Fasanenvolk. Sie gehörten der Sioux-Sprachfamilie an und waren ein hochkultivierter
ackerbautreibender Volksstamm. Die Mandan lebten am oberen Missouri in North Dakota.
Neben den Ackerbau gingen sie der Antilopen- und Bisonjagd nach und ergänzten ihre
Nahrung durch den Fischfang, für den zahlreiche Fischfanggeräte angefertigt
wurden. Ein besonderer Leckerbissen war für die Mandan der Wels (Fischart).
Ihre Dörfer bauten sie an Steilufern des Missouri in der Nähe der heutigen
Stadt Bismarck. Sie wohnten in kuppelförmigen Erdhütten, die auf der Landseite
mit Erdwällen oder Holzzäunen befestigt waren. Das Hauptdorf Mihtutta-Hangkush
bestand aus 60 Erdhütten und war der Wohnsitz des bedeutenden Häuptlings der
Mandan - Mato Tope (= Vier Bären).
Auf Büffelhäuten wurden die wichtigen geschichtlichen Ereignisse mit Hilfe der
Bilderschrift aufgemalt. Für die Überquerung bzw. für Fahrten auf
Flüssen und Seen wurden runde, aus Bisonhäuten gefertigte Boote, sogenannte
Bullboote, verwendet. Aus Berichten von Pelzhändlern und Forschern waren die Mandan
friedfertig, gastfreundlich, liebenswürdig und mitteilsam. Sie besaßen den
reichsten Schatz an kulturellen Tänzen aller westlichen Stämme und hatten
bemerkenswerte sakrale Gewänder. So begingen die jungen Burschen den Sonnentanz,
durch den sie zum Krieger wurden, die Frauen vollführten den Tanz der
Weißen-Büffel-Gesellschaft, die Bisongesellschaft den Büffeltanz und
es gab noch viele andere rituale Tänze. An dieser Aufzählung ist zu erkennen,
dass bei den Mandan verschiedene Ritualtänze von Männern und andere Tänze
von Frauen ausgeführt wurden.
Die Krieger waren in Altersbünden organisiert und wechselten je nach Eignung von
einer Gesellschaft in eine andere. Die Lagerpolizei wurde vom Altersbund der
Schwarzmäuler gestellt. Krieger, die sich besonders auszeichneten, wurden zu
Anführern der Bünde gewählt und trugen entsprechende Abzeichen zur
Erkennung ihres Ranges. Andere Stämme übernahmen diese Kriegergesellschaften.
Bevor Weiße in das Stammesgebiet der Mandanen eindrangen, wurden die Mandanen von
der Cholera und Blattern (Poken) heimgesucht. Von den neun Dörfern, die um 1750
existierten, gab es Anfang des 19. Jahrhunderts nur noch zwei. Im Jahr 1837 wurden die
letzten 1.600 Mandan erneut von einer Blatternepidemie ereilt, die sie fast ausrottete.
Die letzten 100 bis 150 Überlebenden schlossen sich den Hidatsa an. Heute leben die
Mandan in Montana und ihre Zahl stieg wieder auf 1.700 Personen. | |